6 Aug 2021

60 Jahre Freunde der Salzburger Festspiele

60 Jahre Freunde

Ein maßgeblicher finanzieller Beitrag zum Bau des Hauses für Mozart, ein neues Dach für die Felsenreitschule, der Ankauf eines neuen Konzertflügels – wann immer die Salzburger Festspiele finanzielle Unterstützung benötigen, ist der Verein der Freunde der Salzburger Festspiele zur Stelle, um zu helfen – und das seit 60 Jahren. Jährlich Wiederkehrendes wie das beliebte Fest zur Festspieleröffnung oder die Aktion Festspielkarte = Busticket gehören ebenso zu den Sonderprojekten wie Bau- und Anschaffungsprojekte.

Der Verein der Freunde der Salzburger Festspiele ist heute mit seinen rund 6.600 Mitgliedern unter seinem Präsidenten Heinrich Spängler zu einer der Hauptsäulen der Finanzierung geworden. Der Verein steuert praktisch ebenso viel zum Festspielbudget bei wie die Abgangsdeckungsträger Stadt, Land und Tourismusförderungsfonds, nämlich fünf Prozent des Gesamtbudgets der Salzburger Festspiele. Damit sind die Freunde der Salzburger Festspiele in ihrer Gesamtheit der größte private Geldgeber der Salzburger Festspiele.

Ins Leben gerufen wurde der Verein der Freunde der Salzburger Festspiele im Jahr 1961 auf Initiative von Prof. Bernhard Paumgartner, dem damaligen Festspielpräsidenten. Mit der Gründung eines Vereins wollte Prof. Paumgartner Festspielgäste aus aller Welt näher an Salzburg und die Salzburger Festspiele binden und somit ein Stammpublikum aufbauen:

„Der Verein soll mit der Zeit in sich eine ideale Publikumsgruppe werden [...], die sich mit allen persönlichen, ja freundschaftlichen Gefühlen dem Gedeihen, den Leistungen der Festpiele verbunden fühlt.“
Prof. Bernhard Paumgartner

„Wir sind da, um zu helfen, aber wir mischen uns nicht ein – das ist seit Jahren mein Leitgedanke
als Präsident der Freunde der Salzburger Festspiele“, sagt Heinrich Spängler, Präsident der Freunde der Salzburger Festspiele. „Aus der Idee Paumgartners, eine ‚ideale Publikumsgruppe‘ zu erschaffen, ist heute, 60 Jahre später, Realität geworden: Aus anfangs 120
Festspielbegeisterten ist einer der weltweit größten Kultur-Fördervereine mit aktuell 6.600
Mitgliedern geworden. Wir sind glücklich, ein solch breites Angebot an Mitgliedschaften anbieten
zu können – jeder kann seinen finanziellen Mitteln entsprechend zum Unterstützer werden.“

„Hugo von Hofmannsthal wünschte sich, dass die Aufführungen, die aus aller Welt nach Salzburg
strömenden Menschen zu einer Einheit, zu einem Publikum zusammenbinden mögen. Dass dies
gelungen ist, verdanken wir auch sehr maßgeblich dem Verein der Freunde der Salzburger
Festspiele. Dafür und für den großen finanziellen Beistand bedanke ich mich im Namen des
Direktoriums der Salzburger Festspiele“, sagt Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler.

„Mit unserem ‚Freunde‘-Sommerprogramm bieten wir unseren Mitgliedern über 60 Begleitveranstaltungen während der Festspielsaison. Vom geselligen Stadtspaziergang, über
Werkeinführungen und Künstlergespräche, bis hin zum wissenschaftlichen Kolloquium ist für
jeden Geschmack etwas dabei“, sagt Claudia Schmidt-Hahn, Geschäftsführung Freunde der Salzburger Festspiele.

„Der Verein der Freunde ist als wichtigster privater Geldgeber eine der Hauptsäulen der
Finanzierung, unterstützt dieses einzigartige Festival aber nicht nur finanziell, sondern auch ideell. Die Treue und die langjährige Verbundenheit der Mitglieder mit dem Verein fördern den
Salzburger Festspielgedanken und tragen die Idee der Salzburger Festspiele in die Welt“, sagt
Rafael Frauscher, Geschäftsführung Freunde der Salzburger Festspiele.

