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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

100 Jahre Friedensprojekt

25 APR 2017

by FESTSPIELKIEBITZ  08:40 h;
veröffentlicht in: Allgemein

Max Reinhardt © Archiv der Salzburger Festspiele / Karl Ellinger
Am 25. April 1917 übermittelte Max Reinhardt seine „Denkschrift zur Errichtung eines Festspielhauses in Hellbrunn“ von Berlin aus an die Generalintendanz der k. k. Hoftheater in Wien. Eindringlich warb er darin für Festspiele in Salzburg „als erstes Friedenswerk“. Er hob zudem deren ökonomische Möglichkeiten hervor, um auch jene als Unterstützer zu gewinnen, denen es weniger um die Kunst als um den wirtschaftlichen Aufschwung für eine ganze, darniederliegende Region ging. Und er forderte ein Programm auf breiter Basis. Auch das war ein kluger Schachzug, um die zerstrittenen Lager hinter der Festspielidee zu versammeln. Denn die einen wollten ein Bayreuth des Theaters, die anderen kämpften für reine Mozart-Festspiele. Max Reinhardt trat „für eine breitere Grundlage“ ein, auf der alles Platz hatte. Und Hugo von Hofmannsthal ergänzte: „Oper und Theater von beiden das Höchste“, in die heutige Sprache übersetzt „das Beste“.

Friedenswerk und Qualität als zeitlos aktueller Gründungsauftrag also.

Fast taggleich, am 28. April, reichte der Journalist Heinrich Damisch namens des Vereins „Salzburger Festspielhaus Gemeinde“ dessen Statuten beim k.u. k. Ministerium des Inneren mit der Bitte um Genehmigung ein.

Am 1. August 1917 fanden sich dann das Wiener und das Salzburger Proponenten Komitee im Richard Wagner Saal im Musikverein in Wien zur Gründungsversammlung ein.

Und am 7. Dezember hielt auch der Salzburger Verein seine Gründungsversammlung ab.

Wichtige Integrationsfigur in den zwischen Wien und Salzburg immer wieder aufflammenden Konflikten und Eifersüchteleien war Friedrich Gehmacher, Obmann des Salzburger Vereins und Vizepräsident des Gesamtvereins. Er träumte damals schon von einer „Weltkunstzentrale“ in Salzburg, ein Traum, der erst1920 tatsächlich Gestalt anzunehmen begann, den aber viele mit ihm teilten. Offensichtlich auch die Wiener Philharmoniker und deren Dirigenten.

Zwischen dem 20. Oktober 1918 – bis 3. November befand sich Österreich noch im Kriegszustand, am 11. November dankte Kaiser Karl ab  - und dem 18. Mai 1919 gab die Bläsermusikvereinigung der Wiener Philharmoniker 10 Konzerte, deren Erträge ausschließlich für den Baufonds der Salzburger Festspielhausgemeinde bestimmt war. Und Richard Strauss, einer der Mitgründer der Salzburger Festspiele war quasi auch unser erster Fundraiser, sowohl bei Konzerten in Südamerika als bei einem denkwürdigen Circlekonzert am 31. Jänner 1920 in den Prunkräumen des Finanzministeriums. Dort erklang die Uraufführung seiner Orchestersuite aus Der Bürger als Edelmann, die die Wiener Philharmoniker vergangenes Jahr unter dem Dirigat von Riccardo Muti bei den Festspielen zur Aufführung brachten.

Lesen Sie hier die vollständige Denkschrift.

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