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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Die Oper 2017

1 DEZ 2016

by FESTSPIELKIEBITZ  12:01 h;
veröffentlicht in: Oper

Louise Bourgeois, FUGUE (detail), 2003, Suite of 19 screenprints and lithography on music paper, Each: 30.5 x 40.6 cm © The Easton Foundation/Bildrecht, Wien, 2016
Den Aufbruch in die neue Intendanz von Markus Hinterhäuser sollen im Opernprogramm 2017 fünf Neuinszenierungen, drei halbszenische Aufführungen und zwei konzertante Aufführungen signalisieren. Selbstverständlich wird Ariodante, die Oper der Salzburger Festspiele Pfingsten, auch im Sommer gezeigt.

Eröffnet werden die Salzburger Festspiele mit Wolfgang Amadeus Mozarts Opera seria La clemenza di Tito, inszeniert von Peter Sellars. Der amerikanischen Regisseur, der bereits 1998 mit Olivier Messiaens Oper Saint Francois D´Assise Festspielgeschichte geschrieben hat, will mit seiner Deutung von Mozarts Oper Antworten geben auf die Fragen: „Wie können wir in einer Zeit des Konfliktes zusammenleben?“ und „Wie ist es möglich, in einer Zeit, die voller Zorn ist, eine heilende Geste anzubieten?“. Der von Kulturjournalisten zum Dirigenten des Jahres 2016 gewählte Teodor Currentzis übernimmt die musikalische Leitung der Oper. In den Hauptrollen singen: Russell Thomas in der Rolle des Tito Vespasiano, Golda Schultz als Vitellia, Christina Gansch als Servilia und Marianne Crebassa als Sesto. Teodor Currentzis wird mit dem von ihm in Russland gegründeten Orchester musicAeterna und dem musicAeterna Choir in der Felsenreitschule die Salzburger Festspiele eröffnen.

Die Oper Lady Macbeth von Mzensk, die, wie Komponist Dmitri Schostakowitsch selbst geschrieben hat, die „tragische Darstellung des Schicksals einer talentierten, klugen und hervorragenden Frau, die zugrunde geht unter den schrecklichen Bedingungen des vorrevolutionären Russland“ sei, wird die zweite Opern-Premiere der Salzburger Festspiele 2017. Erstmals wird Mariss Jansons als Operndirigent bei den Salzburger Festspielen auftreten. Er dirigiert die Wiener Philharmoniker und die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor. Regie führt Andreas Kriegenburg. In den Hauptrollen singen Ferruccio Furlanetto als Boris Timofejewitsch Ismailow, Maxim Paster als Sinowi Borissowitsch Ismailow, Nina Stemme als Katerina Lwowna Ismailowa und Maxim Aksenov als Sergej.

Giuseppe Verdis Aida zählt bis heute zu den meistgespielten Opern, bei den Salzburger Festspielen steht sie erst zum zweiten Mal – nach der Karajan‘schen Produktion 1979/80 – auf dem Spielplan. Riccardo Muti, wohl einer der besten Verdi-Kenner unserer Zeit, dirigiert die Wiener Philharmoniker und die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor im Großen Festspielhaus. Für die Regie konnte eine der bedeutendsten zeitgenössischen bildenden Künstlerinnen – die iranische Filmemacherin, Fotografin und Videokünstlerin Shirin Neshat – gewonnen werden. Es ist ihre erste Opernregie. Anna Netrebko gibt ihr Rollendebüt als Aida. An ihrer Seite singen Ekaterina Semenchuk die Amneris und Francesco Meli den Radamès. In den letzten beiden Vorstellungen singen Vittoria Yeo die Aida und Yusif Eyvazov den Radamès.

Nach der Premiere am 6. August findet eine Gala-Soiree zu Ehren der Künstler in der Salzburger Residenz statt. Der Reinerlös fließt in die Jugendarbeit der Salzburger Festspiele.

Georg Büchners Dramenfragment Woyzeck, die Geschichte des einfachen Soldaten, der von allen Seiten schikaniert wird und am Ende selbst zu brutaler Gewalt greift, diente Alban Berg als Sujet für seine Oper Wozzeck. Der russische Dirigent Vladimir Jurowski dirigiert die Wiener Philharmoniker sowie die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor und den Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor. Der südafrikanische Universalkünstler William Kentridge wird in Salzburg eine seiner wenigen Opernregien verwirklichen. Matthias Goerne singt den Wozzeck, John Daszak den Tambourmajor und Asmik Grigorian die Marie. Begleitet wird die Oper von einer William Kentridge-Ausstellung, die in der Whitechapel Gallery in London realisiert wurde und ab 29. Juli 2017 im Museum der Moderne zu sehen sein wird.

