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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Antonio Méndez, der dritte Finalist des Young Conductors Awards, wird vorgestellt

8 MAI 2013

by FESTSPIELKIEBITZ  11:09 h;
veröffentlicht in: Konzert, Pfingsten, Allgemein

Antonio Méndez (Foto: Besar Likaj)
1) Was bedeutet es Ihnen, Finalist des Nestlé and Salzburg Festival Young Conductors Award zu sein?
Ich bin außerordentlich glücklich, von dieser Jury als Finalist ausgewählt worden zu sein unter allen 82 Bewerbern, was mich dem Ziel des Gewinnens näherbringt! Nicht nur würde das bedeuten, das wunderbare Gustav Mahler Jugendorchester bei den Salzburger Festspielen zu dirigieren, sondern ein Gewinn beim Nestlé and Salzburg Festival Conductors Award wäre auch ein wichtiger Karriereschritt, eine enorme Ehre und Verantwortung. Vor allem aber bedeutet es zunächst eine Gelegenheit, in Salzburg mit dem Münchner Rundfunkorchester und Sebastian Manz aufzutreten, und darauf freue ich mich schon sehr.
2) Woran denken Sie bei den Worten Salzburg und Salzburger Festspiele?
Ich glaube, für einen Musiker ist es unmöglich, Salzburg nicht unmittelbar mit Mozart und Karajan in Verbindung zu bringen – zwei der größten Namen der Musikgeschichte. Die Vorstellung, in der Stadt zu dirigieren, wo sie geboren wurden, ist absolut aufregend. Bei „Salzburger Festspiele“ denke ich an eines der wichtigsten Musikfestivals der Welt, mit fast einhundert Jahren Geschichte, Tradition und Musik. Die besten Orchester, Dirigenten und Solisten treten jedes Jahr bei den Salzburger Festspielen auf, und es ist eine Riesenehre, an einem solch prestigeträchtigen Musikereignis teilzunehmen.
3) Was ist Ihre musikalische Richtlinie, was treibt Ihre Karriere an? Haben Sie ein Vorbild?
Zweifellos kommt mir zuerst das Wort Leidenschaft in den Sinn: Leidenschaft für Herausforderungen und Exzellenz. Ich kenne nur eine Art, das zu tun, was ich tue, und das ist mit einer Riesenportion Leidenschaft und Engagement – ich glaube wirklich, dass man nur auf diesem Wege außergewöhnliche Qualität erreichen kann, und, wichtiger noch, Authentizität und Aufrichtigkeit. Ich kann nicht wirklich sagen, dass ich ein bestimmtes Vorbild habe; natürlich gibt es viele Dirigenten, die ich bewundere, und viele von ihnen haben mich aus verschiedenen Gründen inspiriert, sowohl musikalisch und anderweitig, aber schließlich empfindet und musiziert jeder von uns auf andere Art und Weise. Als ich in Madrid studierte, riet mir jemand: „Sei du selbst.“ Ich weiß, dass das wie ein Gemeinplatz klingt, aber es ist wahrscheinlich der beste Ratschlag, den ich je bekommen habe. Als Dirigent ist man auf der Bühne sehr exponiert, man besteht aus reiner Kommunikation, es ist fast, als sei man nackt; ich glaube, diese Metapher drückt es sehr klar aus. Meiner Meinung nach sollte man immer man selbst sein, um in dieser Kunstform etwas zu bewirken.
4) Was bedeutet Musik Ihnen im Allgemeinen? Was möchten Sie im Leben erreichen?
Das ist eine sehr einfache Frage, die sehr schwer zu beantworten ist. Musik spielt offensichtlich in meinem Leben eine sehr wichtige Rolle, und es ist mehr als ein Beruf; es ist meine Leidenschaft. Für mich bedeutet sie, mit großartigen Orchestern und Solisten Musik zu machen, verschiedene Ansichten auszutauschen und zusammenzuarbeiten. Es ist eine Herausforderung und eine Verantwortung, die mir großen Spaß macht, und jeder Tag ist anders und bringt Neues. Musik ist eine universelle Sprache, und deshalb funktionieren solche Situationen wie die, dass ein spanischer Dirigent vor einem dänischen Orchester steht und sie sich perfekt verstehen, während sie Werke von französischen, deutschen oder russischen Komponisten spielen; das ist nur ein Beispiel, aber es ist etwas Magisches, und ich fühle mich extrem privilegiert und habe das Glück, mein Leben meiner Leidenschaft widmen zu können. Ich glaube, dass es im Leben ums Teilen geht, und Musik bildet da keine Ausnahme. Meiner Meinung nach ist die beste Art, eine wahrhafte musikalische Botschaft zu vermitteln, vertrauensvolle Beziehungen zu Orchestern und Solisten aufzubauen. Ich bin überzeugt, dass wir etwas zu sagen haben werden und einen Beitrag zur Musik leisten können – und deshalb müssen wir alle einig sein, das mit dem Publikum teilen zu wollen.
5) Was war ihr inspirierendstes professionelles Erlebnis?
Ich würde sagen, dass ich bisher zwei Erlebnisse gehabt habe, die mich tief beeindruckt haben: Das erste war meine Arbeit mit einem Jugendorchester, JONDE (Spanisches Jugend-Nationalorchester). Das war schon vor etlichen Jahren, aber ich erinnere mich immer noch an die Leidenschaft und Energie, mit der sie spielten, und die Atmosphäre, die wir bei den Konzerten erzeugten – etwas sehr Besonderes, das man nur bei wenigen Konzerten erreicht – und das darum umso wertvoller ist, wenn es passiert. Das zweite war ebenfalls ein Debüt, in diesem Fall mein Debüt mit einem absoluten Weltklasseorchester, dem Tonhalle-Orchester Zürich. Dies fand Ende letzten Jahres statt und ist eine meiner besten Erfahrungen als Dirigent gewesen; einer jener Momente, wenn alles in dieselbe Richtung strebt – eine schöne Konzerthalle mit einer wunderbaren Akustik, ein perfekt ausgeglichenes Orchester, herausragend in jeder Hinsicht, erstaunliche Solisten, eine sehr gute Atmosphäre und ein hervorragendes Programm – und alles für denselben Zweck, dem einzigen, der schließlich zählt: für die Musik.

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