Der Idee der Gründung eines Vereins voraus ging die Eröffnung des Großen Festspielhauses im
Sommer 1960, wodurch 2.200 Sitzplätze mehr zur Verfügung standen und gefüllt werden mussten.

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Zu Beginn wurde befürchtet, den Festspielen könnten durch einen Verein erhebliche Mehrkosten entstehen, und man ging nicht davon aus, dass aus dem Verein etwas Großes werden könnte:

„Es scheint doch alles darauf hinzudeuten, dass die Freunde der Festspiele kein großer Verein
mit einem breitgestreuten Mitgliederstand werden können. Es wird sich vielmehr um einen
beschränkten Kreis von Menschen handeln, die die Ziele der Förderung in einer eher lockeren
Form verfolgen sollen, hauptsächlich Salzburger, ergänzt durch einen oder den anderen
wirklichen Interessenten aus Wien (und anderen Bundesländern?). […] Eines ist jedenfalls
sicher, Mittel wird ein solcher Körper keine haben.“
Philipp von Schoeller, „Freunde“-Präsident von 1961 – 1967

Es entwickelte sich über die letzten sechs Jahrzehnte einer der weltweit größten und bedeutendsten Kultur-Fördervereine mit aktuell rund 6.600 „Freunden“ aus rund 60 Ländern in 7 verschiedene Mitgliedsarten:

die Junge Freunde Mitgliedschaft (Jahresbeitrag: EUR 30) für die unter 26 Jährigen,
das Druckkostenabonnement (Jahresbeitrag: ab EUR 55),
die Ordentliche Mitgliedschaft (Jahresbeitrag: EUR 160),
die NXG-Förderschaft (Jahresbeitrag: EUR 600) für die Next Generation der Förderinnen und Förderer bis 45,
die klassische Förderschaft (Jahresbeitrag: EUR 1.300),
die Silver-Club- (Jahresbeitrag: EUR 10.000) sowie
die Golden-Club-Mitgliedschaft (Jahresbeitrag: EUR 50.000)

Was sich seit der Gründung geändert hat: Die Größe des Vereins sowie die Arten der Mitgliedschaft, die über die Jahre immer zahlreicher wurden, und das Angebot, das – zuletzt auch durch die Digitalisierung – vielfältiger wurde (Stichwort E-Paper und Podcasts). Was ist trotz des stetigen Mitgliederwachstums gleichgeblieben: Das Bemühen um eine individuelle Beratung und persönliche Betreuung der „Freunde“ sowie die Liebe zu Oper, Schauspiel und Konzert – die Liebe zu den Salzburger Festspielen.

Neben dem Mutter-Verein sind über die Jahre fünf Tochter-Vereine entstanden: 1986 wurden die „Freunde der Salzburger Festspiele e.V. in Bad Reichenhall“ initiiert, um den vielen deutschen Förderinnen und Förderern die Möglichkeit der steuerlichen Absetzbarkeit zu bieten. 2005 folgte die „Salzburg Festival Society“ in den USA, 2012 wurde der Verein „Schweizer Freunde der Salzburger Festspiele“ ins Leben gerufen, 2013 die „Russian Friends of the Salzburg Festival“ und rechtzeitig zum 100-Jahr-Jubiläum der Festspiele 2020 „Les Amis Français du Festival de Salzbourg“.

Ziel aller Vereine ist die Unterstützung des Gesamtkunstwerks „Salzburger Festspiele“.

