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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Das waren die Salzburger Festspiele Pfingsten 2017

5 JUN 2017

by FESTSPIELKIEBITZ  15:00 h;
veröffentlicht in: Pfingsten

Markus Hinterhäuser, Cecilia Bartoli, Helga Rabl-Stadler © SF / Borrelli
„Es ist immer wieder faszinierend wie es Cecilia Bartoli gelingt kraft ihres persönlichen Einsatzes, ihrer Phantasie und ihrer großen Musikalität das Publikum in ihren Bann zu ziehen“, resümierte Markus Hinterhäuser nach einem besonderen Pfingstwochenende.

Es waren die sechsten Pfingstfestspiele, die Cecilia Bartoli künstlerisch leitete. Unter dem Motto „Wonne der Wehmut“ wurden zwischen 2. und 5. Juni 2017 acht Veranstaltungen aufgeführt – darunter Konzerte, Oper, Ballett und ein Charity Lunch.

„Dass meine Ideen für die Pfingsttage auch dieses Jahr auf so großes Interesse stießen, rührt mich und ist mir sogleich Ansporn, in den nächsten Jahren noch interessantere Themen und Konstellationen mit Künstlerfreunden aus aller Welt zu kombinieren und aufführen zu dürfen. Das nächstjährige Füllhorn mit Musik von Rossini, Wagner, Tschaikowski, Grieg und anderen ist bereitet. Und eines kann ich schon jetzt versprechen, Isabella in Rossinis L‘Italiana in Algeri wird sich wieder ohne Bart auf die Suche nach ihrem verloren geglaubten Liebhaber machen...", sagt Cecilia Bartoli, die Künstlerische Leiterin der Salzburger Festspiele Pfingsten.

Rund 12.400 Besucher aus 42 Nationen sind zu den Pfingstfestspielen 2017 nach Salzburg gekommen. Dies ist ein Besucherplus von über 8% gegenüber dem Vorjahr. Nach Österreich, Deutschland, Schweiz und Frankreich ist Russland in diesem Jahre erstmals die fünftstärkste Nation zu Pfingsten. Unter der künstlerischen Leitung von Cecilia Bartoli  ist das Interesse von Gästen aus Überseenationen zu Pfingsten ungebrochen. In diesem Jahr konnten die Salzburger Festspiele in diesen 4 Tagen Besucher aus Australien, Neuseeland, Südafrika, Singapur, Südkorea, Japan, Thailand, Kanada und den USA begrüßen. Zum ersten Mal zu Pfingsten kamen auch Gäste aus dem Oman nach Salzburg. Die Gesamtauslastung liegt bei 94 Prozent.

Im Pressebüro waren 85 Journalisten aus 14 Ländern weltweit für die diesjährigen Salzburger Festspiele Pfingsten akkreditiert.

Geradezu triumphaler Auftakt und begeistert applaudierter Abschluss der diesjährigen Pfingstfestspiele war die Oper Ariodante, mit einem mitreißenden Sängerensemble: neben Cecilia Bartoli sangen Kathryn Lewek, Nathan Berg, Norman Reinhardt, Christophe Dumaux, Sandrine Piau, Kristofer Lundin und der Salzburger Bachchor. Besonderen Beifall bekam auch Gianluca Capuano mit dem von Cecilia Bartoli gegründeten Les Musiciens du Prince – Monaco. Christof Loys Inszenierung stellte der Liebesgeschichte zwischen Ariodante und Ginevra eine Reflexion über die Geschlechterrollen gegenüber. Cecilia Bartoli verwandelte sich in ihrer Hosenrolle als Ariodante vom Ritter in Rüstung über die drei Akte zu einer Frau – am Ende lieben sich zwei Frauen.

Eine besondere Stimmung erhielten die Pfingstfestspiele 2017 durch zwei sehr emotionale Ereignisse. Das 40-jährige Bühnenjubiläum von Anne-Sophie Mutter und der Geburtstag von Cecilia Bartoli, die auch diesen Festtag für sie typisch arbeitend beging und mit einer glanzvollen Leistung in der konzertanten Aufführung von Gioachino Rossinis Oper La donna del lago wieder Standing Ovations bekam.

Anne-Sophie Mutter spielte am Vormittag des Pfingstsonntags ihr Jubiläumskonzert mit Stücken von Franz Schubert und Antonio Vivaldi. An ihrer Seite debütierte ein Streicherensemble bestehend aus Stipendiaten der Anne-Sophie Mutter Stiftung. Hwayoon Lee (Viola), Maximilian Hornung (Violoncello), Roman Patkoló (Kontrabass) und Daniil Trifonov am Klavier sorgten für ein unvergessliches Konzert, das mit überwältigendem Applaus und minutenlangen Standing Ovations aufgenommen wurde. Noch während des Applauses traten Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler und Cecilia Bartoli auf die Bühne, um Anne-Sophie Mutter zu ihrem 40-jährigen Bühnenjubiläum in Salzburg zu gratulieren. Kein Event, sondern ein musikalisches Ereignis, das weit bis in den Alltag aller Anwesenden fortleben werde, habe die Geigerin kreiert, sagte die Festspielpräsidentin. Anne-Sophie Mutter sei eine Entdeckerin, die immer wieder von vermeintlich gut bekannten Stücken neue Interpretationen möglich mache. „Am 29. Mai 1977 ereignete sich auf dieser Bühne ein musikalisches Pfingstwunder. Herbert von Karajan, dem Salzburg so viel verdankt u.a. auch dieses Haus, lud das nicht einmal 14-jährige Geigenwunderkind ein. Sie kam, spielte und siegte bei Publikum und Kritik. Und so ist es bis heute geblieben“, sagte Helga Rabl-Stadler.

Am Pfingstsamstag verschafften das Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia, Rom unter dem Dirigat von Antonio Pappano und mit den Solisten Tatiana Serjan und Bryn Terfel dem Publikum in einem Orchesterkonzert ganz besondere Momente. Am Abend übernahmen die Tänzer des Balletts des Mariinski-Theaters St. Petersburg die Bühne im Großen Festspielhaus und verzauberten das Publikum mit dem romantischen La Sylphide. Bei der Arienmatinee am Pfingstmontag gab einer der bedeutendsten Countertenöre unserer Zeit, Max Emanuel Cencic, sein Festspiel-Debüt in Salzburg, das Publikum bedankte sich mit langem Applaus.

Seit 2012 unterstützt Rolex die Salzburger Festspiele als Hauptsponsor sowie die Salzburger Festspiele Pfingsten. Ohne Rolex könnte eine szenische Produktion während der Salzburger Festspiele Pfingsten nicht stattfinden. Die erfolgreiche Kooperation wurde bis 2021 verlängert.

Im Sommer wird Ariodante wiederaufgenommen: Premiere ist am 16. August 2017, weitere Vorstellungen gibt es am 18., 22., 25. und 28. August 2017 im Haus für Mozart.

Das Motto der Salzburger Festspiele Pfingsten 2018 heißt „1868 – Zeitenbrüche“, sie finden von 18. bis 21. Mai 2018 statt.


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