EN
DE

PROGRAMMDETAIL

Wiener Philharmoniker • Daniel Harding

PROGRAMM

PETER EÖTVÖS • HALLELUJA – Oratorium balbulum (2015)
4 Fragmente
für Mezzosopran, Tenor, Sprecher, Chor und Orchester
Original ungarischer Text von Péter Esterházy
Deutsche Übersetzung: György Buda
Uraufführung, Auftragswerk der Salzburger Festspiele gemeinsam mit Wiener Konzerthaus/Wien Modern, Tonhalle-Gesellschaft Zürich, Müpa Budapest – Palast der Künste, WDR und ACHT BRÜCKEN | Musik für Köln sowie Sydney Symphony Orchestra

JOHANNES BRAHMS • Variationen über ein Thema von Joseph Haydn B-Dur op. 56a

GUSTAV MAHLER • Adagio aus der Symphonie Nr. 10 Fis-Dur

INFORMATION

Ende des Konzerts ca. 22:10 Uhr.

Programm drucken (PDF)

Motiv Wiener Philharmoniker, © Robert Mertens

TERMIN WÄHLEN

Großes Festspielhaus (Saalplan mit Preiskategorien anzeigen)

LOGIN | PASSWORT VERGESSEN

Die Philharmoniker preisen heißt Geigen nach Wien tragen“, schwärmte Richard Strauss 1942, als die Wiener Philharmoniker ihren 100. Geburtstag feiern konnten. Und er musste es wissen, stand er doch in den Jahren von 1906 bis 1944 an die hundert Mal am Pult dieses Orchesters, das sich im vergangenen Sommer mit Werken präsentierte, die eng mit seiner Geschichte verknüpft sind. In Fortführung dieser Idee gelangen auch heuer hauptsächlich Werke zur Wiedergabe, die von den Wiener Philharmonikern einst uraufgeführt wurden, in vier Fällen sogar unter Leitung der Komponisten. Im ersten Konzert sind dies die Variationen über ein Thema von Joseph Haydn, die Johannes Brahms persönlich am 2. November 1873 aus der Taufe hob. Genau eine Woche zuvor stand Anton Bruckner zum ersten – und auch zum einzigen Mal – am Pult der Wiener Philharmoniker, um die Uraufführung seiner 2. Symphonie zu dirigieren. Die Aufnahme, so berichtete damals die Neue Freie Presse, war „eine geradezu enthusiastische“, und Bruckner wollte das Werk aus Dankbarkeit dem Orchester widmen – ein Vorhaben, das letztlich nicht zustande kam.

Gustav Mahler, der u. a. auch Bruckners 6. Symphonie mit den Philharmonikern uraufführte, stand am 29. Januar 1905 bei seinen Kindertotenliedern persönlich am Pult, und Richard Strauss dirigierte seine Orchestersuite Der Bürger als Edelmann 1920 als Benefizkonzert für die ersten Salzburger Festspiele. Das Ende der gemeinsamen Zeit von Richard Strauss und den Salzburger Festspielen markierte der 16. August 1944, an dem statt der geplanten Uraufführung der Oper Die Liebe der Danae nur noch die berühmt gewordene Generalprobe stattfand, bevor die Festspiele kriegsbedingt abgesagt wurden. Die Neuinszenierung dieser Oper ebenso wie die konzertante Aufführung von Il templario aus der Feder Otto Nicolais, also jenes Mannes, dem die Gründung der Wiener Philharmoniker überhaupt zu verdanken ist, erweitern in diesem Festspielsommer das Porträt dieses Orchesters, von dem Strauss – um ihn nochmals zu zitieren – meinte: „Nur wer die Wiener Philharmoniker dirigiert hat, weiß, was sie – sind! Doch das bleibt unser eigenstes Geheimniß!“ Ein Geheimnis, in dessen Genuss heuer in diesem Zyklus auch Daniel Harding, Franz Welser-Möst, Zubin Mehta, Riccardo Muti, Mariss Jansons und Andrés Orozco-Estrada kommen werden.

Ronny Dietrich

In memoriam Péter Esterházy

Eine Aufzeichnung dieses Konzerts wird vom ORF am 5. August, um 19:30 Uhr im Programm Ö1 gesendet.