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PROGRAMMDETAIL

Il ritorno d’Ulisse in patria

Tragedia di lieto fine in einem Prolog und drei Akten (1640)
Libretto von Giacomo Badoaro nach der Odyssee (13.-23. Gesang) von Homer

Halbszenische Aufführung
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Programm drucken (PDF)

LEADING TEAM

John Eliot Gardiner, Musikalische Leitung
Elsa Rooke, John Eliot Gardiner, Regie

ZUR PRODUKTION

„Es sind die Gegensätze, die unser Gemüt bewegen“

Das Jahr 2017 markiert ein wichtiges Jubiläum: Vor 450 Jahren wurde Claudio Monteverdi geboren, für die Kenner unter seinen Zeitgenossen das „oracolo della musica“. Darüber hinaus gilt Claudio Monteverdi als Mitbegründer der Gattung Oper, da er die knappen Formen des Madrigals in abendfüllende Musikdramen überführte. Sir John Eliot Gardiner widmet sich aus Anlass dieses Jubiläums einmal mehr der großartigen Musik dieses Opernvisionärs des 16. Jahrhunderts und präsentiert alle drei erhaltenen Monteverdi-Opern in einer zusammenhängenden Aufführungsserie.
Monteverdis innovatives Schaffen ließ ohne Frage die Kunst seiner Vorgänger weit hinter sich und läutete eine neue Epoche der Musikgeschichte ein. Nach wie vor sind die Auswirkungen dieser Revolution spürbar, und bis heute hat seine Musik nichts von ihrer Kraft und Expressivität verloren. Seine Opern stehen auf einer Stufe mit den Werken der bedeutendsten Künstler und Wissenschaftler seiner Zeit wie Galilei, Shakespeare, Caravaggio, Rubens, Tizian oder Tintoretto. Monteverdi verstand es meisterhaft, Emotionen durch Musik auszudrücken, und diese Gabe wurde zur treibenden Kraft in all seinen Opern. „Die gesamte Palette menschlicher Gefühle – so verwirrend, mitreißend, unheimlich und manchmal unkontrollierbar sie auch sein mögen – bildet den Subtext der erhaltenen Musikdramen Monteverdis“, erklärt John Eliot Gardiner. „In der Regel ist er – genau wie sein Zeitgenosse Shakespeare – voller Empathie für seine Figuren, selbst für die eher zwielichtigen Charaktere. Und wie Shakespeare liebte er den Kontrast zwischen erhabener Tragödie und derber Komödiantik.“
Das Wechselspiel von Orchester und Sängern malt eine Welt voller Liebe, Verlust, Wut, Hoffnung und Verzweiflung. Der charismatische Sänger Orpheus steigt aus der Sphäre der Halbgötter hinab in den Hades, um seine geliebte Eurydike ins Leben zurückzuholen. Seine Reise bleibt vergeblich, da er sich nicht beherrschen kann und nach Eurydike schaut, als sie ihm zurück in die Welt der Lebenden folgt. Damit verliert er sie für immer an die Welt der Toten. In seinem ersten musikdramatischen Werk, dem 1607 uraufgeführten Orfeo, mutet Monteverdi seinem Titelhelden bittere Qualen zu, doch Orpheus wächst an der Grausamkeit seines Schmerzes und verliert sich in seinem Leid, bis er am Ende zu einem tieferen Verständnis seiner selbst gelangt.
Nach Orpheus und der Schäferidylle Thrakiens wendet sich Monteverdi der Welt Homers zu und den Abenteuern des Odysseus nach dem Ende des Trojanischen Krieges. Il ritorno d’Ulisse in patria von 1640 basiert auf dem zweiten Teil der Odyssee und erzählt davon, wie Treue und Liebe letztlich über Betrug und Verrat siegen. Odysseus, König von Ithaka, kehrt nach zehnjähriger Irrfahrt nach Hause zurück, wo seine treue Gattin Penelope von drei aufdringlichen Freiern belagert wird, während ihre Berater sie drängen, wieder zu heiraten. Odysseus, dem die heillos zerstrittenen Götter wahlweise zur Seite stehen oder Hindernisse in den Weg legen, gelingt es schließlich, Penelope von seiner wahren Identität zu überzeugen, die Freier aus dem Palast zu jagen und sein Königreich zurückzugewinnen.
Monteverdis letzte Oper L’incoronazione di Poppea (1642) verherrlicht die körperliche Liebe und den Sieg des Ehrgeizes über Vernunft und Moral. Die Oper ist in einer Welt wechselnder Bündnisse angesiedelt – je nachdem, welches Liebesobjekt oder Karriereziel gerade verfolgt wird. Im Mittelpunkt der Handlung steht die Antiheldin Poppea und ihr skrupelloser Aufstieg von Neros Mätresse zu seiner rechtmäßigen Ehefrau. Es ist ein Werk harter Kontraste, in dem uns der bittere Spott zweier missmutiger Wachmänner dazu bringen will, Nero und Poppea zu verachten. Doch wenn die beiden Liebenden einen innigen Wechselgesang anstimmen und einander mit ihren melodischen Linien regelrecht umgarnen, erliegt wohl jeder Zuhörer dem unwiderstehlichen Zauber dieser Musik.
„Wir spielen die drei Opern als Zyklus, weil wir das Publikum auf eine Reise mitnehmen möchten – von der Schäferidylle zum höfisch-städtischen Leben, vom Mythos zur politischen Historie, von der Unschuld zur Korruption, von einem Mann, mit dem die Götter ihr Spiel treiben, über einen Helden, der sich nicht von seinen menschlichen Leidenschaften befreien kann, bis zum Doppelporträt eines wahnsinnigen Liebespaares, dessen Ehrgeiz und Lust völlig außer Kontrolle geraten ist. Wer trägt am Ende den Sieg davon? Vielleicht die Musik.“ (John Eliot Gardiner)

Aus dem Englischen von Eva Reisinger

SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Die Oper 2017

by FESTSPIELKIEBITZ  12:01 h;
veröffentlicht in: Oper

( 1 Dez 2016 ) Den Aufbruch in die neue Intendanz von Markus Hinterhäuser sollen im Opernprogramm 2017 fünf Neuinszenierungen, drei halbszenische Aufführungen und zwei konzertante Aufführungen signalisieren. Selbstverständlich wird Ariodante, die Oper der Salzburger Festspiele Pfingsten, auch im Sommer gezeigt. 

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Louise Bourgeois, FUGUE (10), 2003 · Suite of 19 screenprints and lithography on music paper, each: 30.5 x 40.6 cm , © The Easton Foundation/Bildrecht, Wien, 2016

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