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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Wiedereröffnung der Muza Hall in Kawasaki in Anwesenheit des Direktoriums

7 APR 2013

by FESTSPIELKIEBITZ  17:03 h;
veröffentlicht in: Allgemein

Martin Panosch, Takao Abe, Helga Rabl-Stadler, Alexander Pereira
Die Salzburger Festspiele trugen mit dem Erlös einer Benefiz-Generalprobe zum Wiederaufbau dieser weltberühmten Konzerthalle bei.
Die Glocken des Salzburger Doms, deren Klang aufgenommen worden war, läuteten die Wiedereröffnung der für ihre Akustik weltberühmten Muza Hall am heutigen Sonntag um 15:00 Uhr Ortszeit in Kawasaki ein. Mit der 9. Symphonie von Anton Bruckner und dessen Te Deum gestaltete das Tokyo Symphony Orchestra unter dem Dirigat von Hubert Soudant die frenetisch beklatschte Wiedergeburt des vom Erdbeben 2011 zerstörten Konzertsaals.

Salzburg war aus doppeltem Grund prominent vertreten: Kawasaki und Salzburg sind seit 1992 Partnerstädte und Vizebürgermeister Martin Panosch überbrachte die besten Grüße. Zudem waren es die Salzburger Festspiele, die im August 2011 Kawasaki zum raschen Wiederaufbau ermutigten. Präsidentin Helga Rabl-Stadler bat damals die Künstler von Tschaikowskis Iolanta und Strawinskys Le Rossignol die Generalprobe zum Verkauf freizugeben. Anna Netrebko, Piotr Beczala, Ivor Bolton und das Mozarteumorchester Salzburg, das Jahre zuvor auch in der Muza Hall aufgetreten war, willigten sofort ein. Daraus wurde mit einem Erlös von € 158.065,- das zweiterfolgreichste Benefizkonzert der Festspiele (nur das Konzert für die Überschwemmungsopfer von Pakistan brachte 2010 mehr ein). Die Stadt Salzburg rundete den Betrag auf € 200.000,- auf.

"Ein solcher Betrag ist gemessen am Sanierungsaufwand von € 15 Millionen nur klein. Was aber zählt war die sofortige Anteilnahme und der große Enthusiasmus, mit dem wir als erste ausländische Institution Kawasaki bei ihrem Bemühen um einen Wiederaufbau unterstützten", meinte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler in ihrer Rede heute.

"Das ist ein großer Tag nicht nur für Kawasaki, sondern auch für die Welt der Musik", freute sich Intendant Alexander Pereira und präsentierte eine Idee, wie man in Zukunft mehr Musik aus Salzburg nach Kawasaki bringen könnte. Bürgermeister Takao Abe war begeistert, die Direktübertragung einer Oper nach dem Vorbild der Siemens-Festspielnächte in Salzburg zu ermöglichen. Darüber werden ab sofort Gespräche zwischen den Salzburger Festspielen und der Kulturverwaltung von Kawasaki geführt.

1. Pressekonferenz zum Programm der Salzburger Festspiele in Japan

Außerdem präsentierten Alexander Pereira und Helga Rabl-Stadler heute erstmals das Festspielprogramm bei einer Pressekonferenz in Japan. 2013 eignet sich dafür besonders, denn die Salzburger Festspiele haben einen dreifachen Japan-Schwerpunkt in ihrem Programm:

1) In der Ouverture spirituelle wird der christlich geistlichen Musik die buddhistisch shintoistische Tradition gegenübergestellt. Mit besonderer Spannung erwarten wir das Konzert am 23. Juli in der Kollegienkirche, in dem die sakralen Gesangstraditionen Shomyo und Gregorianik in den musikalischen Vergleich treten.
2) In der zeitgenössischen Musik sind Tōru Takemitsu (1930–1996) und Toshio Hosokawa, geb. 1955, mit Ton angebend. Hosokawa komponierte zwei Werke im Auftrag der Salzburger Festspiele Ancient voices für Bläserquintett sowie Orchesterlieder auf Texte des Salzburger Lyrikers Georg Trakl (1887–1914), die am 25. August vom NHK Symphony Orchestra, Tokyo zu hören sein werden.
3) Dieses NHK Symphony Orchestra, Tokyo ist das erste permanente Orchester Japans, das bei den Salzburger Festspielen auftritt.

Zum Empfang nach dem Eröffnungskonzert kamen eine Reihe von treuen japanischen Festspielbesuchern. Auch der Bürgermeister Takao Abe selbst will Salzburg im August wieder besuchen. Das meistgehörte Wort an diesem Nachmittag von Bürgermeister Abe – in perfektem Deutsch gesprochen – war "wunderbar".

Helga Rabl-Stadler und Alexander Pereira setzen ihre Japan-Tour mit einer Präsentation in der österreichischen Botschaft in Tokio fort.

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