Cecilia Bartoli tritt bereits bei den Pfingstfestspielen in einer ihrer so geliebten Hosenrollen, dem Ariodante, auf. Im Sommer stehen fünf weitere Aufführungen von Georg Friedrich Händels Oper Ariodante auf dem Spielplan, in der der Komponist virtuos sämtliche Varianten von Liebe, Macht und Intrige vorführt. Christof Loy inszeniert das Dramma per Musica im Haus für Mozart. Neben Cecilia Bartoli singen Kathryn Lewek als Ginevra, Rolando Villazón als Lurcanio und Christophe Dumaux als Polinesso. Diego Fasolis dirigiert das 2016 von Cecilia Bartoli gegründete Orchester Les Musiciens du Prince – Monaco, es singt der Salzburger Bachchor.

Die 1978 in München uraufgeführte Oper Lear von Aribert Reimann basiert auf dem Shakespear’schen Stück King Lear. Die Oper ist ein Meisterwerk des Komponisten, der 2011 den Ernst von Siemens Musikpreis erhielt – quasi den Nobelpreis für musikalisches Schaffen. Sie wird längst zu den wichtigsten Opern des 20. Jahrhunderts gezählt. Franz Welser-Möst dirigiert die Wiener Philharmoniker, es singt die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor. Simon Stone inszeniert die Oper in der Felsenreitschule. In den Hauptrollen singen Gerald Finley als König Lear, Lauri Vasar als Graf von Gloster, Evelyn Herlitzius als Goneril, Gun-Brit Barkmin als Regan und Anna Prohaska als Cordelia.

Mit drei halbszenischen Aufführungen feiern die Salzburger Festspiele den 450. Geburtstag von Claudio Monteverdi, jenes Komponisten, der als Mitbegründer der Gattung Oper gilt. Sir John Eliot Gardiner, einer der großen Barock-Spezialisten unserer Zeit, bringt gemeinsam mit Elsa Rooke (Regie) alle drei erhaltenen Monteverdi-Opern in einem Zyklus in der Felsenreitschule zur halbszenischen Aufführung. Er musiziert mit den von ihm gegründeten English Baroque Soloists und dem Monteverdi Choir. Es singen: Krystian Adam, Romina Basso, Hana Blažíková, Francesca Boncompagni und andere.

Sein 1607 uraufgeführter L‘Orfeo hat für Salzburg eine besondere Bedeutung. Orfeo ist die erste Oper, die nördlich der Alpen aufgeführt wurde, nämlich 1614 im Carabinierisaal der Alten Residenz und nicht, wie fälschlicherweise manchmal behauptet wurde, im Steintheater in Hellbrunn. Für Il ritorno d’Ulisse in patria nutzte der Komponist die Odyssee von Homer als Grundlage. Und mit der Oper L’incoronazione di Poppea, uraufgeführt 1643, behandelte Monteverdi erstmals ein historisches Sujet: die erotische Obsession des Kaisers Nero für die machthungrige Poppea.

Die beiden konzertanten Opern sollen ein echtes Sängerfest werden.

„Delikat und voller Pathos“, so empfand Komponist Giuseppe Verdi das Sujet seiner 1844 geschriebenen Oper I due foscari. Bei den Salzburger Festspielen 2017 wird das Werk zweimal konzertant aufgeführt. In der Hauptrolle singt Plácido Domingo den Francesco Foscari, an seiner Seite Maria Agresta als Lucrezia Contarini, Joseph Calleja als Jacopo Foscari u.a. Michele Mariotti dirigiert das Mozerteumorchester Salzburg, es singt der Philharmonia Chor Wien.

Gaetano Donizettis Lucrezia Borgia steht ebenfalls als konzertante Aufführung zweimal auf dem Spielplan der Salzburger Festspiele 2017. Es singen: Ildar Abdrazakov als Don Alfonso, Krassimira Stoyanova als Donna Lucrezia Borgia, Juan Diego Flórez als Gennaro. Marco Armiliato dirigiert das Mozarteumorchester Salzburg, es singt die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor. 

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