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PROGRAMMDETAIL

Cleopatra tragica

AUFFÜHRUNG

  • 28. Mai 2012, 11:00 Uhr

SPIELSTÄTTE

Felsenreitschule

PROGRAMM

ROBERT SCHUMANN • Ouvertüre zu Julius Cäsar f-Moll op. 128 (1851)

HECTOR BERLIOZ • La Mort de Cléopatre (1829)
Scène lyrique für Sopran und Orchester H 36
Text von Pierre-Ange Vieillard

JOHANNES BRAHMS • Rinaldo (1863/68)
Kantate für Tenor, Männerchor und Orchester op. 50
Text von Johann Wolfgang von Goethe

INFORMATION

Ende ca. 12:40 Uhr.

Programm drucken (PDF)

INTERPRETEN

John Eliot Gardiner, Musikalische Leitung
Vesselina Kasarova, Mezzosopran
Piotr Beczala, Tenor
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Chor des Bayerischen Rundfunks
Michael Gläser, Choreinstudierung

ZUR PRODUKTION

Cleopatra tragica

In seinen Memoiren erinnert sich Hector Berlioz an seinen dritten Versuch, im Jahre 1829 den renommierten Rompreis zu erringen: „Man gab uns als Thema ,Kleopatra nach der Schlacht bei Actium‘. Die ägyptische Königin ließ sich von der giftigen Viper stechen und starb in Zuckungen. Bevor sie ihren Selbstmord beging, flehte sie in religiöser Angst die Ahnen der Pharaonen an. Hier war ein großartiger Gedanke zum Ausdruck zu bringen.“ Und so entschied sich Berlioz, nicht im Stil und Sinne der Jury zu komponieren, sondern eine Kantate „von ausgeprägter Eigenart“ vorzulegen. Die „Strafe“ folgte auf dem Fuße: Der von Berlioz verachtete, in Paris jedoch höchst erfolgreiche Opernkomponist François-Adrien Boieldieu konstatierte: „Ich bin kein großer Harmoniker, doch Ihren unirdischen Akkorden vermag ich nicht zu folgen.“ Der Text der Kantate von Pierre-Ange Vieillard zeichnet die letzten Minuten der ptolemäischen Königin, die nach der Niederlage des Marc-Antoine bei Actium zur Kriegsbeute des Octave geworden war. Für Cléopâtres Leid und Selbstanklage, ihr schmerzliches Erinnern an vergangene Zeiten bis hin zur tragischen Entscheidung zum Freitod durch einen Schlangenbiss fand Berlioz ungewohnte und ergreifende Töne, die auf Ratlosigkeit und Verstörung bei den Zeitgenossen stießen. Die Großartigkeit dieser Komposition zu entdecken, blieb späteren Zeiten vorbehalten.




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