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PROGRAMMDETAIL

Harold Pinter Die Geburtstagsfeier

Schauspiel (1957)
Deutsch von Michael Walter

Neuinszenierung
Koproduktion mit dem Burgtheater Wien

Programm drucken (PDF)

LEADING TEAM

Andrea Breth, Regie
Martin Zehetgruber, Bühne
Jacques Reynaud, Kostüme
Bert Wrede, Musik
Friedrich Rom, Licht
Klaus Missbach, Dramaturgie

BESETZUNG

Martin Reinke, Petey
Andrea Clausen, Meg
Max Simonischek, Stanley
Andrea Wenzl, Lulu
Roland Koch, Goldberg
und andere

ZUR PRODUKTION

„War das nicht eine schöne Party gestern Abend?“

„Dieses Haus ist sowieso nichts für Sie. Hier gibt es nichts für Sie zu holen, aber auch gar nichts, in jeder Hinsicht. Also, warum verschwinden Sie nicht einfach wieder, ohne noch mehr Wirbel zu veranstalten?“ – Wie immer im dramatischen Werk von Harold Pinter ist das Eis dünn. Undefinierbare Ängste, Verzicht auf logisches Denken und die Unfähigkeit, miteinander zu kommunizieren, schaffen in seinen Dramen eine angst- und aggressionsgeladene Atmosphäre, die aus dem Ruder läuft.
Dabei fängt in der Geburtstagsfeier alles ganz harmlos an. Ein älteres Ehepaar, Petey und Meg, betreibt eine Strandpension am Meer, in der sich der etwas heruntergekommene Stanley seit Jahren als einziger Gast einquartiert hat. Der junge Mann behauptet, ein talentierter, aber glückloser Konzertpianist gewesen zu sein. Das seltsame Idyll wird von zwei Fremden gestört. Petey hat sie auf der Straße getroffen. Sie suchen eine Unterkunft, und der Alte hat sie eingeladen, bei ihm zu wohnen.
Mit den beiden Fremden kommt ein merkwürdiges Klima in die heile Welt des kleinen Hauses. Woher sie kommen, bleibt völlig im Dunkeln, aber sie haben einen Auftrag und sie wissen offenbar mehr, als sie zugeben. Einmal im Haus machen sie es sich bequem, beginnen sich einzunisten, während Stanley immer nervöser wird. Sie helfen Meg sogar bei den Vorbereitungen zu Stanleys Geburtstagsfeier, die an diesem Abend stattfinden soll. Noch vor der Party nehmen die Fremden Stanley in ein absurdes Kreuzverhör, das eher einer Gehirnwäsche gleicht und bei dem sich schreckliche Anschuldigungen mit religiösen Fragen und absurd historisch- politischen Reminiszenzen ablösen. Die Party selbst wird für Stanley zu einem hysterischen Ritual der Vernichtung seiner Persönlichkeit. Auf ihrem Höhepunkt zerbricht seine Brille beim Blindekuh-Spiel. Er droht daraufhin, Meg zu erwürgen. Stanley wird überwältigt und in sein Zimmer gebracht. Am nächsten Morgen schaffen ihn die beiden Fremden in einem großen schwarzen Wagen fort.
Die Geburtstagsfeier ist eine bizarre Komödie, in der Gewalt in eine ordentliche bürgerliche Gesellschaft einbricht und sie zu zerstören droht. Bei Pinter sind die Menschen so verunsichert, dass sie selbst nicht wissen, welchen Motiven sie folgen. Angst und Entsetzen haben keinen Namen mehr, sie sind vieldeutig, unbestimmt und undefinierbar.
Der britische Theaterautor Harold Pinter wurde für sein Werk vielfach ausgezeichnet, darunter mit dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur (1973), dem Laurence Olivier Award (1996), dem David Cohen Prize (1995), dem wichtigsten britischen Literaturpreis, und dem Franz-Kafka-Preis (2005). 2005 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen. In den 1980er Jahren begann sein unüberhörbares politisches Engagement gegen Menschenrechtsverletzungen, das bis zu seinem Tod in London im Dezember 2008 anhielt.

Klaus Missbach

Louise Bourgeois, UNTITLED, 1999 · Drypoint, with hand additions. State I of II, 39 x 28 cm · Collection MoMA, NY. Gift of the artist, © 2016, Digital image, The Museum of Modern Art, New York / Scala, Florence

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