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Vortex Temporum · Anne Teresa De Keersmaeker · Rosas & Ictus

PROGRAMM

GÉRARD GRISEY Vortex Temporum für Klavier und fünf Instrumente

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INTERPRETEN

Anne Teresa De Keersmaeker, Choreografie
Boštjan Antončič, Kreation und Tanz
Carlos Garbin, Kreation und Tanz
Marie Goudot, Kreation und Tanz
Cynthia Loemij, Kreation und Tanz
Julien Monty, Kreation und Tanz
Michael Pomero, Kreation und Tanz
Igor Shyshko, Kreation und Tanz
Ictus Ensemble
Georges-Elie Octors, Dirigent

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Preise
€ 38,00

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Tempus ex machina, Le Temps et l’écume, Vortex temporum: Merkwürdig und bezeichnend zugleich, wie oft Gérard Grisey das Phänomen Zeit in seinen Werktiteln genannt hat. Als sich 1973 unter den Studenten von Olivier Messiaen und mit Grisey als führendem Kopf die Gruppe L’Itinéraire formierte, war es der Klang selbst, der diesen jungen Komponisten die wörtliche Reiseroute vorgab: Sie erkoren seine wissenschaftlich analysierten Phänomene zur Grundlage einer neuen Musique spectrale von schillernder Sinnlichkeit, die Gedanken an einen modernen Impressionismus aufkommen lässt. Gerade die Zeit spielt dabei immer wieder eine entscheidende Rolle, wenn etwa in Sekundenbruchteilen vor sich gehende akustische Ereignisse nach dem Willen des Komponisten in extremer Dehnung musikalisch nachgebaut, verändert und überlagert werden, ja sich zu einer Art Superklang neu zusammenfügen.
Zeit mit Grisey ermöglicht dem Publikum, nicht nur erfüllte Stunden mit seiner Musik zu verbringen, sondern vielleicht auch, die Zeit an sich anders zu erfahren. Wie von selbst öffnen sich überraschende klingende Räume – zum Finale etwa im abendfüllenden, prächtigen Zyklus Les Espaces acoustiques, der sich vom Solostück für Viola bis zum großen Orchesterwerk mit konzertierenden Hörnern ausweitet. Zuvor aber verknüpfen die Programme Griseys Schaffen mit Werken von Freunden, Zeitgenossen und verwandten Geistern. Manchen von ihnen war nicht viel Zeit vergönnt: Der 34-jährige Kanadier Claude Vivier wurde 1983 in Paris ermordet; Grisey starb dort 1998 im Alter von nur 52 Jahren. In seinem bewegenden letzten Werk, den Quatre Chants pour franchir le seuil, hatte er sich mit dem Überschreiten der Schwelle des Todes auseinandergesetzt. Die Uraufführung erlebte er nicht mehr.

Walter Weidringer

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