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PROGRAMMDETAIL

Zyklus Gustav Mahler • Mahler II

PROGRAMM

GUSTAV MAHLER • Symphonie Nr. 2 c-Moll (1894)

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INTERPRETEN

Mariss Jansons, Dirigent
Genia Kühmeier, Sopran
Anna Larsson, Alt
Chor des Bayerischen Rundfunks
Peter Dijkstra, Choreinstudierung
WDR Rundfunkchor
Nicholas Kok, Choreinstudierung
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

Ohne Titel, © Eva Schlegel

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EDITORIAL 2013

Das Konzert 2013

von Alexander Pereira und Florian Wiegand

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Gustav Mahler
Die neun Symphonien

„Symphonie heißt mir eben: mit allen Mitteln der vorhandenen Technik eine Welt aufbauen.“ Der anlässlich seiner Dritten geäußerte, vielzitierte Satz darf als Motto über Gustav Mahlers ganzem Schaffen stehen. Seine Welt, das ist die längst hoffnungslos disparat gewordene Donaumonarchie in all ihrer Vielfalt und mit allen Widersprüchen und Gegensätzen – und das bedingt auch die für Mahler typischen stilistischen Querstände, extremen Kontraste und verblüffenden Gleichzeitigkeiten: Nicht nur Naturlaut und Volkslied, sondern auch Militärmarsch, Blasmusikfanfare und Tanzmusik finden Eingang in den bürgerlichen Konzertsaal und stehen gleichrangig neben der hehren, altehrwürdigen Kunst – wofür ein Kritiker dem Komponisten einmal gleich ein paar Jahre Gefängnis aufbrummen wollte. Dieser Zugang war zu kühn und neu, als dass er unwidersprochen geblieben wäre oder auf breites spontanes Verständnis hätte stoßen können. Dass Märsche in den Tod führen wie im Finale der Sechsten oder überhaupt ein zunächst gemessenes, dann wie irrwitzig explodierendes Kondukt begleiten wie etwa im Stirnsatz der Fünften, dass in gespenstischen Walzern immer wieder der Tod seine Fidel streicht, dass Polkas Verzweiflung übertünchen oder speziell Klezmer-Klänge unter Tränen lachen können, das alles hat „er als erster von allen und in dieser Weise nur er allein“ (H. H. Eggebrecht) in Tönen verwirklicht. Was wir hören, ist vielfach gespiegelt: Musik über Musik. Weist Mahlers Schaffen schon dadurch stets über den Abbildcharakter einer bloß anhäufenden Bestandsaufnahme heraus, formuliert sie dennoch auch eine Utopie, die er als „Sehnen über die Dinge dieser Welt hinaus“ benannt hat und die ihn dazu bringt, in seine Musik im doppelten Sinne einzugreifen – etwa im berühmten „Durchbruch“ der Ersten. „Ich sage Dir, mir ist manchmal selbst unheimlich zu Mute bei manchen Stellen, und es kommt mir vor, als ob ich das gar nicht gemacht hätte. Man ist sozusagen selbst nur ein Instrument, auf dem das Universum spielt.“

Walter Weidringer