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PROGRAMMDETAIL

Richard Strauss • Die Liebe der Danae

Heitere Mythologie in drei Akten op. 83 von Richard Strauss (1864–1949)
Libretto von Joseph Gregor (1888–1960) unter Benutzung eines Entwurfes von Hugo von Hofmannsthal (1874–1929)

Neuinszenierung

Mit deutschen und englischen Übertiteln

Programm drucken (PDF)

LEADING TEAM

Franz Welser-Möst, Musikalische Leitung
Alvis Hermanis, Regie und Bühne
Juozas Statkevičius, Kostüme
Gleb Filshtinsky, Licht
Ineta Sipunova, Videodesign
Alla Sigalova, Choreografie
Gudrun Hartmann, Regiemitarbeit
Uta Gruber-Ballehr, Bühnenbildmitarbeit
Ronny Dietrich, Dramaturgie
Ernst Raffelsberger, Choreinstudierung

BESETZUNG

Krassimira Stoyanova, Danae
Tomasz Konieczny, Jupiter
Norbert Ernst, Merkur
Wolfgang Ablinger-Sperrhacke, Pollux
Regine Hangler, Xanthe
Gerhard Siegel, Midas alias Chrysopher
Pavel Kolgatin, Andi Früh, Ryan Speedo Green, Jongmin Park, Vier Könige
Maria Celeng, Semele
Olga Bezsmertna, Europa
Michaela Selinger, Alkmene
Jennifer Johnston, Leda
Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
Wiener Philharmoniker

ZUR PRODUKTION

Eine „satirisch mythologische Oper“ hätte es werden sollen, als sich Richard Strauss nach Vollendung der gemeinsamen Oper Die Frau ohne Schatten an Hugo von Hofmannsthal mit dem Wunsch nach einem weiteren Opernstoff wandte. Dieser übersandte 1921einen Entwurf mit dem Titel Danae oder die Vernunftheirat, in dem er zwei antike Mythen miteinander verband, die ursprünglich nichts miteinander zu tun hatten. Zum einen jener vom Goldregen, in den sich Jupiter einst verwandelt hatte, um Danae zu verführen, zum anderen der vom sagenhaft reichen König Midas, dem sich alles, was er berührt, in Gold verwandelt. In den Augen Hofmannsthals führte dieser Stoff die „Linie Rosenkavalier, Ariadne-Vorspiel, Bürger als Edelmann weiter“ und verlangte „eine leichte, geistreiche Musik, wie nur Sie, und nur in Ihrer jetzigen Lebensphase, sie machen können. Das Sujet ist eine frühe mythische Antike, frech behandelt, in lukianischem Sinn als ,milesisches Märchen‘. Je französischer sie es auffassen, desto besser.“ 

Strauss zeigte sich zunächst sehr interessiert, doch aus nicht ersichtlichen Gründen geriet die Arbeit ins Stocken und der Komponist wandte sich anderen Plänen zu. Dass Hofmannsthals Entwurf nach dem Tod des Dichters im Jahre 1929 nicht der Vergessenheit anheimfiel, verdankt sich der Tatsache, dass er 1933 in der Zeitschrift Corona abgedruckt wurde. Willi Schuh, der Biograf von Strauss, wurde darauf aufmerksam und brachte ihn dem Komponisten wieder in Erinnerung. Die alte Begeisterung flammte bei diesem wieder auf und er bat seinen damaligen literarischen Mitarbeiter, Joseph Gregor, sich des Stoffes anzunehmen. In dem nun folgenden, von heftigen Auseinandersetzungen begleiteten Arbeitsprozess geriet der von Strauss zunächst wieder und wieder eingeforderte zarte, leicht ironische Singspielton des Hofmanntshal’schen Entwurfes immer mehr in den Hintergrund, doch schließlich rundete sich das von Strauss als „Heitere Mythologie“ bezeichnete Werk zu des Komponisten Zufriedenheit. Nach der einzigen Aufführung, die Strauss selbst noch erleben konnte, der legendären Generalprobe am 16. August 1944 bei den Salzburger Festspielen, bezeichnete er Die Liebe der Danae als „mein letztes Bekenntnis zu Griechenland und die endgültige Vereinigung der deutschen Musik mit der griechischen Seele“.

