EN
DE

SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Die ersten Proben für Verdis „Falstaff“ in Salzburg

11 APR 2013

by FESTSPIELKIEBITZ  14:36 h;
veröffentlicht in: Oper

Massimo Cavalletti, Fiorenza Cedolins (Foto: rocafilm)
Wer rund um Ostern den Orchesterprobensaal im Schüttkasten betrat, den empfing ein Vorgeschmack von sommerlicher Festspielatmosphäre: Denn vom 20. März bis zum 6. April fanden hier die ersten Proben für Verdis Falstaff statt, der am 29. Juli im Haus für Mozart Premiere haben wird. Bevor die Proben Ende Juni weitergehen, gibt der italienische Regisseur Damiano Michieletto noch sein Debüt an der Mailänder Scala mit Un ballo in maschera – ein Verdi-Jahr also auch für ihn. Beim Falstaff kommt es dem 38-Jährigen darauf an zu zeigen, wie sehr die braven Bürger eines Außenseiters wie des dicken „cavaliere“ bedürfen, um Würze in ihr Leben zu bringen und aus dem faden Alltag auszubrechen: An Spielfreude, Aktion und Witz wird es in der Salzburger Produktion also nicht mangeln! Wie alle guten Komödien hat aber auch Verdis letzte Oper einen doppelten Boden. Verdi war fast 80 Jahre alt, als er Falstaff komponierte, und um Themen wie Alter und Älterwerden geht es auch im Stück selbst. Michieletto hat dafür ein außergewöhnliches Konzept erarbeitet, in dem die Grenzen zwischen Realität und Traum, zwischen Gegenwart und Vergangenheit verschwimmen.

Man darf sich auf eine spannende Produktion freuen, die zum Großteil von italienischen Sängern und Sängerinnen bestritten wird: Die Titelrolle verkörpert Ambrogio Maestri, für den Falstaff beinahe zu einem Alter Ego geworden ist – sein Salzburger Festspieldebüt ist zugleich seine 20. Neuproduktion dieser Oper! Leider konnte er am 6. April am ersten von Zubin Mehta dirigierten Durchlauf mit Klavier krankheitsbedingt nicht teilnehmen und wurde kurzfristig durch Elia Fabbian vertreten. Den eifersüchtigen Ford singt Massimo Cavalletti, der dem Salzburger Publikum aus der letztjährigen Bohème in guter Erinnerung ist und der als Ford bereits an der Scala gastiert hat. Als Alice ist die aus dem Friaul stammende Sopranistin Fiorenza Cedolins zu hören, und dem jungen Liebespaar Nannetta und Fenton leihen Eleonora Buratto und der mexikanischen Tenor Javier Camarena ihre blühenden Stimmen. Ganz „gegen den Typ“ besetzt ist die Mrs. Quickly, die ja traditionellerweise von nicht mehr ganz frischen und zum Rundlichen neigenden Sängerinnen verkörpert wird. In Salzburg hingegen ist die fulminante österreichische Altistin Elisabeth Kulman zu erleben – und da macht auch Falstaff Augen! 

Hier bekommen Sie einige Impressionen (Copyright: rocafilm):

 

Elia Fabbian, Fiorenza Cedolins

Eleonora Buratto, Damiano Michieletto, Elia Fabbian

 

Elia Fabbian, Massimo Cavalletti

Javier Camarena, Eleonora Buratto, Statisterie

Massimo Cavalletti, Fiorenza Cedolins

Zubin Mehta

Team

LOGIN | PASSWORT VERGESSEN