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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

TerrassenTalk mit Yuja Wang

11 AUG 2016

by FESTSPIELKIEBITZ  20:48 h;
veröffentlicht in: Uncategorized, Konzert

Yuji Wang, Foto: SF/Anne Zeuner
Ihr Debut bei den Salzburger Festspielen gab Pianistin Yuja Wang am Dienstag, 9. August. – In einem Liederabend interpretierte sie zusammen mit Matthias Goerne und Ulrich Matthes als Sprecher Johannes Brahms‘ Die schöne Magelone op. 33, 15 – Romanzen nach Gedichten von Ludwig Tieck. Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler fragte den Sänger warum er denn ausgerechnet Yuja Wang ausgesucht habe? – „Weil sie einfach die Beste ist“, habe ihr der Bariton entgegnet. „Dass ein so anspruchsvoller Sänger wie Matthias Goerne Yuja Wang als Begleiterin auswählt, zeigt das hohe Ansehen, das die Pianistin trotz ihrer Jugend schon in der Welt besitzt“, sagt die Festspielpräsidentin.

Es sei wundervoll in Salzburg aufzutreten, sagt Yuja Wang. „Ich fühle mich fast wie in einer Geschichte, so schön ist diese Stadt.“ Sie spiele unglaublich gerne Lieder und die Arbeit mit dem Bariton habe ihr sehr viel Spaß gemacht, weil sich das Zusammenspiel sehr natürlich ergeben habe. Wie er atmet, wie er seinen Körper nutzt, um die Geschichte des Liedes zu beschreiben, das alles habe sie sehr inspiriert.

Mit sechs Jahren habe Yuja Wang angefangen Klavier zu spielen. Ihre Mutter ist Tänzerin und eigentlich, so sagt die Pianistin, hätte sie dem Wunsch der Mutter nach auch Tänzerin werden sollen. „Aber für mich war es einfacher Klavier zu spielen als zu Tanzen“, sagt sie lächelnd. Mit 15 Jahren zog sie von China nach Amerika, mit 16 ging sie auf Tournee. Der Terminkalender der jungen Pianistin ist randvoll, auf der ganzen Welt tritt sie auf und ihr Repertoire wird immer größer. Wie sie alles unter einen Hut bekomme, fragt Moderator Bernhard Fleischer. „Ich versuche einfach von Tag zu Tag zu denken“, sagt Yuja Wang. „Ich bekomme so viele Anfragen mit neuen Stücken. Aber solange ich beim Klavier bleiben kann und nicht singen muss, bin ich glücklich damit“, sagt die Pianistin und lacht. Sie riskiere gerne mal etwas in Konzerten. „Wenn ich einmal entschieden habe ein Konzert zu spielen, gehe ich ohne Angst hinein und schaue nicht nach links oder rechts. Ein bisschen Risiko zu nehmen, ist das Größte, was man in einem Konzert tun kann“, sagt sie. Nur so kreiere man große Momente auf der Bühne. Sie liebe es auch sehr, Kammermusik zu spielen. „Es inspiriert mich den Charakter der anderen Musiker zu spüren, wie sie atmen, wie sie reagieren. Diese Dinge, die da auf der Bühne passieren, kann man nicht üben, sie passieren einfach so“, sagt Yuja Wang.

Wenn sie sich ein Stück erarbeitet, dann vermeidet sie es diese Musik anzuhören. Sie suche nach ihrer eigenen Interpretation. Inspiration finde sie dafür in anderer Musik, gerne auch vom gleichen Komponisten, aber auch im Jazz, im Hip Hop oder in einem Buch oder einem Museumsbesuch.

Jedes Klavier, so sagt die Chinesin, habe seinen eigenen Charakter. Es sei gar nicht so einfach im Jahr auf etwa 50 verschiedenen Klavieren zu spielen. „Am schlimmsten ist es, wenn ich vor einem Konzert zwei oder drei zur Auswahl bekomme. Dann gefällt mir meist eine Sache am ersten und etwas anderes am zweiten Klavier und ich hätte am liebsten eine Mischung aus beiden Instrumenten.“ Aber am Ende sei es auch schön, diese Variabilität zu haben, fügt sie hinzu. Es sei eine Frage der Technik und der Vorstellungskraft, jedes Klavier gleich klingen zu lassen.  

Ein Festspiel-Gefühl habe sich bei ihr definitiv schon breit gemacht, sagt die Pianistin. „Wir Pianisten sind so oft alleine auf Reisen, da ist es wirklich schön, bei den Festspielen auf Kollegen zu treffen und sich mit ihnen über Musik und das Leben austauschen zu können“, sagt Yuja Wang.

Ihr zweites Konzert in diesem Festspielsommer gibt Yuja Wang am morgigen Freitag, 12. August, 20.30 Uhr im Haus für Mozart.


Yuja Wang bei den Salzburger Festspielen 2016:

Camerata Salzburg: Lionel Bringuier

MAURICE RAVEL • Ma Mère l’oye, Suite für Orchester

GEORGE GERSHWIN • Rhapsody in Blue

MAURICE RAVEL • Konzert für Klavier und Orchester G-Dur

ZOLTÁN KODÁLY • Galántai táncok (Tänze aus Galánta)

Lionel Bringuier, Dirigent
Yuja Wang, Klavier
Camerata Salzburg

12. August, 20.30 Uhr, Haus für Mozart

 

Liederabend • Matthias Goerne – Yuja Wang – Ulrich Matthes

JOHANNES BRAHMS • Die schöne Magelone op. 33, 15 Romanzen nach Gedichten von Ludwig Tieck 

Matthias Goerne, Bariton
Yuja Wang, Klavier
Ulrich Matthes, Sprecher

9. August 2016, Stiftung Mozarteum

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