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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

„Giulietta e Romeo“ – ein wiederentdecktes Opernjuwel

13 MAI 2016

by FESTSPIELKIEBITZ  10:47 h;
veröffentlicht in: Pfingsten

Franco Fagioli (Foto: Julian Laidig)
Am Pfingstsamstag steht die konzertante Aufführung der Oper Giulietta e Romeo von Nicola Antonio Zingarelli auf dem Programm. Dieses Juwel der neapolitanischen Schule war seit seiner Uraufführung 1796 bis in die späten 1820er Jahre ein derartiger Publikumserfolg, dass es – dem vorherrschenden Operngeschmack der Zeit angepasst – immer wieder in immer neuen Fassungen aufgeführt wurde. Die Partitur der Originalversion bildet die Grundlage für die Aufführung bei den Salzburger Pfingstfestspielen. Es bietet sich damit die Gelegenheit, dieses faszinierende Werk neu zu entdecken. Den Romeo singt einer der virtuosesten Countertenöre der heutigen Zeit, Franco Fagioli. Die Stimme des in Argentinien geborenen Sängers umfasst ganze drei Oktaven. „… die Leichtigkeit und geradezu übermenschliche stimmliche Beweglichkeit, mit denen er einige der großen Bravournummern bewältigt, sind einfach atemberaubend“, kommentierte etwa „The Guardian“ sein Album „Arias for Caffarelli“. Seine Giulietta ist die schwedische Mezzosopranistin Ann Hallenberg, die im Jahr 2012 mit dem ECHO Klassik für die „Operneinspielung – Oper des 17./18. Jahrhunderts“ ausgezeichnet wurde.

Herr Fagioli, mit welchen Gefühlen haben Sie auf die Einladung der Festspiele, den Romeo in Zingarellis Oper zu singen reagiert?
Zunächst einmal habe ich mich über die die Wiederentdeckung dieses schönen Werkes gefreut. Mein Interesse war sofort entfacht und ich habe sehr bald mit der Recherche zu diesem Stück begonnen. Zingarellis Romeo und Julia gehört meiner Ansicht nach mit Gounods und Bellinis Vertonungen zu den bedeutendsten, die Shakespeares großes literarisches Werk musikalisch zum Leben erwecken. Daher war und bin ich mehr als glücklich, diese wundervolle Rolle in Salzburg singen zu dürfen.

Es gibt ja unzählige Fassungen dieses Werks- wie wird die Salzburger Fassung dieses zu Unrecht fast vergessenen Stückes aussehen?
Diese Oper wurde im 19. Jahrhundert besonders gern und sehr oft gespielt. Es gab daher wie damals nicht unüblich unterschiedliche Versionen und kompositorische Änderungen, die schon Zingarelli selbst für seine jeweiligen Sänger vornahm indem er gewisse Passagen ihren individuellen Fähigkeiten anpasste. Die erste Fassung schrieb er für den berühmten Kastraten Crescentini – diese begeistert mich am meisten. Für die kommende Aufführung bei den Pfingstfestspielen haben wir eine besondere Version zusammengestellt, die die besten musikalischen Lösungen aller existierenden Fassungen in sich vereint.

Was berührt Sie an der Rolle des Romeo besonders?
Mich ergreift natürlich besonders der dritte Akt, in dem Romeo glaubt, Julia sei tot. Aber auch im zweiten Akt, wenn ich Romeos Gebet, „Preghiera di Romeo” singe, bin ich sehr angerührt. Eigentlich sind es alle Momente und Szenen, in denen es um den erhebenden, rätselvollen Geist der Liebe geht.

Sie sind auf allen großen Bühnen der Welt zu Hause, ist es trotzdem etwas Besonderes für Sie bei den Festspielen aufzutreten?
Oh Ja! Es ist immer eine große Freude, bei diesem so bedeutenden Festival  zu arbeiten und mit dem sehr kenntnisreichen Publikum hoffentlich einzigartige musikalische Momente zu teilen. Darauf freue ich mich schon sehr!


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