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PROGRAMMDETAIL

Hugo von Hofmannsthal • Jedermann

Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes

Wiederaufnahme

Bei Schlechtwetter im Großen Festspielhaus
Dauer ca. 2 Stunden.

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LEADING TEAM

Julian Crouch, Brian Mertes, Regie
Julian Crouch, Bühne, Masken und Puppen
Olivera Gajic, Kostüme
David Tushingham, Dramaturgie
Martin Lowe, Musikalische Leitung / Orchestrierung
Holger Kolodziej, Musikalischer Leiter der Wiederaufnahme
Dan Scully, Lichtdesign
Matt McKenzie, Sounddesign
Jesse J. Perez, Choreografie

BESETZUNG

Cornelius Obonya, Jedermann
Brigitte Hobmeier, Buhlschaft
Peter Lohmeyer, Tod
Christoph Franken, Teufel
Jürgen Tarrach, Mammon
Johanna Bantzer, Werke
Hans Peter Hallwachs, Glaube
Julia Gschnitzer, Jedermanns Mutter
Sven Dolinski, Jedermanns guter Gesell
Hannes Flaschberger, Dicker Vetter
Stephan Kreiss, Dünner Vetter
Fritz Egger, Ein Schuldknecht
Katharina Stemberger, Des Schuldknechts Weib
Johannes Silberschneider, Ein armer Nachbar
Sigrid Maria Schnückel, Der Koch
Florentina Rucker, Gott
und mit Simon Ahlborn, Jordan Deschamps, Tamzin Griffin, Leah Hofmann, Doris Kirschhofer, Saskia Lane, Penelope Scheidler, Robert Thirtle

Ensemble 013

ZUR PRODUKTION

Hugo von Hofmannsthal, der mit seinem Brief des Lord Chandos ein Manifest der Moderne geschrieben hat, wusste, warum er sich das Gewand eines mittelalterlichen Mysterienspiels borgte: In seiner und unserer Sprache, der Sprache der Skepsis, der Ironie, des Misstrauens in das Sprechen überhaupt, hätte er sein Thema nicht behandeln können: das der Endlichkeit unseres Lebens und das der Nichtigkeit unseres irdischen Besitzes. Und die daraus zwingend sich ergebende Frage nach Gott. Die christlich-katholische Ausrichtung des Werkes, die einen Gutteil des Unbehagens mit ihm ausmacht, muss dabei heute nicht mehr als theatralische Manifestation eines übermächtigen Kirchenstaates begriffen werden. Sehr wohl aber können wir uns, gerade durch die historische Distanz, die Hofmannsthal seinem Jedermann verordnet hat, abgleichend befragen, in welchem Zusammenhang wir Heutigen unsere „Werke“ betrachten. Aus welchen Überlegungen heraus wir unsere Ethik, unsere Moral ableiten. Durch welche Vorstellungen wir Tröstung und Hoffnung erfahren.

Vielleicht will der Jedermann weniger den Glauben anmahnen als seinen Verlust verdeutlichen. Weniger die vermeintlichen Sicherheiten der Kirche feiern als unsere moderne Unsicherheit beleuchten. Weniger christliche Demut fordern als mangelndes Misstrauen in unsere Selbstermächtigung beklagen. Weniger ein Jenseits in Aussicht stellen als einen leeren Himmel betrauern.

Die mittelalterlichen Mysterienspiele wurden von fahrenden Schauspielern auf Jahrmärkten dargeboten. Ihr frommer Inhalt war zugleich Vorwand für deftiges Theater. Die emblematischen Figuren boten reichlich Gelegenheit für pralle Darstellung des Lebens, und die subversiven und anarchischen Kräfte des Theaters obsiegten vermutlich über die Anliegen der Obrigkeit.

Arthur Kahane, der Dramaturg Max Reinhardts, bemerkte einmal, Theater zu machen sei so, als ob man das Allerheiligste einer Hure anvertraue. Allerdings betonte er, dass diese Mesalliance enorme Vorteile für beide Partner biete. Der Dramatiker Hofmannsthal hat sich mit diesem Thema mehr als einmal beschäftigt, ebenso Reinhardt. Die Sinnlichkeit des Spiels mit dem geistigen Auftrag der Literatur zu verbinden war ihr Anspruch. Nicht um der einen oder dem anderen zum Sieg zu verhelfen, sondern um die Gleichberechtigung beider Antagonisten im Verbund nachzuweisen. Der Jedermann ist eine Spielvorlage, die dieses Anliegen exemplarisch abbildet. Nicht umsonst fesselt er in Salzburg seit über neunzig Jahren sein Publikum.

Sven-Eric Bechtolf

SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Letzte „Jedermann“-Vorstellung mit Brigitte Hobmeier

28 AUG2015

by FESTSPIELKIEBITZ  14:28 h;
veröffentlicht in: Schauspiel

Die Beziehung zwischen dem „Jedermann“ und der Buhlschaft ist, wie es uns das Stück selbst nachweist, nicht für die Ewigkeit gemeint. Oder geeignet. Oder gedacht.

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Wie die Swarovski-Kristalle auf das Buhlschaftskleid kommen

9 JUL2015

by FESTSPIELKIEBITZ  17:06 h;
veröffentlicht in: Schauspiel

Behutsam nimmt Nina Fahrbach einen funkelnden Kristall auf die Pinzette, sie erhitzt ihn über einer Kerze – aber nicht zu lang, denn sonst setzt er Ruß an. Mit sanftem Druck landet der Swarovski-Kristall schließlich auf dem roten Seidensatin des Buhlschaftskleides. Nina Fahrbach ist Kostümmalerin und arbeitet zusammen mit Kaname Kiyono bereits seit vier Tagen daran, dass das Kleid der Geliebten in Hofmannsthals Jedermann im richtigen Glanz erscheint. „Es ist schon fast eine meditative Arbeit“, sagt Nina Fahrbach, während sie Stein für Stein erhitzt und auf dem Kleid platziert. Eine Vorlage gebe es nicht, erklärt Kaname Kiyono. Das sei eine Gefühlssache, wohin welcher Schmuckstein gehört.

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Wiederholung wegen des großen Erfolges!

6 JUL2015

by FESTSPIELKIEBITZ  10:12 h;
veröffentlicht in: Oper, Schauspiel

Zahlreiche Neuinszenierungen warten auf die Gäste der Salzburger Festspiele in diesem Sommer, doch auch einige Wiederaufnahmen besonders erfolgreicher Inszenierungen stehen auf dem Programm. Dazu zählen Der Rosenkavalier, Iphigénie en Tauride, Norma, Il trovatore und der Jedermann. Wenn Sie also in den letzten Jahren eine Inszenierung verpasst haben, haben Sie vielleicht heuer noch das Glück, eine der begehrten Karten zu erhalten.

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Der Teufel, die Werke sowie Jedermanns guter Gesell werden neu besetzt

2 APR2015

by FESTSPIELKIEBITZ  15:41 h;
veröffentlicht in: Schauspiel

Der Künstlerischer Direktor der Salzburger Festspiele, Sven-Eric Bechtolf, über Besetzungsänderungen im Jedermann: ab diesem Festspielsommer werden Christoph Franken, Johanna Bantzer und Sven Dolinski am Domplatz als Teufel, Werke und Jedermanns guter Gesell mitwirken. Ein herzliches Willkommen! Wer die Jedermann-Produktion von Julian Crouch und Brian Mertes dieses Jahr sehen möchte, der sollte sich jetzt noch schnell Karten sichern!

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Motiv Jedermann, © Salzburger Festspiele / Luigi Caputo

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