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PROGRAMMDETAIL

Wolfgang A. Mozart Le nozze di Figaro

Opera buffa in vier Akten KV 492 von Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Libretto von Lorenzo Da Ponte (1749–1838)
nach der Komödie La Folle Journée ou le Mariage de Figaro (1778) von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais

Wiederaufnahme

Mit deutschen und englischen Übertiteln

Dauer der Oper ca. 3 Stunden und 30 Minuten.

Programm drucken (PDF)

LEADING TEAM

Dan Ettinger, Musikalische Leitung
Sven-Eric Bechtolf, Regie
Alex Eales, Bühne
Mark Bouman, Kostüme
Friedrich Rom, Licht
Ronny Dietrich, Dramaturgie
Ernst Raffelsberger, Choreinstudierung

BESETZUNG

Luca Pisaroni, Il Conte Almaviva
Anett Fritsch, La Contessa Almaviva
Anna Prohaska, Susanna
Adam Plachetka, Figaro
Margarita Gritskova, Cherubino
Ann Murray (16., 19., 22.8.), Liliana Nikiteanu (25., 28., 30.8.), Marcellina
Carlos Chausson, Bartolo
Paul Schweinester, Basilio
Franz Supper, Don Curzio
Christina Gansch, Barbarina
Erik Anstine, Antonio

Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
Wiener Philharmoniker

ZUR PRODUKTION

Im Sommer 2015 hatte Le nozze di Figaro Premiere in Salzburg. Wieder einmal, müsste man fast sagen, denn der Figaro gehört zu den meistgespielten Opern in der Geschichte der Festspiele. Ich persönlich glaube, dass sich dies auch in den nächsten Jahrzehnten nicht ändern wird, denn selbst wenn man die uns selbstverständlich gewordene, seit über zweihundert Jahren ungebrochen andauernde Faszination des Werkes hintanstellt – schon im eigenen Leben wird man nie müde, den Figaro zu hören, zu sehen und zu hinterfragen und nie wird man mit seinen Interpretationsversuchen fertig.

Die Beziehung zwischen Werk und Interpreten gleicht allerdings der von Fliegen zur Fensterbank. Heute noch fürwitzige Eroberer liegen wir schon morgen rücklings auf derselben. Unser Problem ist es, die Spannung zwischen zwei widerstrebenden Anforderungen zu versöhnen: das den Vorstellungen seiner Schöpfer so weit als möglich genügende Verständnis des Werkes einerseits und die natürliche und sowohl unumgängliche wie unverzichtbare Subjektivität und Ermächtigung durch uns Nachschöpfende andererseits. Mit dieser Widersprüchlichkeit darf aber kein fauler Friede gemacht werden. Wer die Autonomie des Werkes zu Gunsten eigener Auslegungen opfert, muss gute Gründe haben.

Wenn wir das Amalgam der Bedingungen sichten, die zu einem Werk führen, die bewussten und unbewussten Einflüsse und Absichten ergründen, können wir nicht umhin, sie mit unseren eigenen Bedingtheiten, Meinungen und Absichten zu konfrontieren. In dieser Bewegung – hin zum Fremden und ins Eigene zurück – liegt eigentlich schon ein Gutteil dessen, was wir Verständnis heißen, was aber mit „Interpretation“ treffender ausgedrückt wäre. Notwendigerweise werden wir dann auch auf den Unterschied zwischen unserer eigenen Bewegtheit und der Faktizität des fremden Werkes aufmerksam.

Wir verhalten uns nämlich gegenüber denen, deren Hinterlassenschaft wir aufsuchen, um unsere Position zu bestimmen, wie Navigierende zum Sternenhimmel. Irrtum und Subjektivität liegen schon in dieser einfachen Absicht begründet.

Verfahren wir aber vorsätzlich umgekehrt, reißen wir den Künstler und sein Werk zu uns – hinauf oder herab spielt dabei keine Rolle – rauben wir ihm die Fähigkeit, Leuchtmarke und Navigationspunkt auf unserer ohnehin ziemlich verdüsterten Reise zu sein. Oder anders ausgedrückt: Gestehen wir einem Werk – wenigstens hypothetisch – Ewigkeitscharakter zu, werden wir von ihm interpretiert. Betrachten wir hingegen das fremde Werk lediglich als Material, würdigen wir es zu einem Instrument unserer Absichten herab. Es verliert sein durch die Zeiten zu erhaltendes Antlitz und glotzt uns nun mit unserem eigenen Allerweltsgesicht an.

Die Lebenden mögen sich gegen die unlauteren Zudringlichkeiten ihrer Interpreten wehren, die Toten können das nicht.

Zur Beschäftigung mit den Werken sind wir ja nicht durch uns, sondern nur durch sie selbst befähigt. Unseren Auftrag erfüllen wir dabei nicht für den jeweiligen Theaterdirektor, sondern für ein letztlich ideales, gewissermaßen abstraktes Auditorium, das sein Recht einfordert, sich mit Vergangenem ins Vernehmen zu setzen.

Das Vergangene macht aber auch sein Recht nach Gegenwärtigkeit geltend.

Die schöpferischen Künstler haben, so stelle ich mir vor, ein ewiges „uns“ gemeint, als sie selber noch „wir“ waren. Ein ernster Auftrag liegt daher im Bewahren und Weitergeben und im Erneuern und Verlebendigen für eine gewandelte Zeit.

Wer wir sind, sagen uns auch die, die waren.

Diesen Gedanken verpflichtet, habe ich mich gemeinsam mit den Sängern und Sängerinnen dem Figaro genähert. Wir haben die Figuren sorgfältig befragt, haben das Knäuel der Intrigen zu entwirren und redlich und ernsthaft zu ergründen versucht, was das Stück erzählen will.

Diese Ernsthaftigkeit, die nichts der Komik oder des Effekts wegen unternahm, hat dazu geführt, dass wir am Ende der Proben eine aberwitzige Komödie auf die Bühne gebracht hatten. Die Genre-Bezeichnung lautet nicht zu Unrecht Opera buffa. Zugleich aber waren die Ambivalenzen und Implikationen politischer und psychologischer Natur deutlich herauszulesen. So herzlich, wie man es selten erlebt, hat das Publikum unsere Bemühung angenommen und wir selber, das gesamte Figaro-Ensemble, waren selten an einer so beglückenden Arbeit beteiligt. Wir hoffen, dass uns und Ihnen dieses Glück auch im kommenden Sommer wieder zuteil wird.

Sven-Eric Becholf

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Motiv Le nozze di Figaro, © Robert Mertens

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