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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Im Gespräch mit dem ersten Finalisten des Young Conductors Awards – Ben Gernon

29 APR 2013

by FESTSPIELKIEBITZ  10:18 h;
veröffentlicht in: Konzert, Pfingsten, Allgemein

Ben Gernon (Foto: Kevin Leighton)
1) Was bedeutet es Ihnen, Finalist des Nestlé and Salzburg Festival Young Conductors Award zu sein?
Finalist beim Nestlé and Salzburg Festival Young Conductors Award zu sein ist ein Riesenprivileg und eine Ehre. Ich bin glücklich, die Gelegenheit zu haben, in Salzburg mit der Camerata Salzburg aufzutreten und dabei Musik zu spielen, für die ich eine echte Passion habe. Es war wirklich eine schöne Überraschung, zu erfahren, dass ich einen Platz in der Endrunde habe, und ich kann es kaum erwarten, das Orchester kennenzulernen und mit den Proben zu beginnen! Ich fühle mich wie ein echtes Glückskind!
2) Woran denken Sie bei den Worten Salzburg und Salzburger Festspiele?
Salzburg und die Salzburger Festspiele stehen für mich immer für Exzellenz, Weltklasse und Prestige. Ich denke ebenfalls an Mozarts Geburtsort und die historische Schönheit und Bedeutung, die Salzburg für jeden Musiker hat. Der kulturelle Reichtum und der unbedingte Anspruch an höchste musikalische Qualität hier sticht besonders heraus, beschwingt und inspiriert.
3) Was ist Ihre musikalische Richtlinie, was treibt Ihre Karriere an? Haben Sie ein Vorbild?
Mein einziger Antrieb, Dirigent sein zu wollen, ist meine Leidenschaft und Hingabe an die Musik, und mein Wunsch, diese mit allen Menschen zu teilen. Ich finde, dass Musik das spannendste und fesselndste Vergnügen in unserer Welt ist, und dass ihre Fähigkeit, jenseits von Sprache mit allen Menschen zu kommunizieren, enorm ist. Musik ist für unser Dasein essentiell, und ich habe das große Glück, sie mit allen zu teilen.
4) Was bedeutet Musik Ihnen im Allgemeinen? Was möchten Sie im Leben erreichen?
Ich habe viele Vorbilder, sowohl in der Musikwelt wie außerhalb. Ich habe das außergewöhnliche Glück gehabt, Sian Edwards, Sir Colin Davis und Valery Gergiev als Mentoren gehabt zu haben. Sian Edwards ist mir die hilfreichste, praktischste, ehrlichste und inspirierendste Lehrerin gewesen, und ich bewundere ihre Einstellung und Technik sehr – letztere ist makellos, und sie ist immer für mich da am anderen Ende der Telefonleitung! Sie hat den größten Einfluss auf meine Entwicklung als junger Dirigent gehabt. Sir Colin Davis hat mir viel über das Atmen beigebracht und darüber, wie man die Musik natürlich empfindet – sich nicht von Taktstrichen einengen lässt und die Schönheit in jeder einzelnen Note einer Partitur findet. Er ist ein äußerst ehrlicher und offener Mensch, und ich bin ihm für all seine Ratschläge sehr dankbar. Valery Gergiev ist eine musikalische „Bestie“, verzehrt von seinem überwältigenden musikalischen Verlangen, und ich liebe seine Aufführungen – voller Adrenalin, Intensität und Schönheit. Es ist eine Wucht, ihm zuzusehen, und er hat meinen Horizont wirklich erweitert.
5) Was war ihr inspirierendstes professionelles Erlebnis?
Es ist wirklich schwer zu sagen, welche die inspirierendste Erfahrung meines professionellen Lebens ist; ich glaube, es ist eine Kombination vieler Erlebnisse mit meinen Vorbildern. Gerade das London Symphony Orchestra inspiriert mich auf besondere Weise, und ich habe das Glück gehabt, es in einer Meisterklasse mit Sir Colin zu dirigieren sowie beim Finale des Donatella Flick LSO Dirigierwettbewerbs. Das war ein umwerfendes Erlebnis, und ich habe so viel dabei über mich selbst und die Musik, die ich machen möchte, gelernt. Es war so spannend und lohnenswert! Ferner habe ich gerade mit Gustavo Dudamel gearbeitet, der immens inspirierend ist – seine Energie, Fantasie und Ideen sind phänomenal (und er ist so freundlich!). 

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