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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Otto Sertl ein Vorkämpfer für die Moderne bei den Salzburger Festspielen ist tot

30 MÄR 2013

by FESTSPIELKIEBITZ  10:55 h;
veröffentlicht in: Allgemein

Otto Sertl trat als Nachfolger von Tassilo Nekola am 1. April 1979 sein Amt als Generalsekretär an. Er gestaltete mit großer Tatkraft die Salzburger Festspiele von 1980 bis 1986 unter Präsident Albert Moser und dem Direktorium Herbert von Karajan, Ernst Haeussermann, Gerhard Wimberger, Heinrich Wiesmüller.

Unter seinem Generalsekretariat stieg die Zahl der Veranstaltungen, wurden Uraufführungen und Kirchenkonzerte wieder ins Programm aufgenommen. Die damalige Serie von Opern-Uraufführungen erregte weltweit großes Aufsehen: Baal von Friedrich Cerha (1981), Un re in ascolto von Luciano Berio (1984), Il ritorno d’Ulisse in einer Neugestaltung von Hans Werner Henze (1985) und Die schwarze Maske von Krzysztof Penderecki (1986).
Im Konzertprogramm brachte er Schlüsselwerke der Moderne, wie z.B. Das Buch mit den sieben Siegeln von Franz Schmidt (1981), Penthesilea von Othmar Schoeck sowie Oedipus rex von Igor Strawinsky (1982) und Die Gezeichneten von Franz Schreker (1984). Auch eine weitere später erst szenisch bei den Festspielen aufgeführte Oper, nämlich Messiaens Saint Francois d’Assise wurde von Otto Sertl erstmals, damals allerdings in konzertanter Form, gebracht.

Außerdem trat er, stark unterstützt von den beiden Direktoriumsmitgliedern Prof. Gerhard Wimberger und Dr. Heinrich Wiesmüller, für die so wichtige Öffnung der Festspiele ein. Er forcierte Fernsehübertragungen und erstmals gab es auch Übertragungen von Orchesterkonzerten auf den Domplatz.

Durch seine musikwissenschaftliche Vorbildung und seine Verankerung in Salzburg war er ein wichtiger Partner für den ORF, für die Stiftung Mozarteum, aber auch für das Salzburger Landestheater und die Szene der Jugend.

Später, schon in Pension verwirklichte er gemeinsam mit Festspielpräsidentin Dr. Helga Rabl-Stadler und Stiftungspräsident Dr. Friedrich Gehmacher ein Audio- und Tonmuseum in Mozarts Wohnhaus, das nach wie vor vielen Freunden der beiden weltbekannten Kulturinstitutionen Information bringt und Freude macht.

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