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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Prokofjews Ballett „Romeo und Julia“ darf bei den Pfingstfestspielen nicht fehlen

10 MAI 2016

by FESTSPIELKIEBITZ  10:45 h;
veröffentlicht in: Pfingsten

Alicia Amatriain und Friedemann Vogel in John Crankos „Romeo und Julia“ (Foto: Stuttgarter Ballett)
Zwei Stars des Stuttgarter Balletts über getanzte Liebe: „Wir tanzen einen Gefühlsrausch“

Mit uns sprachen die beiden Solisten des Stuttgarter Balletts: Alicia Amatriain (Julia) und Friedmann Vogel (Romeo):

Was bedeuten Ihnen Ihre zahlreichen und weltweiten Auftritte in den Rollen des unsterblichen Liebespaares Romeo und Julia in dieser so berühmten, ja legendären  Inszenierung von John Cranko?
Alicia Amatriain: Es ist immer eine tolle Erfahrung zu erleben, wie das unterschiedlichste Publikum auf der ganzen Welt auf die Vorstellung reagiert, wie es mitgeht, ja mitfiebert und die Geschichte mit uns zusammen durchlebt. Dann haben wir das Gefühl, dass wir ihnen damit etwas schenken konnten.  Crankos „Romeo und Julia“ ist einfach ein großartiges Ballett – ich liebe es, dieses Stück zu tanzen, vor allem zusammen mit Friedemann, denn wir kennen uns sehr gut und können einander vertrauen. Für mich ist es ein wunderschönes Gefühl, die Rolle der Julia auf meine eigene Art zum Leben zu erwecken.
Friedemann Vogel: Ich habe die Vorstellungen nicht gezählt, aber es ist jedes Mal ein neues und einzigartiges Abenteuer, auf das wir uns einlassen. Für mich ist es am schönsten, wenn ich so sehr darin eintauchen kann, dass ich nur noch die Rolle verkörpere und nicht mehr an die Schritte denke. Es ist vor allem auch deswegen toll, weil Crankos Ballett viel Freiraum zur Gestaltung und Interpretation der Rolle lässt. Die Situationen auf der Bühne geben mir die Möglichkeit, spontan und aus der Rolle heraus zu agieren.

Ist es für Sie etwas Besonderes, in Salzburg aufzutreten?
Friedemann Vogel: Ja! Ich bin immer wieder fasziniert vom kulturellen Angebot der Stadt und freue mich schon deshalb umso mehr,  ein Teil davon sein zu dürfen.
Alicia Amatriain: Die ganze Compagnie hat sich über die Einladung gefreut, es ist eine große Ehre, im Festspielhaus zu tanzen.

Wie würden Sie John Crankos „Romeo und Julia“ beschreiben?
Friedemann Vogel: Es ist Shakespeares Liebesgeschichte: ohne Worte, ein Gefühlsrausch. Es geht um hemmungslose Liebe, Leidenschaft und Hingabe, höchstes Glück und tiefste Traurigkeit.
Alicia Amatriain: Das Besondere an Crankos „Romeo und Julia“ ist die große Musikalität und psychologische Einfühlsamkeit, mit der er die Geschichte erzählt – nur mit den Schritten und Bewegungen von uns Tänzern, die er zur Musik von Sergeij Prokofjew geschaffen hat. 

Cecilia Bartoli über die Ballettinszenierung bei den Pfingstfestspielen:

„Ein Meilenstein in der Rezeption des Shakespeare’schen Schauspiels im 20. Jahrhundert, das in einer kontrastreichen Werkschau nicht fehlen darf, ist natürlich Prokofjews Ballett Romeo und Julia. Mit besonderem Stolz erfüllt mich, dass wir das Stuttgarter Ballett mit der legendären Cranko-Choreografie für ein Salzburg-Gastspiel verpflichten konnten. Wer einmal diese Version gesehen hat, kann sich dieses Ballett anders kaum mehr vorstellen. Die Art und Weise, wie John Cranko es vermochte, Elemente des klassischen Balletts mit freieren, zum Teil sogar schauspielerischen Elementen auf natürlichste Weise zu verbinden, hinterlässt insbesondere in der atemberaubenden Balkonszene sowie in der Todesszene, in der Romeo mit der leblosen Julia seine verzweifelten Kreise dreht, tiefe Eindrücke, die man nie wiedervergisst.“

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