EN
DE

SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

PolitischesOPFER und FrühlingsOPFER im Fokus

25 APR 2013

by FESTSPIELKIEBITZ  13:38 h;
veröffentlicht in: Pfingsten

Valery Gergiev (Foto: Decca / Sasha Gusov)
Das Fest Pfingsten entsprang Gottes großem Plan, bei welchem er dem Volk Israel insgesamt sieben jährliche Feste gegeben hat. Pentekoste – „Der fünfzigste Tag“, so leitet sich der uns bekannte Begriff, für das dritte der sieben Feste, Pfingsten, ab. Neben der Oper Norma, dem LiebesOPFER, stehen verschiedene Konzerte auf dem Programm, die die unterschiedlichen Arten von „Opfer“ beleuchten. Zwei davon möchten wir gerne in diesem Zusammenhang näher vorstellen: PolitischesOPFER und das FrühlingsOPFER.

Im Rahmen von PolitischesOPFER kommen Werke von Sofia Gubaidulina und Dmitri Schostakowitsch zur Aufführung. In Gubaidulinas Violinkonzert Offertorium sind sowohl auf spiritueller als auch religiöser Ebene die Opferung, der Tod und die Auferstehung als Thema zu finden. Doch man kann keinem Werk Gubaidulinas nachsinnen, ohne an die Implikationen einer Künstlerin bzw. eines Künstlers als Opfer eines politischen Regimes zu denken. Dies verbindet ihre Komposition mit einem der bedeutendsten und bewegendsten Werke des 20. Jahrhunderts, welches einerseits den jüdischen Opfern des Zweiten Weltkriegs und andererseits allen Menschen, die unter einer Diktatur litten und vielleicht immer noch leiden, gewidmet ist: Schostakowitschs 13. Symphonie, die Sie im Anschluss an das Offertorium zu hören bekommen. „Babij Jar“ – mit diesem ersten Satz gedenkt Schostakowitsch in seiner 13. Symphonie für Männerchor, Bass und Orchester der 1941 bei Kiew ermordeten 34.000 Juden und zeigt so seine Verurteilung des Antisemitismus. 

Unter dem Titel FrühlingsOPFER steht Igor Strawinskys Le Sacre du printemps auf dem Programm der Pfingstfestspiele. In seinen Einzelheiten erschließen und genau wiedergeben – genau dies haben Balletthistoriker Millicent Hodson und Kenneth Archer in detektivisch genauer Arbeit mit der originalen Choreografie von Le Sacre du printemps von Vaslav Nijinsky gemacht. Zum 100. Geburtstag des Werkes zeigen wir das Ballett in der rekonstruierten Originalfassung, welche auch heute noch zu den originellsten und beeindruckendsten Ballettinszenierungen unserer Geschichte zählt. Die Choreografie richtet den Fokus auf das Ritual des Menschenopfers und passt deshalb thematisch perfekt in das Programm der Pfingstfestspiele.

Hier erhalten Sie weitere Informationen und Tickets zum PolitischenOPFER und zum FrühlingsOPFER

LOGIN | PASSWORT VERGESSEN