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1951

27. Juli bis 31. August

Ein politischer Skandal erschüttert die Festspiele: Gottfried von Einem hatte den Dramatiker Bertolt Brecht beauftragt, unter dem Titel Totentanz ein neues Stück für die Salzburger Festspiele zu schreiben, das den Jedermann ablösen sollte. Brecht, der aus dem amerikanischen Exil zurückgekehrt war, erkannte in Salzburg eine neue Perspektive für sein Wirken und beantragte sogar die österreichische Staatsbürgerschaft, die er 1950 erhielt. In den Monaten danach aber intensivierte sich sein Kontakt mit den Kulturverantwortlichen der DDR, die ihm ihrerseits ein eigenes Theater anboten, und Brecht nahm seinen Wohnsitz in Ostberlin... Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges fassen die Salzburger diese Entscheidung als eine Art Hochverrat auf; Brecht verzichtet auf Salzburger Amt und Würden, und Gottfried von Einem, der Brecht bis zuletzt unterstützt, wird am 31. Oktober aus dem Festspieldirektorium ausgeschlossen.
Hohe Wellen schlägt auch die Erstaufführung von Alban Bergs Wozzeck, die Karl Böhm leitet: Die Moderne ist endgültig in Salzburg angekommen. Mit einer Neuproduktion von Mozarts Idomeneo debütiert Georg Solti bei den Festspielen, und auch Gustaf Gründgens gibt seinen Einstand: als Regisseur von Shakespeares Wie es euch gefällt.

1951: Probe mit Gustaf Gründgens zu Shakespeares Wie es euch gefällt.

Neuinszenierung
William Shakespeare
Wie es euch gefällt
Regie: Gustaf Gründgens
Bühne: Wilhelm Reinking
Landestheater

Neuinszenierung
Heinrich von Kleist
Der zerbrochne Krug
Regie: Berthold Viertel
Bühne: Rochus Gliese
Landestheater

Neuinszenierung
Wolfgang Amadeus Mozart
Idomeneo
Dirigent: Georg Solti
Regie: Josef Gielen
Bühne und Kostüme: Caspar Neher
Felsenreitschule

Neuinszenierung
Giuseppe Verdi
Otello
Dirigent: Wilhelm Furtwängler
Regie: Herbert Graf
Bühne: Stefan Hlawa
Kostüme: Eva Pohl
Festspielhaus

Neuinszenierung
Alban Berg
Wozzeck
Dirigent: Karl Böhm
Regie: Oscar Fritz Schuh
Bühne und Kostüme: Caspar Neher
Festspielhaus

Wiederaufnahmen: Jedermann, Die Zauberflöte

8 Orchesterkonzerte, 4 Serenaden, 3 Matineen, 5 Kammerkonzerte, 3 Solistenkonzerte, 2 Chorkonzerte, 1 Kirchenkonzert, 5 Konzerte geistlicher Musik

Details zu den einzelnen Jahren:

1945, 1946, 1947, 1948, 1949, 1950, 1951, 1952, 1953, 1954, 1955, 1956, 1957, 1958, 1959,