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PROGRAMMDETAIL

Salzburg contemporary • Dalbavie • Gringolts Quartett & Friends

PROGRAMM

MAURICE RAVEL • Streichquartett F-Dur

MARC-ANDRÉ DALBAVIE • Quatuor à cordes (2012)

RICHARD STRAUSS • Metamorphosen, Fassung für Septett

Programm drucken (PDF)

INTERPRETEN

Jonathan Brown, Viola
David Geringas, Violoncello
Dariusz Mizera, Kontrabass
Gringolts Quartett
Ilya Gringolts, Violine
Anahit Kurtikyan, Violine
Silvia Simionescu, Viola
Claudius Herrmann, Violoncello

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Ein Schwerpunkt der Reihe Salzburg contemporary ist dem französischen Komponisten Marc-André Dalbavie gewidmet, dessen Oper Charlotte Salomon heuer in der Felsenreitschule uraufgeführt wird. Dalbavie, 1961 in Neuilly-sur-Seine geboren, begann seinen Weg im Umkreis der „Musique spectrale“. Die auch als „Spektralismus“ bekannte Bewegung ließ ab den 1970-er Jahren die Ansätze der Seriellen Musik hinter sich, indem sie sich dem Einzelton zuwandte und dessen Klangspektrum analysierte. Für Dalbavie, zu dessen Lehrern Tristan Murail gehört (im Konzert des Klangforum Wien mit Winter Fragments, 2002, präsent), ist ein kompositorisches Denken typisch, das er selbst als „Morphing“ bezeichnet: Musikalische Gegenstände, seien es eine Skala, ein Akkord, eine Klangfläche, eine rhythmische oder melodische Figur, entwickeln sich auseinander oder gehen ineinander über, überlagern sich und ergeben so immer wieder etwas Neues.

Wie Strawinsky, der sich 1922 mit seinem Oktett dezidiert der Musik früherer Jahrhunderte zuwandte und damit die als „Neoklassizismus“ bezeichnete Phase seines Schaffens einleitete, bezieht sich auch Marc-André Dalbavie immer wieder auf vergangene Epochen. Sein Stück Melodia (2008) für gemischtes Ensemble basiert auf Klanggesten aus der Gregorianik. In Palimpseste (2002) überschreibt er ein Madrigal von Carlo Gesualdo, das auf vielfältige Weise durchschimmert, Dalbavies Musik affiziert und von dieser affiziert und transformiert wird. Dalbavie hat sich mit den traditionellen Gattungen auseinandergesetzt, etwa im Quatuor à cordes, seinem 2012 entstandenen Streichquartett, das vom Gringolts Quartett aufgeführt wird. Im Laufe der Jahre sind zahlreiche Instrumental-Konzerte entstanden, u.a. für Violine und Klavier, sowie Antiphonie, ein Doppelkonzert für Klarinette, Bassetthorn und Orchester. 2006 entstand das Flötenkonzert (2007 revidiert), dessen reduzierte Instrumentierung die Orchesterbesetzung der Mozartzeit aufgreift; es wird vom Mozarteumorchester aufgeführt. Daneben gibt es Konzerte für Orchester wie Color (2001), Ciaccona (2002) und Concertate il suono (2007).

Dalbavie interessiert sich immer schon für die menschliche Stimme. 2008 schrieb er Sonnets de Louise Labé, eine Vertonung von Gedichten der französischen Lyrikerin aus dem 16. Jahrhundert; Philippe Jaroussky, dem der Zyklus gewidmet ist, interpretiert das Werk beim Konzert des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien. Viele Seiten im Schaffen Marc-André Dalbavies sind in Salzburg zu erleben; gute Durchhörbarkeit, prägnante Klangwirkungen, die mitunter einen rauschhaften Sog entwickeln, und sein unverwechselbarer Personalstil haben ihn zu einem der meistgespielten zeitgenössischen Komponisten gemacht. 

Konrad Kuhn

EDITORIAL 2014

Das Konzert 2014

von Alexander Pereira und Florian Wiegand

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