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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Zum Tod von Dr. Gerard Mortier

9 MÄR 2014

by FESTSPIELKIEBITZ  14:46 h;
veröffentlicht in: Allgemein

Gerard Mortier
„Gerard Mortier war eine der raren Intendantenpersönlichkeiten, die unbeirrbar – auch durch schwere Krankheit nicht – für die Kunst und deren gesellschaftliche Bedeutung kämpften. Sein Tod ist ein schrecklicher Verlust“, reagierte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler in einer sehr persönlichen Stellungnahme auf den Tod von Gerard Mortier, der von 1991 bis 2001 die Salzburger Festspiele geleitet hat. „Gerard Mortier war ein überzeugter Anhänger der Philosophie des Giuseppe di Lampedusa, der in seinem Roman Il Gattopardo sagen lässt: `Wenn du willst, dass alles so bleibt, wie es ist, musst du alles ändern`.“

„Mortier wollte, dass die Festspiele die besten und wichtigsten der Welt bleiben. Er wusste, dass er nach dem Tod seines übermächtigen Vorgängers Herbert von Karajan vieles ändern musste und er wollte das. So gelang es ihm nach der Ära Karajan eine Ära Mortier zu gestalten. Es war wunderbar mit ihm zu arbeiten, wenn er mit Kompetenz und Passion Programme durchsetzte, die zunächst nicht verwirklichbar schienen wie zum Beispiel Saint François d’Assise von Olivier Messiaen. Es war schwer mit ihm zu arbeiten, wenn seine Lust an der Provokation Kollegen und Künstler verletzte.“

„In seinen besten Zeiten“, so Rabl-Stadler, „gelang es Mortier das Killerwort ‚beliebig` für das Festspielprogramm aus den Feuilletons zu löschen. Sein Motto war ‚Ich möchte eine Festspielgemeinde kreieren, die eine Gemeinde dieser Zeit ist. Ein Publikum also, das sich den großen Fragen einer komplexen Welt stellt, andererseits müssen die Künstler den Sinn der Kunst reflektieren‘.“ Mortier sei ein Überzeugungstäter gewesen. Er wollte alle, ob Intellektuelle oder einfache Bürger für sein Programm entflammen. Gemeinsam lebten wir die Überzeugung, dass Festspiele nirgendwo auf der Welt gegen die lokale Bevölkerung gemacht werden können. Unermüdlich hat Mortier dafür geworben, dass die Salzburgerinnen und Salzburger die Festspiele als ihre Festspiele begreifen und unterstützen.

Es freue sie besonders, dass Mortier erst kürzlich in einem Interview einen Blick zurück in Zuneigung formuliert habe: „Die Salzburger Festspiele waren für mich die größte Bereicherung in meinem Leben, nicht nur durch die Begegnung mit so vielen herausragenden Künstlern, sondern auch mit den schöpferischen Kräften, den Komponisten und Dichtern. Es gibt keine kulturelle Institution auf der Welt, wo man diese Chance bekommt. Ich hatte unglaublich viel Freude an Salzburg.“

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