Kompositorisch bildet die vollendete Partitur gleichsam eine Rückschau auf Strauss’ Lebenswerk. Wie in einem Mosaik verbinden sich hier so unterschiedliche Facetten wie der in Guntram oder Elektra eingeschlagene historisch-mythologische Weg mit der mozartischen Leichtigkeit des Rosenkavalier zu einer neuen Einheit. Als „eine deutsche Belcanto-Oper, das Land der Griechen mit der Kehle suchend“ charakterisierte der Musikwissenschaftler Ernst Krause  treffend diese Symbiose. Auch Strauss selbst befand, dass er in „ungeminderter Schöpferkraft“ Töne gefunden hatte, die er den „besten Eingebungen in Rosenkavalier, Ariadne, Arabella an die Seite stellen“ könne. Mit Arabella vergleichbar ist auch die Ausgangssituation in dieser Oper, versucht doch der verarmte König Pollux seine Tochter Danae zwecks Konsolidierung seiner finanziellen Verhältnisse mit einem reichen Mann, Midas, zu verkuppeln, so wie es Graf Waldner mit Arabella in der gleichnamigen Oper vorhat. Hinter Midas verbirgt sich jedoch der in Danae verliebte Jupiter, der in dieser Verkleidung auf ein neues amouröses Abenteuer hofft. Midas selbst, ein armer Eseltreiber, dem der Gott als Gegenleistung dafür, dass er dessen Gestalt annehmen darf, die Gabe verliehen hat, alles, was er berührt, in Gold zu verwandeln, begleitet Jupiter als Bote. Als Werber vorausgeschickt, verläuft seine Begegnung mit Danae allerdings anders als geplant. Nicht nur er verliebt sich unsterblich in sie, auch Danae, die Jupiter zuvor mit einem Goldregen im Traum zu verblenden wusste, wird sich wahrer Gefühle bewusst. Doch als Midas Danae umarmt, wird die ihm von Jupiter verliehene Gabe wirksam: Danae erstarrt zur Goldstatue. Der erboste Gott stellt sie vor die Wahl, sich entweder ihm hinzugeben oder mit dem vom Goldzauber entbundenen Midas ein Leben in Armut zu führen. Danae entscheidet sich für Midas. In einer ärmlichen Hütte führt das Paar ein glückliches Leben, und bei einem letzten Versuch, Danae doch noch für sich zu gewinnen, muss Jupiter erkennen, dass die Macht des Goldes seinen Reiz für sie verloren hat. Mild resignierend segnet er das Paar und die menschliche Liebe.

Mit diesem melodisch sich verströmenden Abschied ist der denkbar größte Abstand zum kontrapunktisch nervösen Beginn der Oper erreicht: „Zu schön, um wahr zu sein“, befand ein Kritiker.

Ronny Dietrich

SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Franz Welser-Möst im Gespräch über „Die Liebe der Danae“ von Richard Strauss

29 MÄR2016

by FESTSPIELKIEBITZ  12:33 h;
veröffentlicht in: Oper

Franz Welser-Möst dirigiert in diesem Festspielsommer die Strauss-Oper Die Liebe der Danae, ein Werk, das eng mit der Geschichte der Salzburger Festspiele verbunden ist: 1944 wurden die Festspiele nach der Generalprobe abgesagt und erst im Jahre 1952 wurde das Werk uraufgeführt. Seitdem stand die Oper noch ein weiteres Mal – im Jahre 2002 – auf dem Spielplan. Nun wird die Oper neu inszeniert. Wieviel Heiterkeit in der Musik von Die Liebe der Danae steckt, welche Rolle Strauss in seinem Repertoire spielt und wie er mit den Sängern arbeitet, verrät Franz Welser-Möst in einem exklusiven Interview. Mit seinem Cleveland Orchestra wird er im Festspielsommer zwei Konzerte geben und neben Richard Strauss auch Thomas Adès und Béla Bartók dirigieren. Wir sprachen mit ihm über den Klang des Cleveland Orchestras und der Wiener Philharmoniker, über Salzburg, über Krassimira Stoyanova, Anja Harteros und die Geigerin Leila Josefowicz.

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Die Oper 2016

5 NOV2015

by FESTSPIELKIEBITZ  11:35 h;
veröffentlicht in: Oper

Drei Neuinszenierungen, zwei Wiederaufnahmen, eine Neueinstudierung, eine Übernahme von den Salzburger Pfingstfestspielen und drei konzertante Opern umfasst das Opernprogramm 2016. Eröffnet werden die Festspiele 2016 mit einer Uraufführung des britischen Komponisten Thomas Adès. The Exterminating Angel ist der Titel der Oper in zwei Akten, die nach Salzburg in London, Kopenhagen und 2018 in New York gezeigt werden wird.

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Motiv Die Liebe der Danae, © Robert Mertens

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