Das Motto des Vereins lautet: „Da sein, wenn wir gebraucht werden, aber nicht einmischen.“, was in den letzten sechs Jahrzehnten von allen sechs Präsidentinnen und Präsidenten getragen wurde und wird – die langen Funktionsperioden sprechen zudem für Kontinuität und ein gedeihliches Miteinander mit den Salzburger Festspielen:

  • Dr. Philipp Schoeller (1961 – 1967)
  • Dr. Erich Peyrer-Heimstätt (1967 – 1975)
  • Dr. Kurt Asamer (1975 – 1983)
  • KR Wolfgang Gehmacher (1983 – 1995)
  • Dkfr. Elfriede Kaserer (1995 – 1999) und
  • KR Heinrich Spängler (seit 1999)
  • Der Verein der Freunde der Salzburger Festspiele ist mit einem Anteil von rund 5% am Gesamtbudget der Festspiele der größte Festspielsponsor und unterstützt neben einem jährlichen Spielplanzuschuss auch jedes Jahr Sonderprojekte wie das Fest zur Festspieleröffnung, die Aktion „Festspielkarte = Busticket“ sowie das Festspiel-Symposium und sammelt regelmäßig Spenden für Bau- und Anschaffungsprojekte der Salzburger Festspiele – wie z.B. für den Ankauf eines neuen Konzertflügels, für den Bau des Hauses für Mozart, das mobile Dach der Felsenreitschule, für die Sanierung des Bühnenturms im Haus für Mozart, der Felsenreitschulbühne, der Künstler- und Orchestergarderoben und des Karl-Böhm-Saals sowie für die Umrüstung der Opern-Notenpulte auf LED-Beleuchtung.

    Der Verein der Freunde unterstützt dieses einzigartige Festival aber nicht nur finanziell, sondern auch ideell. Die Treue und die langjährige Verbundenheit der Mitglieder mit dem Verein fördern den Salzburger Festspielgedanken und tragen die Idee der Salzburger Festspiele in die Welt. Als „Freund“ ist man Teil einer über Jahrzehnte gewachsenen Gemeinschaft und genießt besondere Vorteile wie dreimal jährlich das Magazin „Freunde“-Informationen (seit heuer erstmals auch als E-Paper) mit Beiträgen über Festspielkünstlerinnen und Festspielkünstler sowie Produktionen der Festspiele. Zusätzlich begleitet der Verein seine Mitglieder in diesem Jahr mit
    einem eigenen Podcast.

    Im Festspielsommer erwartet die „Freunde“ jedes Jahr ein umfangreiches „Freunde“- Sommerprogramm mit Künstlerbegegnungen, Einführungsvorträgen und Führungen. Neben einem „Freunde“-Festakt zum Jubiläum, einem Kirchenkonzert in Gedenken an den 50. Todestag Prof. Bernhard Paumgartners sowie zahlreichen Einführungsvorträgen und Führungen, finden die beliebten Gesprächsreihen „Der Philharmonische Salon“ mit Prof. Clemens Hellsberg, „Stroneggers Sommergäste“ mit Prof. Siegbert Stronegger und „Zu Gast bei der Festspielpräsidentin“ mit Helga Rabl-Stadler auch in diesem Sommer statt.

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    Unterstützung von Projekten der Salzburger Festspiele:

    Neben dem jährlichen Spielplanzuschuss unterstützen die Freunde der Salzburger Festspiele regelmäßig Sonderprojekte sowie Bau- und Anschaffungsprojekte der Salzburger Festspiele – im Folgenden eine Auswahl:

  • Fest zur Festspieleröffnung (55.000 Euro)
  • Festspielkarte = Busticket (41.000 Euro)
  • Festspiel-Symposium (21.000 Euro)
  • Stolpersteine vor dem Haus für Mozart (8.300 Euro)
  • Haus für Mozart (3,5 Mio. Euro)
  • Neues Dach für die Felsenreitschule (3,2 Mio. Euro)
  • Sanierung Bühnenturm Haus für Mozart (250.000 Euro)
  • Sanierung der Felsenreitschulbühne (177.000 Euro)
  • Sanierung der Künstler- und Orchestergarderoben (130.000 Euro)
  • Ankauf eines neuen Konzertflügels (147.000 Euro)
  • Umrüstung der Opern-Notenpulte auf LED-Beleuchtung (115.000 Euro)
  • Sanierung und Modernisierung des Karl-Böhm-Saals (250.000 Euro)
  • Aktuelles Spendenprojekt: Neue Orchestermuschel im Großen Festspielhaus