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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Frauenpower im Festspielhaus • Jetzt auch in der bildenden Kunst

19 JUL 2013

by FESTSPIELKIEBITZ  17:00 h;
veröffentlicht in: Allgemein

Kunstwerk von Eva Schlegel
„Eva Schlegel, die weltläufige Tirolerin, begleitet uns durch die gesamte Saison 2013. Sie hat den Programmzeitungen, die in zigtausendfacher Ausfertigung rund um den Globus geschickt wurden, eine ganz besondere Anziehungskraft verliehen. Das Schwimmende, das vielfach zu Interpretierende ihrer Kunst gibt der Programmvorschau einen besonderen Reiz. Von Seite zu Seite wächst das Verlangen des Betrachters, das Geheimnis dieses Sommers zu lüften.
Und jetzt als Höhepunkt diese Ausstellung im Haus für Mozart. Keine beiläufige Behübschung von Pausenräumen, sondern ein starkes künstlerisches Signal. Die enge Beziehung der Salzburger Festspiele zu den bildenden Künsten währt so lange wie die Geschichte der Festspiele selbst. Das Zusammenspiel ergab sich alleine schon durch die Einbeziehung großer Künstler als Bühnengestalter und Kostümbildner. Oskar Kokoschka, Fritz Wotruba, Jean Tinguely, Jörg Immendorff, Jaume Plensa, Alfred Hrdlicka, Daniel Richter oder Jonathan Meese. Wie ein roter Faden zieht sich die Beschäftigung der bedeutendsten bildenden Künstler ihrer Zeit mit dem flüchtigen Salzburger Welttheater durch die Festspielgeschichte.
Zusätzlich schufen viele von ihnen bleibende Werke für die Festspielstätten selbst. Sie begegnen uns noch heute auf den Rundgängen durch die Festspielhäuser als sichtbare Zeugen der Einbeziehung aller Künste ins Gesamtkunstwerk Festspiele.
In der jüngsten Vergangenheit wurde die Bemühung um die bildende Kunst noch um eine Facette reicher. Seit 2007 finden regelmäßig Ausstellungen in engem Bezug zum Programm der Festspiele statt, die Künstler vorstellen, deren Arbeiten die dramaturgische Ausrichtung kongenial begleiteten – und auch von den Salzburger Festspielen ausgewählt bzw. eingeladen wurden.
In diesem Sommer verleitet uns nun respekt- bis furchteinflößend die luftige Installation von Eva Schlegel im Karl-Böhm-Saal zum Abheben. Wo sonst wäre die Auseinandersetzung mit Fliegen und Fallen als Parabel für Gelingen und Scheitern sinnfälliger als in einem Haus der Kunst? Wo sonst hätte die so meisterlich gestaltete Apotheose des Flüchtigen eine so naheliegende Entsprechung wie in der Produktion einer Oper? Oft nur wenige Vorstellungen und trotzdem langanhaltender Nachhall im einzelnen Zuschauer, ja in der ganzen Musikwelt.
Und dann die Schriftverfremdungen, Eva Schlegels besonderes Markenzeichen. Die Vorhänge im dritten Stockwerk, eine Folie, die die barocke Pracht der Kollegienkirche geradezu dämonisiert. Oder die Schriftbahnen im Gang zur Felsenreitschule, trotz ihrer ungeheuren Leichtigkeit ziemlich unheimlich. Dass die absichtsvoll unlesbaren Texte viel mit Theater zu tun haben, mit Bertholt Brecht und Arthur Kahane, kann man zwar nicht entziffern, aber man spürt es.
Eva Schlegel bespielt seit mehr als zwei Jahrzehnten mit großem Erfolg museale und öffentliche Räume. Wir freuen uns, dass sie jetzt die vom Anbeginn der Festspiele bestehende Beziehung zur darstellenden Kunst aufs eindrucksvollste unterstreicht.“

Helga Rabl-Stadler


Die Ausstellung im Karl-Böhm-Saal ist für Festspielbesucher ab 20. Juli 2013 jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn und in den Pausen der Vorstellungen im Haus für Mozart sowie der Felsenreitschule zu besichtigen.

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