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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Abschluss-Bericht der Salzburger Festspiele: Das Konzert

31 AUG 2016

by FESTSPIELKIEBITZ  10:15 h;
veröffentlicht in: Konzert, Allgemein

Wiener Philharmoniker und ihre Komponisten: Mariss Jansons (Foto: SF/Marco Borrelli)
Das Konzert

Insgesamt 81 Konzerte standen auf dem Programm der Salzburger Festspiele 2016. Am Beginn stand wie auch schon in den letzten Jahren die Ouverture spirituelle, die sich 2016 mit dem östlichen Christentum auseinandersetzte. In fünf ausverkauften Konzerten wurde die Mannigfaltigkeit dieser Vokalmusik dargestellt. Ensembles und Chöre aus Russland, Griechenland, Armenien, aus dem Libanon, aus Ägypten und Äthiopien präsentierten ihr Können. Gegenübergestellt wurden Werke aus der Überlieferung unserer westlichen Tradition, darunter drei Oratorien: Die bereits erwähnte Schöpfung von Haydn unter dem Dirigat von Yannick Nézet-Séguin, die im Großen Festspielhaus wahre Jubelstürme auslöste; die Uraufführung von Péter Eötvös‘ Oratorium balbulum, die vom Publikum mit vielen Lachern und begeistertem Applaus aufgenommen wurde; und Händels Oratorium Belshazzar, dirigiert von Ottavio Dantone.

Zusätzlich standen zwei besondere Veranstaltungen im Mittelpunkt der Ouverture spirituelle. Einerseits wird das Konzert mit dem Chor des bayerischen Rundfunks –  mit Werken von Schnittke, Pärt und Rachmaninow in der Kollegienkirche – das allen Zuhörern in Erinnerung bleiben wird. Andererseits zog Isabelle Faust mit ihrer dreistündigen Interpretation von Bach-Partiten und -Sonaten das Publikum in der Kollegienkirche in ihren Bann.

Der Schwerpunkt Salzburg 20.16 setzte sich mit Werken auseinander, die in enger Beziehung zu Salzburg stehen. So begeisterte etwa die Missa Salisburgensis am Uraufführungsort, dem Dom, in der gleich vier Orgeln zum Einsatz kamen.

In der Reihe Die Wiener Philharmoniker und ihre Komponisten wurden Werke beleuchtet, die einen engen Bezug zu diesem Orchester haben bzw. von ihm uraufgeführt wurden.  Daniel Harding, Zubin Mehta, Riccardo Muti und Mariss Jansons waren die Dirigenten. Auch die Opern Il templario und Die Liebe der Danae gehören in diese Reihe. Ein Kammerkonzert rundete das Programm ab, bei dem zwei Kammermusikwerke – von Schönberg und Bruckner – gespielt wurden, die beispielhaft sind für die große Kammermusik-Tradition der Wiener Philharmoniker und seinerzeit von Ensembles der Wiener Philharmoniker uraufgeführt wurden.

Unter der Überschrift Orchester zu Gast gab es ein großes Stelldichein der internationalen Orchesterriege. Hier waren zu hören: das Chamber Orchestra of Europe unter Yannick Nézet-Séguin, der Concentus Musicus unter Andrés Orozco-Estrada, das ORF-Radiosymphonieorchester Wien unter Lorenzo Viotti – dem Gewinner des Nestlé and Salzburg Festival Young Conductors Awards 2015 – und unter Cornelius Meister, das West-Eastern Divan Orchestra unter Daniel Barenboim, das Cleveland Orchestra unter Franz Welser-Möst, die Filarmonica della Scala unter Riccardo Chailly, das Gustav Mahler Jugendorchester unter Philippe Jordan, die Berliner Philharmoniker unter Simon Rattle, das Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam unter Daniele Gatti und das Gewandhausorchester Leipzig mit Herbert Blomstedt.

Mit der Reihe Salzburg contemporary wurden vier Komponisten geehrt. Thomas Adès etwa, der sein Piano Quintet aus dem Jahr 2000 selbst spielte. Der 90-jährige Friedrich Cerha beglückte die Salzburger Festspiele mit der Uraufführung von Eine blassblaue Vision, begeisterte das Publikum aber auch mit seiner Keintate mit HK Gruber als Chansonnier und Dirigent. Ein anderer Jubilar ist György Kurtág, von dem Werke aus den verschiedenen Schaffenszeiten präsentiert wurden. Der junge Klarinettist und Komponist Mark Simpson führte seine Hommage à Kurtàg auf. Péter Eötvös trat als Komponist und Dirigent gleichermaßen in Erscheinung. Er präsentierte, wie oben erwähnt, seine Uraufführung Hallelujah – Oratorium balbulum.

In der Reihe der traditionellen Mozart-Matineen wurde vor allem das Salzburg-Debüt von Dirigent Constantinos Carydis zusammen mit dem Bass-Solisten Tareq Nazmi und dem Mozarteumorchester Salzburg bejubelt und von der Kritik als „Mozart-Wunder“ bezeichnet. Insgesamt entführte die Reihe in die Welt der Wiener Klassik von Mozart bis Beethoven.

Die Camerata Salzburg war heuer mit sechs Konzerten zu erleben: Ádám Fischer dirigierte in der Stiftskirche St. Peter Mozarts c-Moll-Messe, Lionel Bringuier gab mit Yuja Wang ein umjubeltes Debüt und Roger Norrington, der Ehrendirigent der Camerata Salzburg, leitete ein Beethoven-Programm.

Die Liederabende reichten von Christian Gerhaher, Bejun Mehta, Matthias Goerne, Thomas Hampson, Anu Komsi und Rolando Villazón bis hin zum Liederabend-Debüt mit Mauro Peter.

In der Reihe der Solistenkonzerte gab es eine Zusammenkunft der großen Pianisten. Grigory Sokolov wurde vom Publikum mit nicht enden wollendem Applaus bedacht, Maurizio Pollini erhielt Standing Ovations.

In der Reihe der Kammerkonzerte traten unter anderem herausragende Quartette auf: das Calder Quartet zusammen mit Thomas Adès am Klavier, das Jerusalem Quartet mit András Schiff und das Quatuor Ébène; Martin Gruber & Friends rissen das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin und Anna Prohaska zeigte zusammen mit Veronika Eberle & Friends ein sehr außergewöhnliches Programm.

Zum 11. Mal gab es außerdem am 28. August ein Sonderkonzert der Wiener Philharmoniker, diesmal zusammen mit jungen Blasmusiktalenten aus Salzburg und Niederösterreich.

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