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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

„Zauberflöte“ und und und ....

6 AUG 2013

by Theresa Dittmar  15:09 h;
veröffentlicht in: Oper, Allgemein

Theresa Dittmar
„Neben der Premiere der Zauberflöte für Kinder gibt es auch noch ein paar Vorstellungen von der Entführung aus dem Serail für Kinder und zwei Meisterkurse stehen auch noch an. Einen haben wir schon erlebt. Ein paar von uns hatten die große Ehre an zwei Vormittagen von Christa Ludwig unterrichtet zu werden. Das ist schon was Besonderes, eine solche Koryphäe des klassischen Gesanges so nah zu erleben. Da wird man als junger Sänger schon ehrfürchtig. Nächste Woche wird es aber nicht weniger glamourös, wenn Thomas Hampson uns ein bisschen seiner Zeit opfert. Man darf gespannt sein.

Trotzdem steht jetzt erst mal die Zauberflöten-Premiere im Vordergrund und wir können nur hoffen, dass es so schön wird wie bei der Entführung aus dem Serail. Ohne große Zwischenfälle und Pannen gingen Gott sei Dank die drei der bereits gespielten Vorstellungen über die Bühne. Der schönste Teil kam aber eigentlich erst nach dem Stück, als die Kinder auf uns zukamen und nach Fotos und Autogrammen gefragt haben. Fasziniert von unseren Kostümen und der ganzen Schminke standen sie um uns herum und haben alles genauesten unter die Lupe genommen. So soll es ja auch sein. Kinder sind ja immer ein bisschen unberechenbar und deshalb eigentlich ein gefürchtetes Publikum. Man weiß ja nie so genau, was ein Kind nun wirklich lustig findet oder was ihm gar Angst einjagt. Wenn man dann selbst im Publikum zwischen den Kindern sitzt und die Reaktionen beobachtet, ist das schon eine spannende Sache. Unser Bassa Selim hat doch einige Sympathien geerntet und die Kinder haben wohl nicht ganz verstanden, warum Konstanze nicht einfach bei dem schönen, orientalischen Prinzen bleibt, wenn er doch so traurig ist, dass sie ihn nicht liebt. Osmin hat da schon weniger Mitleid bekommen: „Den Dicken da, den mag ich nicht, der ist doof“ ertönte es auf einmal aus der Reihe hinter mir und irgendwie konnte ich es in dem Moment auch nachvollziehen. Wenn Peter Kellner seine lachenden, rachegelüstigen Koloraturen schmettert und die zwei Liebespaare von unseren tollen Tänzerinnen gefesselt werden, fällt es schwer, sich daran zu erinnern, dass unser Peter ja eigentlich ein sehr friedliebender Kerl ist. Aber darum geht es ja im Theater. Nach der Vorstellung konnten sich die Kinder dann auch davon überzeugen, dass Osmin in Wirklichkeit ein ganz Lieber ist.

Spannend wird es auch für einen unserer Tenöre. Johannes Dunz singt heute in Giovanna d'Arco zusammen mit Anna Netrebko, Plácido Domingo und Francesco Meli. Da sind wir alle sehr stolz auf unseren Johannes. Ein bisschen durften wir bei den Proben lauschen und ich glaube Johannes hatte schon die eine oder andere Schweißperle auf der Stirn, als er neben diesen großen Sängern auf der Bühne stand. War aber gar nicht nötig, denn er hat alles mit Bravour gemeistert und wird es heute sicher auch toll machen. An dieser Stelle TOI TOI TOI.“

Theresa Dittmar

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