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PROGRAMMDETAIL

Richard Strauss Der Rosenkavalier

Komödie für Musik in drei Aufzügen op. 59
Libretto von Hugo von Hofmannsthal (1874–1929)
Musik von Richard Strauss (1864–1949)

Wiederaufnahme
Mit deutschen und englischen Übertiteln

Dauer der Oper ca. 4 Stunden 25 Minuten.

PREMIERE

  • 20. August 2015, 18:00 Uhr

AUFFÜHRUNGEN

  • 23. August 2015, 18:00 Uhr
  • 26. August 2015, 18:00 Uhr
  • 28. August 2015, 18:00 Uhr

SPIELSTÄTTE

Großes Festspielhaus

Programm drucken (PDF)

LEADING TEAM

Franz Welser-Möst, Musikalische Leitung
Harry Kupfer, Regie
Hans Schavernoch, Bühne
Yan Tax, Kostüme
Jürgen Hoffmann, Licht
Thomas Reimer, Videodesign
Christian Arseni, Dramaturgie
Ernst Raffelsberger, Choreinstudierung
Wolfgang Götz, Einstudierung Kinderchor

BESETZUNG

Krassimira Stoyanova, Die Feldmarschallin Fürstin Werdenberg
Günther Groissböck, Der Baron Ochs auf Lerchenau
Sophie Koch, Octavian
Adrian Eröd, Herr von Faninal
Golda Schultz, Sophie
Silvana Dussmann, Jungfer Marianne Leitmetzerin
Rudolf Schasching, Valzacchi
Andeka Gorrotxategi, Ein Sänger
Wiebke Lehmkuhl, Annina
Tobias Kehrer, Ein Polizeikommissar
Franz Supper, Der Haushofmeister bei der Feldmarschallin
Martin Piskorski, Der Haushofmeister bei Faninal
Dirk Aleschus, Ein Notar
Roman Sadnik, Ein Wirt
Federica Lombardi*, Catriona Morison*, Dara Savinova*, Drei adelige Waisen
Claire de Sévigné*, Eine Modistin
Goran Cah*, Ein Tierhändler
Franz Gruber, Friedrich Springer, Jens Musger, Won Cheol Song, Vier Lakaien/Kellner
Rupert Grössinger, Leopold
Mitglieder der Angelika-Prokopp-Sommerakademie der Wiener Philharmoniker, Bühnenmusik

Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor
Wiener Philharmoniker
* Mitglied des Young Singers Project

ZUR PRODUKTION

Es ist einer der berühmtesten Monologe der Operngeschichte: Am Ende des ersten Akts des Rosenkavalier sinniert die nicht mehr ganz junge Feldmarschallin über das Älterwerden und die Zeitlichkeit alles Bestehenden. Sie fügt sich in das Unentrinnbare – melancholisch, doch ohne Bitterkeit; und weiß nur zu gut, dass ihr 17-jähriger Liebhaber, Octavian Graf Rofrano, sie früher oder später verlassen wird „um einer andern willen, die jünger und schöner ist“.

Die Zeit, deren Erfahrung die Marschallin so beschäftigt, thematisiert der 1911 in Dresden uraufgeführte Rosenkavalier auf einer weiteren Ebene: als historische Zeit. Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss siedeln die Handlung in den ersten Regierungsjahren Maria Theresias an, doch ging es ihnen keineswegs um authentische Rekonstruktion der Vergangenheit. Hofmannsthal sprach rückblickend vom „geheime[n] Wunsch, ein halb imaginäres, halb reales Ganzes entstehen zu lassen“, ein „Wien von 1740“, das Geschichtlichkeit ebenso evozierte wie es auf Gegenwärtiges verwies. Bereits 1911 notierte er: „[…] es ist mehr von der Vergangenheit in der Gegenwart, als man ahnt, und weder die Faninal noch die Rofrano noch die Lerchenau sind ausgestorben.“

Auch für den Regisseur Harry Kupfer erzählt Der Rosenkavalier eine Geschichte, die klar auf die Entstehungszeit des Werks – eine vom Ende der k.u.k. Monarchie geprägten Wendezeit – bezogen ist. Rokoko-Ornament und gepuderte Perücken, wie sie die Aufführungstradition des Rosenkavalier lange bestimmten, hat er aus seiner Inszenierung getilgt, um die differenzierte Zeichnung der Charaktere und ihrer Beziehungen zueinander nicht museal zu übertünchen. Den Ausgangspunkt von Hofmannsthals Arbeit am Libretto bildeten zwar Typen, die aus Molière’schen Komödien und anderen historischen Quellen stammten: der ebenso dünkelhafte wie derbe Landadlige, der reiche Emporkömmling, das junge Liebespaar, die Intriganten etc. Die äußeren und inneren Beziehungen zwischen diesen Figuren knüpfte der Dichter jedoch mit einer für das literarische Fin de Siècle bezeichnenden Sensibilität und psychologischen Durchdringung. Ungeachtet aller historistischen Zitate zeigt sich Hofmannsthal hier ganz als Kind seiner Zeit. Die simple Grundhandlung seiner auch burleske Elemente nicht scheuenden „Komödie für Musik“ verband er mit Themen, um die seine Gedanken immer wieder kreisten – Themen wie Vergänglichkeit, Abschied und innere „Verwandlungen“.

Die Brechungen, die das Libretto kennzeichnen, nahm Strauss in seiner Partitur auf. Selbst dort, wo er musikalisch das 18. Jahrhundert „zitiert“, lag ihm authentische Stilkopie fern. Vielmehr integrierte er historische Anspielungen virtuos in seinen eigenen, modernen Stil, Geschichtliches mit Gegenwärtigem verschmelzend. Und wie Hofmannsthal ging es auch Strauss um die Beschwörung eines ideellen, mythisch aufgeladenen, vielleicht auch nostalgischen Bildes von Wien: Dies verdeutlichen nicht zuletzt die Walzer, die große Teile des Rosenkavalier durchweben – und die im maria-theresianischen Wien natürlich ein Anachronismus sind.

Christian Arseni





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