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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Der Schauspielsommer 2014 im Zeichen des Ersten Weltkriegs

1 SEP 2014

by FESTSPIELKIEBITZ  08:28 h;
veröffentlicht in: Schauspiel, Allgemein

Die letzten Tage der Menschheit, Foto: Georg Soulek
Hundert Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs lag das Erinnern schon gründungsgeschichtlich auf der Hand. Max Reinhardt formulierte 1917 in seinen Gründungsgedanken: „Die Kunst, insbesondere die Kunst des Theaters hat sich in den Stürmen dieses Krieges nicht nur behauptet, sondern ihr Bestehen und ihre Pflege geradezu als unumgängliche Notwendigkeit erwiesen.“ Das Schauspielprogramm von Sven-Eric Bechtolf widmete sich thematisch fast ausschließlich dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren. Die Neuproduktionen von Karl Kraus’ Die letzten Tage der Menschheit, die Uraufführung The Forbidden Zone von Duncan Macmillan und Katie Mitchell sowie Ödön von Hórvaths Don Juan kommt aus dem Krieg auf der Perner-Insel Hallein reflektierten die Urkatastrophe und ihre Folgen. Die Beschäftigung mit der Kriegsthematik fand im Programm des Young Directors Project seine Weiterführung: Hinkemann, Orpheus, Der Abschied (Uraufführung von Walter Kappacher und Preisträger 2014) und das vielteilige Projekt 36566 Tage in Koproduktion mit der Universität Mozarteum Salzburg waren als internationale Beiträge junger Theaterschaffender bei den Salzburger Festspielen zu sehen.

Die Jedermann-Inszenierung von Julian Crouch und Brian Mertes verzauberte auch im zweiten Jahr das Publikum.

Mit Suzanne Andrades und Paul Barritts Golem setzte das Schauspielprogramm einen stark akklamierten Schlussakzent.

Hundert Jahre nachdem die tödlichen Schüsse von Sarajevo Europa in den Abgrund stürzten, hielt der australische Historiker Christopher M. Clark als Festredner ein flammendes Plädoyer für die EU: „Die Europäische Union ist ein Projekt, das zu den größten Errungenschaften der Geschichte der Menschheit gehört.“ Die Katastrophe des Jahres 1914 sei eine Mahnung, wie furchtbar die Folgen sein können, wenn die Politik versagt, die Gespräche versiegen und kein Kompromiss mehr möglich ist.  

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