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PROGRAMMDETAIL

Kammerkonzert • Simón Bolívar String Quartet

PROGRAMM

ALBERTO GINASTERA • Streichquartett Nr. 1 op. 20

HARRISON BIRTWISTLE / JOHANN SEBASTIAN BACH • Three Fugues from The Art of Fugue – Contrapunctus VII, Contrapunctus XII, Contrapunctus XVII (2008)

MAURICE RAVEL • Streichquartett F-Dur

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INTERPRETEN

Simón Bolívar String Quartet
Alejandro Carreño, 1. Violine
Boris Suárez, 2. Violine
Ismel Campos, Viola
Aimon Mata, Violoncello

ZUR PRODUKTION

Vier Stimmführer – ein Quartett. Schon seit Jahren spielen Alejandro Carreño, Boris Suárez, Ismel Campos und Aimon Mata gemeinsam im Simón Bolívar Symphony Orchestra, im Jahr 2010 gingen die vier Venezolaner erstmals als Kammerensemble auf Konzertreise. In Großbritannien, Kanada, den USA, Japan und natürlich vielen lateinamerikanischen Ländern waren sie schon zu Gast, in dieser Saison besuchen sie nicht nur die Salzburger Festspiele, sondern auch die Berliner Philharmonie, das Auditorio Nacional in Madrid und den Palau de la Música in Barcelona. Im Frühjahr 2013 erschien bei der Deutschen Grammophon ihr erstes Album, darauf auch das teuflisch schwere 1. Streichquartett des Argentiniers Alberto Ginastera, mit dem das Quartett sein Konzert in Salzburg beginnt.

Ohne Titel, © Eva Schlegel

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EDITORIAL 2013

Das Konzert 2013

von Alexander Pereira und Florian Wiegand

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Kammerkonzerte

Olivier Messiaens Visions de l’Amen, eine religiöse Meditation aus dem Jahre 1943, deren emotionale Intensität geradezu überwältigend ist, eröffnet den Kammermusikzyklus und bildet den Auftakt zur Auseinandersetzung mit dem kammermusikalischen Schaffen Harrison Birtwistles, denn Messiaen und seiner Turangalîla-Symphonie ist es zu verdanken, dass sich der ehemalige Klarinettist dem Komponieren zuwandte. Strawinsky, Varèse und Messiaen dürfen neben Konstruktionsprinzipien von mittelalterlicher und Renaissance-Musik als seine Haupteinflüsse gelten, ohne dass dies der Musik anzuhören wäre. Birtwistle, dessen Name, wie er selbst gern betont, ins Deutsche übersetzt eine seltsame Nähe zum Begriff „Vogelpfeife“ hat, ist immer von der Körperlichkeit der Klänge besonders berührt worden, was insbesondere in seinem kammermusikalischen Schaffen zum Ausdruck kommt. Das früheste der in unserem Zyklus zu hörenden Werke ist 5 Distances for 5 Instruments von 1992, das seine Beschäftigung mit Stockhausens Zeitmaße widerspiegelt. Das Ensemble WienBerlin kombiniert es mit Ligetis Sechs Bagatellen für Bläserquintett sowie der Uraufführung eines Auftragswerkes der Salzburger Festspiele an Toshio Hosokawa und umgibt sein Programm mit einem spätromantischen Rahmen.
Romantisch ausgerichtet ist auch der Abend der Brüder Capuçons & Friends, die Birtwistles Klaviertrio von 2010 und Bourdon von 2009 mit zwei Klavierquartetten von Fauré und Brahms kontrastieren. Die Bearbeitung dreier Fugen aus Bachs Kunst der Fuge durch den 1934 geborenen englischen Komponisten findet im Konzert des Simón Bolívar String Quartet eine aparte Umrahmung durch das erste Streichquartett des Argentiniers Alberto Ginastera einerseits und Maurice Ravels einzigem Streichquartett andererseits, in das dieser rhapsodische Elemente sowie baskische Tanzrhythmik mit einfließen ließ.