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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Spielerischer Witz mit ernsten Untertönen in der „Falstaff“-Produktion der Salzburger Festspiele

24 MAI 2013

by FESTSPIELKIEBITZ  14:00 h;
veröffentlicht in: Oper

Zubin Mehta (Foto: Roland Horvath)
Die ersten Proben von Verdis Falstaff in der Regie von Damiano Michieletto fanden bereits im Frühjahr dieses Jahres statt. Premiere feiert die Produktion am 29. Juli im Haus für Mozart. Mit seinem letzten Werk erfüllte sich der fast 80-jährige Verdi den lang gehegten Wunsch, doch noch eine komische Oper zu komponieren. Es ist eine Komödie, unter deren spielerischer Oberfläche sich aber auch ernste Themen wie Außenseitertum, Alter und Älterwerden verbergen. Damiano Michieletto kommt es bei seiner Inszenierung von Falstaff darauf an, diesen doppelten Boden der Oper zu verdeutlichen, ohne es dabei an Aktion und Witz mangeln zu lassen. Der 38-jährige italienische Regisseur betrachtet Falstaff als eine Art gealterten Don Giovanni: „Analogien bestehen nicht nur zwischen den beiden Figuren, sondern auch zwischen Da Pontes und Arrigo Boitos Libretto. Ford bezeichnet Falstaff als ‚alten Verführer’, und an anderer Stelle heißt es, er würde mit allen Frauen liebäugeln, ‚egal ob sie schön oder hässlich sind’. Wer denkt da nicht an Leporellos Register-Arie?" 
Falstaff ist ebenso ausschweifend wie Don Giovanni, hält sich nicht an die Regeln, und zwar vorsätzlich. Die „anständigen“ Menschen betrachten ihn als Gefahr und entwickeln ungeahnte Kreativität, wenn es darum geht, ihn zu bestrafen. Damiano Michieletto kommt es darauf an zu zeigen, wie sehr die braven Bürger eines Außenseiters wie des dicken „cavaliere“ eben auch bedürfen, um Würze in ihr Leben zu bringen und aus dem faden Alltag auszubrechen.
Sie können mit Spannung die Salzburger Falstaff-Produktion erwarten, denn Michieletto hat dafür ein außergewöhnliches Konzept erarbeitet, in dem die Grenzen zwischen Realität und Traum, zwischen Gegenwart und Vergangenheit verschwimmen. Als großartiger Sir John Falstaff wird Ambrogio Maestri auf der Bühne stehen. An der von uns mitgefilmten Probe konnte er krankheitsbedingt leider nicht mitwirken: Elia Fabbian sprang kurzfristig für ihn ein. Als Ford erleben Sie Massimo Cavalletti, als seine Frau Fiorenza Cedolins. Das junge Liebespaar wird von Eleonora Buratto und Javier Camarena verkörpert. Als Mrs. Quickly dürfen Sie sich auf die fulminante österreichische Altistin Elisabeth Kulman freuen. Am Dirigentenpult steht Zubin Mehta. 
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Und wenn Sie bereits vorab einen Blick hinter die Kulissen werfen möchten, dann schauen Sie in unser Video von den ersten Proben im Schüttkasten:

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