anmelden | registrieren
EN  |  DE

SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

„Iphigénie en Tauride“ • Musikalischer Genuss zu Pfingsten und im Sommer!

10 APR 2015

by FESTSPIELKIEBITZ  12:02 h;
veröffentlicht in: Oper, Pfingsten

Artemis, Griechische Skulptur aus Larnaka, Zypern 2. Jahrhundert v. Chr.,(Foto: akg-images)
Im Theater zu weinen war im Paris der 1770er-Jahre selbst für männliche Zuschauer kein Grund zur Scham. Im Gegenteil: Tränen der Empfindsamkeit rangierten in der Hierarchie der körperlichen Anzeichen des Wohlgefallens an oberster Stelle. Christoph Willibald Gluck konnte also stolz darauf sein, dass man am 18. Mai 1779 bei der Uraufführung seiner „Tragédie“ Iphigénie en Tauride „einige Zuschauer vom Anfang bis zum Ende schluchzen sah“ (wie die Mémoires secrets vermerken). Gluck verleiht Iphigénie eine musikalische Charakteristik, die Carl Dahlhaus treffend als „Humanitätston“ bezeichnet hat. Dessen „Pathos der Einfachheit“ hat es Cecilia Bartoli seit Jahren angetan.
Wem würde das Schicksal dieser Frau nicht nahe gehen: Iphigenie, die in jungen Jahren von ihrem Vater Agamemnon im Interesse des Krieges geopfert wurde und in Aulis schon dem Tod ins Auge sah; die, von Artemis in letzter Sekunde gerettet, seit vielen Jahren ein freudloses Dasein im Land der barbarischen Taurer fristet; die ihr Trauma umso weniger vergessen kann, als König Thoas sie zwingt, nun selbst als Priesterin Menschen – nämlich alle nach Tauris gelangenden Fremden – zu opfern; und die sich schließlich mit ihrem seit Langem herbeigesehnten Bruder Orestes wiedervereint sieht, als ihr Opfermesser bereits über diesem neuen Todeskandidaten schwebt.
Gluck verstand sich vor allem als Theatermann und verkündete, seine Musik strebe „ausschließlich nach der höchsten Kraft des Ausdrucks und nach Verstärkung der Deklamation der Dichtung“. Das Regieduo Moshe Leiser und Patrice Caurier setzen nun mit Glucks Iphigénie en Tauride die langjährige Zusammenarbeit mit Cecilia Bartoli fort. Die Musikalische Leitung wird Diego Fasolis übernehmen.

Iphigénie en Tauride können Sie bereits bei den Pfingstfestspielen erleben, doch auch im Sommer steht die Oper auf dem Programm. Sichern Sie sich noch Ihre Karten für Christoph Willibald Glucks Tragédie in vier Akten!

 

LOGIN | PASSWORT VERGESSEN