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PROGRAMMDETAIL

Dichter zu Gast – Claudio Magris
Das Weltreich der Melancholie

Autorenlesung mit Claudio Magris und Karl Schlögel
Autorenlesung mit Claudio Magris und Karl Schlögel

In deutscher Sprache

In Zusammenarbeit mit der Agentur Graf & Frey und dem Salzburg Global Seminar

AUFFÜHRUNG

  • 04. August 2010, 19:30 Uhr

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BESETZUNG

Claudio Magris, Karl Schlögel

ZUR PRODUKTION

Ist gesellschaftlicher „Fortschritt“ ein Verlustgeschäft? In seiner Studie zum Habsburgischen Mythos in der modernen österreichischen Literatur untersuchte Claudio Magris das spezifische Verhältnis von Kritik und Treue im Hinblick auf ein niedergehendes Reich. Es ist eine Studie über das Antititanentum der Donauliteratur und ihre pädagogischen Ermahnungen. Der Historiker Karl Schlögel überdenkt das sich vollziehende Unglück hingegen aus der genauen Lektüre von Raum und Zeit, im Ablesen der Weltgeschichte an ihren Hinterlassenschaften. Als Osteuropaspezialist ergänzt seine Perspektive Claudio Magris’ Blick auf Mitteleuropa um die melancholische Erfahrung der durch die Träume und den Terror der Moderne heimatlos gewordenen Menschen.

Claudio Magris, geboren 1939 im italienischen Triest, zählt zu den bedeutendsten Germanisten und Kulturpublizisten Italiens und den wichtigsten Literaten und Essayisten Europas. Als Professor für Deutsche Sprache und Literatur an der Universität Triest betreute er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2006 die Übersetzung vieler deutschsprachiger Autoren ins Italienische, darunter Joseph Roth, Arthur Schnitzler und Georg Büchner. Magris nimmt zudem als Essayist und Kolumnist des Corriere della Sera zu innen- und außenpolitischen Themen immer wieder Stellung. Von 1994 bis 1996 saß er als unabhängiges Mitglied eines Linksbündnisses für die Region Triest im römischen Senat und gründete gemeinsam mit Umberto Eco und anderen Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur im Jahr 2002 die Vereinigung „Libertà e Giustizia“ (Freiheit und Gerechtigkeit), um eine kritische Position zur Politik der Regierung unter Silvio Berlusconi zu beziehen.
Große Aufmerksamkeit erlangte Claudio Magris durch seine literarische Tätigkeit. Im Mittelpunkt seiner Bücher stehen die kulturelle und politische Vielfalt der europäischen Gesellschaft, die literarischen Hauptstädte Mitteleuropas und deren Bewohner. Erste internationale Bekanntheit erhielt seine 1963 publizierte Dissertation Der habsburgische Mythos in der modernen österreichischen Literatur. Mit der Veröffentlichung seines Buches Donau. Biographie eines Flusses (dt. 1988) wurde Magris einem größeren Lesepublikum bekannt. Aufsehen erregte auch sein 2005 veröffentlichter Roman Blindlings (dt. 2007), an dem Magris 18 Jahre arbeitete.
Für sein literarisches Werk und sein kulturelles Engagement erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung (2001), den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur (2005) und zuletzt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2009. 



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