anmelden | registrieren
EN  |  DE

SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Die Geschichte von „Romeo und Julia“ als roter Faden im Programm der Pfingstfestspiele

25 APR 2016

by FESTSPIELKIEBITZ  08:20 h;
veröffentlicht in: Oper, Pfingsten

Cecilia Bartoli (Foto: Decca / Uli Weber)
Der in Kasachstan geborene, amerikanische Bühnenbildner George Tsypin lässt in der Felsenreitschule New Yorks „West Side“ entstehen. Patrick Woodroffe, der schon mit Michael Jackson und den Rolling Stones gearbeitet hat, ist für das Light Design verantwortlich. Der vielfach ausgezeichnete britische Choreograph Liam Steel studiert die Tanzszenen mit den in internationalen Castings  ausgewählten Tänzern ein. Für heiße lateinamerikanische Rhythmen aus dem Orchestergraben wird das wohl geeignetste Orchester, das Simón Bolívar Symphony Orchestra of Venezuela, unter Gustavo Dudamel sorgen. Sowohl die Premiere am 13. Mai als auch die Vorstellung am 15. Mai sind bereits ausverkauft.
Am Pfingstsamstag steht die konzertante Aufführung der Oper Giulietta e Romeo von Nicola Antonio Zingarelli auf dem Programm. Dieses Juwel der neapolitanischen Schule war seit seiner Uraufführung 1796 bis in die späten 1820er Jahre ein derartiger Publikumserfolg, dass es – dem vorherrschenden Operngeschmack der Zeit angepasst – immer wieder, in immer neuen Fassungen aufgeführt wurde. Die Partitur der Originalversion bildet die Grundlage für die Aufführung bei den Salzburger Pfingstfestspielen. Es bietet die Gelegenheit, dieses faszinierende Werk neu zu entdecken. Den Romeo singt einer der virtuosesten Countertenöre der heutigen Zeit, Franco Fagioli. Die Stimme des in Argentinien geborenen Sängers umfasst ganze drei Oktaven. „… die Leichtigkeit und geradezu übermenschliche stimmliche Beweglichkeit, mit denen er einige der großen Bravournummern bewältigt, sind einfach atemberaubend“, kommentierte etwa „The Guardian“ sein Album „Arias for Caffarelli“. Seine Giulietta ist die schwedische Mezzosopranistin Ann Hallenberg, die im Jahr 2012 mit dem ECHO Klassik für die „Operneinspielung – Oper des 17./18. Jahrhunderts“ ausgezeichnet wurde.  
Werke von Antonín Dvorák, Bohuslav Martinů, Peter Tschaikowski und dem spanischen Virtuosen und Komponisten Pablo de Sarasate werden am 15. Mai zur Kammermusik-Matinee mit Geigerin Julia Fischer erklingen. Sie musiziert zusammen mit  Pianistin Milana Chernyavska. Mit spanischem Feuer folgt der Geiger und Komponist Pablo de Sarasate den Spuren des Liebespaares und lässt ihre zärtliche Verliebtheit musikalisch aufblühen.
Seit über 50 Jahren wird das Ballett Romeo und Julia in der Inszenierung von John Cranko erfolgreich auf den Bühnen der Welt gezeigt. 1962 wurde die vom damaligen Direktor des Stuttgarter Balletts kreierte Inszenierung uraufgeführt und bildete den Grundstein für die Erfolgsgeschichte der Compagnie. Es besticht durch John Crankos meisterliche Erzählkunst, der die Protagonisten detailliert charakterisiert und die tragische Liebesgeschichte in fantastische Bilder setzt. Sein Freund und Wegbegleiter Jürgen Rose stattet nicht nur diese Inszenierung aus, sondern wird im Salzburger Festspielsommer auch das Bühnenbild und die Kostüme in Samuel Becketts Endspiel entwerfen. Bei den Salzburger Pfingstfestspielen wird das Ballett Romeo und Julia am 15. Mai im Großen Festspielhaus zu sehen sein.
