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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Das Direktorium der Salzburger Festspiele zum Tod von Kammersängerin Lisa Della Casa

11 DEZ 2012

by FESTSPIELKIEBITZ  16:25 h;
veröffentlicht in: Allgemein

Lisa Della Casa in "Capriccio" (1950, Foto: Archiv der Salzburger Festspiele/Foto Ellinger)
Die Festspiele verdanken Lisa Della Casa Sternstunden, für die sie von Publikum und Presse gleichermaßen gefeiert wurde“, drückte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler ihre Trauer um den Tod der wunderbaren Sängerin aus.

In Salzburg gehörte sie in den Nachkriegsjahren zu jenen Künstlern, die den Festspielen ihren herausragenden internationalen Ruf gegeben haben. 1947 stand sie das erste Mal als Zdenka in Arabella auf der Festspielbühne und schon nach der ersten Probe prophezeite Richard Strauss, dass „die Kleine eines Tages meine Arabella sein wird.“ Bereits damals feierte man sie als die „erfreulichste Erscheinung des Abends“, eine „natürliche Anmut“ mit „herrlich, wunderbar, konzentriert geführter Stimme“. Elf Jahre später kam Salzburg dann endlich in den Genuss, Lisa Della Casa als Arabella erleben zu dürfen, und die Kritiken überschlugen sich vor Begeisterung.

Ihre Sängerkollegin, die wunderbare Anneliese Rothenberger, brachte es auf den Punkt: „Lisa Della Casa ist DIE Arabella aller Zeiten und sie wird es bleiben. Da kam alles zusammen: ihr Auftreten war genauso, wie man sich die Arabella vorstellt. Alles hat gestimmt. Wunderschön, fantastisch gesungen, hochmusikalisch, eine gute Schauspielerin – was wollen Sie noch? Sie war geboren um Arabella zu sein“. Kritiker und Millionen von Musikliebhabern teilten diese Bewunderung.

Für die Entwicklung der Festspiele und ihrer Öffnung gegenüber der Moderne war ihre Interpretation aller drei Frauenrollen in der Uraufführung von Gottfried von Einems Kafka-Oper Der Prozeß 1953 von besonderer Bedeutung.

In den folgenden Jahren festigte Lisa Della Casa ihren Ruf als die Maßstab setzende Persönlichkeit im Mozart- und Richard-Strauss-Fach. Auch mit ihrem letzten Auftritt in Salzburg schrieb sie Festspielgeschichte. Nachdem sie 1953 bereits als Octavian einen großen Erfolg feierte, sang sie 1960 in der Eröffnungsvorstellung des neuen Großen Festspielhauses unter Herbert von Karajan die „Feldmarschallin“ im Rosenkavalier. „Zauberhafter als Lisa Della Casa kann man sich diese Partie nicht vorstellen (…) Wie Lisa Della Casa die Gestalt aus dem Zauber ihrer Erscheinung und dem Schmelz ihrer Stimme lebendig werden lässt, ist einzigartig“, überschlug sich die Süddeutsche Zeitung in ihrem Premierenbericht. „In der Rolle der Feldmarschallin wird Lisa Della Casa für immer in unseren Herzen weiterleben“, so Festspielintendant Alexander Pereira.

Rabl-Stadler: „Die schwarze Fahne, die heute am Festspielhaus weht, ist ein winziges Zeichen für unsere Trauer und große Dankbarkeit.“

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