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PROGRAMMDETAIL

Salzburg contemporary • Cerha und Kurtág • Mark Simpson – Antoine Tamestit – Pierre-Laurent Aimard

PROGRAMM

MARK SIMPSON Hommage à Kurtág für Klarinette, Viola und Klavier (2016)
Österreichische Erstaufführung
Auftragswerk der Salzburger Festspiele und des Edinburgh International Festival

ROBERT SCHUMANN Aus: Märchenbilder für Viola und Klavier op. 113
Nr. 3: Rasch

GYÖRGY KURTÁG Aus: Jelek, játékok és üzenetek vonósokra (Zeichen, Spiele und Botschaften für Streicher)
Jelek II für Viola solo (1961, rev. 1992, 2005)
Jelek I für Viola solo (1961, rev. 1992, 2005)

GYÖRGY KURTÁG Aus: Játékok (Spiele) für Klavier solo
... couple égyptien en route vers l’inconnu... à Menahem Pressler 90 (2013)
... couple égyptien en route vers l’inconnu... – Double – à Valerie Hanuk (2014)

GYÖRGY KURTÁG Aus: Jelek, játékok és pzenetek vonósokra
... eine Blume für Tabea ... für Viola solo (2000)

GYÖRGY KURTÁG Aus: Játékok (Spiele) für Klavier solo
Dialogue Varga Bálint 70 (2011)

GYÖRGY KURTÁG Aus: Jelek, játékok és pzenetek vonósokra
Perpetuum mobile für Viola solo (1987, rev. 1991) für Ágnes Vadas
In Nomine – all’ongherese für Viola solo (2001, rev. 2004)

GYÖRGY KURTÁG Aus: Játékok (Spiele) für Klavier solo
... une feuille d’esquisse pour Tünde Szitha... (2012)

ROBERT SCHUMANN Bunte Blätter op. 99 für Klavier
Albumblatt IV: Sehr langsam

GYÖRGY KURTÁG Aus: Jelek, játékok és pzenetek vonósokra
Kromatikus feleselős für Viola solo (1987, rev. 1991, 1994)

GYÖRGY KURTÁG Aus: Játékok (Spiele) für Klavier solo
Passio sine nomine (2015)

ROBERT SCHUMANN Aus: Märchenbilder für Viola und Klavier op. 113
Nr. 4: Langsam, mit melancholischem Ausdruck

MARCO STROPPA Hommage à Gy. K. für Klarinette, Viola und Klavier (1997–2003, rev. 2007, 2013)

GYÖRGY KURTÁG Hommage à R. Sch. für Klarinette (auch große Trommel), Viola und Klavier op. 15d (1990)

ROBERT SCHUMANN Märchenerzählungen für Klarinette, Viola und Klavier op. 132 

INFORMATION

Ende des Konzerts ca. 21:35 Uhr.

Programm drucken (PDF)

INTERPRETEN

Mark Simpson, Klarinette
Antoine Tamestit, Viola
Pierre-Laurent Aimard, Klavier

SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Vier Uraufführungen bei den Salzburger Festspielen 2016

by FESTSPIELKIEBITZ  13:47 h;
veröffentlicht in: Oper, Konzert, Allgemein

( 22 Feb 2016 )  Die Salzburger Festspiele sind seit jeher ein bedeutender Initiator für neue Werke. Im kommenden Festspielsommer können Sie sich auf vier Uraufführungen freuen: Werke von Thomas Adès, Peter Eötvös, Friedrich Cerha sowie Mark Simpson werden zum ersten Mal erklingen.

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Motiv Salzburg contemporary, © Robert Mertens

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Sie kamen im Abstand von nur zwei Tagen zur Welt, gut 500 Kilometer liegen zwischen ihren Geburtsorten, der kreative Drang nach neuen Klängen hat sie verbunden – doch nichts trennte sie so lang und so einschneidend wie der Eiserne Vorhang. Den Österreicher Cerha, der um 1960 maßgeblich an der Befreiung der Musik vom Serialismus beteiligt war, fesselt sein ganzes Leben hindurch das Verhältnis der Stimme eines Einzelnen zur Macht des Kollektivs: Allein bei diesem Thema reicht die Palette seines Schaffens von erlesen-expressiver Kammermusik bis hin zu Opern wie Baal (uraufgeführt bei den Salzburger Festspielen 1981), dem Riesen von Steinfeld oder der Komplettierung von Bergs Lulu. Diese Faszination wurzelt wohl in Cerhas Biografie, im Erlebnis der Kriegsjahre, der Einberufung zur Wehrmacht 1944, seiner Desertion und dem Rückzug in die Tiroler Berge. Dem Ungarn Kurtág, offiziell im rumänischen Lugoj geboren, de facto aber in der Vielvölkerregion des Banats, ist nach dem ungarischen Volksaufstand 1956 mit seiner Familie die Flucht nach Österreich knapp nicht gelungen. Vergleichsweise abgeschnitten, musste er, nach einer schweren persönlichen und künstlerischen Krise, eine Befreiung zunächst in seinem Komponieren finden. Erst 1981, dem Jahr von Cerhas Baal, markierte eine Aufführung seiner Botschaften des verstorbenen Fräulein R. V. Troussova unter Boulez in Paris Kurtágs internationalen Durchbruch: mit einer Musik, die bei aller Kürze gespickt ist mit Gesten, Bildern – und einer Emotion, die auch Cerhas Werk durchpulst.
Zu den Höhepunkten des Doppelporträts zählen die Uraufführung von Eine blassblaue Vision, die Konkretisierung von „klanglichen Obsessionen“, die durch Friedrich Cerhas unvermindert rege Fantasie geistern, sowie die nur mit Sopran und Violine besetzten Kafka-Fragmente von György Kurtág, eine Kette aus vier ungleichen Teilen mit insgesamt vierzig ganz individuellen Gliedern, die von wenigen Augenblicken bis zu vergleichsweise beinah romanhaft wirkenden sechs, sieben Minuten währen: klingende Sekundendramen und musikalische Schnappschüsse, zu einem schillernden Mosaik der Seelenzustände vereint.

Walter Weidringer

Eine Aufzeichnung dieses Konzerts wird vom ORF am 28. August , um 19:30 im Programm Ö1 übertragen.

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