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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Cornelius Obonyas Abschied als „Jedermann“

24 JUL 2016

by FESTSPIELKIEBITZ  15:21 h;
veröffentlicht in: Schauspiel

Cornelius Obonya, Sven-Eric Bechtolf (Foto: SF Anne Zeuner)
„Das ist mein letzter Bieranstich als Jedermann“ – mit diesen Worten verkündete Schauspieler Cornelius Obonya bereits auf der Premierenfeier am Samstagabend, dass dies seine letzte Saison als Jedermann bei den Salzburger Festspielen sein wird. „Es macht mir wahnsinnig viel Spaß, diese Rolle zu spielen. Es scheint mir aber natürlich mit dem Ende der Intendanz von Sven-Eric Bechtolf aufzuhören“, sagt Cornelius Obonya bei einem Pressegespräch am Sonntagmorgen. Er sei es gewesen, der diese Jedermann-Inszenierung überhaupt ermöglicht habe. Also sei es normal, nun aufzuhören. „Mit Sicherheit möchte der neue Intendant auch neue Akzente setzen“, sagt er. „Ich verabschiede mich mit Freude.“

Die Geschichte, wie Cornelius Obonya zum Jedermann wurde, sei eine ganz witzige Anekdote, sagt Sven-Eric Bechtolf, der künstlerische Leiter und Schauspiel-Chef der Salzburger Festspiele. „Ich saß damals mit Brian Mertes und Julian Crouch in einem Restaurant und wir sind ein paar Namen durchgegangen, die als Jedermann in Frage kämen“, sagt der künstlerische Leiter. Und in eben jenem Moment sei Cornelius Obonya zur Tür hereingekommen, der damals – im Jahr 2012 – in Ariadne auf Naxos mitspielte. Man habe zusammen gesessen und geredet. „Als Cornelius wieder weg war, fragten mich die beiden Regisseure, warum eigentlich nicht er der neue Jedermann wird!“ Der Jedermann, so sagt Bechtolf, sei eine Partie, die nicht nur nach einem so genannten  „Star“ verlange, sondern es müsse jemand sein, der sowohl die stimmlichen als auch körperlichen Voraussetzungen erfülle und eine besondere Beziehung zur Sprache habe. Und jemand, der in der Lage sei, harmonisch ein Ensemble zusammenzuhalten.

„Ich bin dankbar, dass ich in dieser außergewöhnlichen Inszenierung mitspielen durfte“, sagt Cornelius Obonya. Es fordere Mut den Jedermann von zwei englischsprachigen Regisseuren inszenieren zu lassen. „Ich war aber von Anfang an begeistert von den Bildern, die geschaffen wurden und davon, dass die Inszenierung anders ist, als alles, was vorher da war“, sagt der Schauspieler.

Bereits im zweiten Jahr habe er sich Gedanken darüber gemacht, wie und wann man solch eine Rolle wohl zurückgeben könne. „Wie kann man so etwas denn aufhören? – Das war wirklich eine schwierige Frage“, sagt Obonya. „Die Antwort darauf war: Wenn es am Schönsten ist.“

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