Freunde von A-cappella-Musik kommen am 16. Mai auf ihre Kosten, dann lassen The Tallis Scholars Chorwerke im polyphonen Stil in der Kollegienkirche erklingen. Das Ensemble singt Werke der elisabethanischen Komponisten Thomas Tallis, William Byrd und John Sheppard.
Zum ersten Mal sind die Wiener Symphoniker zu Gast bei den Salzburger Pfingstfestspielen. Sie spielen das Galakonzert am 16. Mai unter der Leitung von Marco Armiliato. Und noch eine Premiere hält dieses Galakonzert bereit: Zum ersten Mal singen Angela Gheorghiu und Juan Diego Flórez zusammen auf einer Bühne. Da Shakespeares Werk damals in Italien noch keine Verbreitung gefunden hatte, schrieb Vincenzo Bellini seine Tragedia lirica I Capuleti e i Montecchi – nach den gleichen Vorlagen wie Shakespeare! Knapp 40 Jahre nach Bellini komponierte Charles Gounod seine Oper Roméo et Juliette. Sie ist vor allem ihrer berühmten Liebesduette wegen nicht mehr aus den Opernspielplänen wegzudenken. Es erklingen die schönsten Arien und Duette aus den beiden Opern. Eingeleitet wird das Programm durch Peter Tschaikowskis Orchesterfantasie Romeo und Julia.
Die Lesung Ein zartes Ding von Ben Power eröffnet eine neue Sichtweise auf die unsterblich Liebenden. Es zeigt ein Ehepaar, das dem Ende eines langen Lebens entgegengeht und ist aus den Texten des Stückes collagiert. Shakespeares Verse erhalten so neue und tiefmenschliche Bedeutung. Es lesen Hans-Michael Rehberg und Ilse Ritter am 14. Mai im Salzburger Landestheater.
Wer immer schon einmal wie in Verona tafeln wollte, sollte das Galadinner am 14. Mai nicht verpassen. Serviert werden sinnliche Kreationen nach den Rezepten des italienischen Sternekochs Stefano Baiocco. Aber auch musikalisch wird dieser Abend ein Genuss: Das Dinner ist angelehnt an das 16. Jahrhundert, in dem man zu feiner Tafelmusik stets auch den leiblichen Genüssen frönte.
Nach Theater, Oper, Konzert und Ballett wird auch die Bearbeitung des „Romeo und Julia“-Stoffes durch den Film gewürdigt. Los geht es am 13. Mai, 17 Uhr im „Das Kino“ mit Franco Zeffirellis Verfilmung Romeo und Julia von 1968. Seit seiner Premiere gilt dieser Filmklassiker als absoluter Maßstab für die Romeo und Julia-Verfilmungen. Es spielen u.a. Olivia Hussey, Leonard Whiting und Michael York, die Musik stammt von Nino Rota.
Leonardo Di Caprio und Claire Danes spielen die Hauptrollen in Baz Luhrmanns amerikanischer Verfilmung Romeo + Julia, die am 14. Mai, 17 Uhr zu sehen ist. Der Regisseur macht aus der Tragödie ein postmodernes, bildgewaltiges Feuerwerk, ohne dabei den Blick auf das Original zu verlieren.
Eine romantische Komödie und zugleich eine Kostüm-Satire schuf John Madden im Jahr 1998 mit seinem Film Shakespeare in Love, der am 15. Mai, 17 Uhr zu sehen sein wird. Sieben Oscar-Auszeichnungen bekam die Verfilmung über die fiktive Entstehungsgeschichte von Shakespeares Liebestragödie. In den Hauptrollen sind unter anderem Joseph Fiennes, Gwyneth Paltrow, Colin Firth, Judi Dench und Ben Affleck zu sehen.


LOGIN | PASSWORT VERGESSEN