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PROGRAMMDETAIL

Salzburg contemporary • Islam • œnm

PROGRAMM

SAMIR ODEH-TAMIMI • Cihangir für Ensemble (2008)

AMR OKBA • Rhadopis, symphonisches Gedicht für Ensemble (Uraufführung, Auftragswerk der Salzburger Festspiele)

ZEYNEP GEDIZLIOGLU • Kesik (2010)

HOSSAM MAHMOUD • Tarab 5 für Orgel, Streichquartett und Bläser
(Uraufführung)

MARK ANDRE • üg für Ensemble und Elektronik (2008)

INFORMATION

Ende des Konzerts ca. 22:15 Uhr. 

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INTERPRETEN

Titus Engel, Dirigent
EXPERIMENTALSTUDIO des SWR
œnm . österreichisches ensemble für neue musik
Pier Damiano Peretti, Orgel

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Kollegienkirche

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Im Zentrum der drei Konzerte steht der um 858 geborene Sufi-Meister und Märtyrer Mansur Al-Hallağ, der mit seinen radikalen Ansichten zum Thema Glauben einerseits eine ungeheuer große Anhängerschar im iranischen und irakischen Volk gefunden hatte; bis zu 4.000 Menschen versammelten sich, um seine Predigten zu hören. Andererseits sah er sich unter den Mächtigen und orthodoxen Muslimen erbitterten Feinden gegenüber, die ihn der Ketzerei bezichtigten und für Jahre im Gefängnis schmachten ließen, um ihn schließlich 922 brutal hinzurichten. Al-Hallağ predigte Liebe, die allein zur Freiheit führen könne, und er war überzeugt von der Möglichkeit der Einswerdung eines jeden mit Gott. Bis zu seinem grausamen Ende, das er der Überlieferung nach lächelnd hinnahm, verkündete er: „Ich bin die Wahrheit.“
Seine letzten von seinen Anhängern überlieferten Worte liegen Hossam Mahmouds Komposition Seelenfäden zugrunde. Der 1965 in Kairo geborene Komponist, der sich seit Jahren für den Dialog der Kulturen einsetzt, erzählt darin eine islamische Geschichte, die Einblick gibt in diese Welt und gemeinsam vorgetragen wird von Sufi-Musikern und -Sängern, dem Salzburger Bachchor und dem oesterreichischen ensemble für neue musik.
Auch der palästinensisch-israelische Komponist Samir Odeh-Tamimi, Jahrgang 1970, der sich seit mehreren Jahren intensiv mit Koranrezitation und im Islam verwurzelten Ritualen beschäftigt, zeigt sich von Al-Hallağ fasziniert: „Er gehört zu den wichtigsten Philosophen und Dichtern der islamischen Mystik, seine Texte und Gedichte haben bis heute Einfluss. In meinem Werk für die Salzburger Festspiele setze ich mich nicht nur mit seinen Gedichten auseinander, sondern auch mit seiner Persönlichkeit. Die Besetzung (großer Chor, 4 Blechbläser, 2 Schlagzeuger) erlaubt es mir, Sänger und Musiker in verschiedene Gruppen einzuteilen und im Raum zu verteilen – eine Anlehnung an die traditionellen Sufi-Rituale, bei denen sich die Betenden langsam im Kreis bewegen und dabei bestimmte Rhythmen auf verschiedenen Schlaginstrumenten spielen. In meinem neuen Werk werden sich jedoch nicht die Sänger, sondern der Klang selbst im Raum bewegen, ausgehend von den besonderen Gegebenheiten der Salzburger Kollegienkirche.“
Die dritte Uraufführung im Rahmen dieses Schwerpunktes stammt von dem ägyptischen, heute in Wien und Kairo lebenden Komponisten Amr Okba. Auch er, 1972 geboren, schöpft seine Inspiration aus seinen musikalischen Wurzeln. Seinem für Salzburg komponierten symphonischen Gedicht Rhadopis liegt der im alten Ägypten spielende Roman Radubis des Nobelpreisträgers Naguib Mahfouz zugrunde. Dieser handelt – so der Komponist – „von der Verantwortung und Loyalität der Herrschenden gegenüber ihren Untertanen und davon, wie Religion und Glaube zu politischen Zwecken missbraucht werden können – in diesem Fall von den Priestern“. 

Ronny Dietrich

EDITORIAL 2014

Das Konzert 2014

von Alexander Pereira und Florian Wiegand

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Eine Aufzeichnung dieses Konzertes wird vom ORF Hörfunk am Montag, 04. August um 23.03 Uhr im Programm Ö1 gesendet.

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