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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Mozarts Lucio Silla als musikalischer Vorbote des Festspielsommers 2013

24 JÄN 2013

by FESTSPIELKIEBITZ  16:07 h;
veröffentlicht in: Oper

Lucio Silla, Orchesterhauptprobe, Rolando Villazón und Eva Liebau (Foto: Matthias Baus)
Mit dem Protagonisten ihrer ersten gemeinsamen Opernarbeit, Lucio Silla, porträtierten Wolfgang A. Mozart und der Librettist Giovanni de Gamerra eine der widersprüchlichsten Gestalten der Geschichte, den wohl meistgehassten Konsul der späten Römischen Republik – Lucius Cornelius Sulla Felix (138–78 v. Chr.). Dass aber weder Gamerra noch Mozart an den historischen Fakten interessiert waren, davon zeugt der freie Umgang mit diesen. Der Fokus ist auch schon in diesem frühen Werk auf die Psyche der Handelnden gerichtet; die minimalen, aber steten Veränderungen in den oft extrem erscheinenden Wiederholungen ein und desselben Textes innerhalb einer Arie sind die Spuren, die Mozart zur Erkundung der Figuren legt.

Zu den Rätseln dieses Werkes eines jugendlichen Genies gehört die Frage, wie es einem 16-Jährigen gelingen konnte, die Zerrissenheit des Silla zwischen politischer Karriere, die ihn geprägt hat, und den privaten Sehnsüchten in seinem vergeblichen Kampf um die Liebe Giunias nachzuzeichnen und einzufangen. Der Leiter der Stiftung Mozarteum, Matthias Schulz, meint dazu in einem Interview mit Die Furche: „Lucio Silla hat Mozart als 16-Jähriger geschrieben, großartige Musik, die zeigt, wie ausgeprägt Mozarts künstlerische Reife in so frühen Jahren bereits war. Es war uns wichtig, mit Lucio Silla einen Ansatz zu finden, um die historische Aufführungspraxis, wie sie im Musikalischen so gut funktioniert, auf das Szenische zu übertragen. Regie führt Marshall Pynkoski, der sich mit historischer Gestik beschäftigt und vom Tanz kommt.“ So wird die Neuinszenierung – in einer für Salzburg neuen Lesart – in der barockisierenden Gestalt ihrer Entstehungszeit auftreten, aber in den Erlebnissen und Gefühlen der Handelnden, „heutige“ Menschen zeigen. Wie bei der musikalischen Interpretation sollen auch in der Szene alt und neu eine besondere Symbiose eingehen.

Marc Minkowski wird bei dieser Produktion „sein“ Orchester, die Musiciens du Louvre Grenoble, dirigieren. Das Bühnenbild gestaltet Antoine Fontaine, der Filme wie Vatel mit Gérard Depardieu oder Marie Antoinette von Sofia Coppola ausgestattet hat, die Titelrolle singt Rolando Villazón.

Die Koproduktion mit der Stiftung Mozarteum Salzburg hat heute, am 24. Jänner, im Rahmen der Mozartwoche Premiere und wird ab 27. Juli 2013 bei den Salzburger Festspielen gezeigt. Zu den weiteren Terminen gelangen Sie hier.

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