Farewell von Marie-Claude Chappuis
30
AUG
2012
by
Marie-Claude Chappuis
14:07 h;
veröffentlicht in: Oper, Allgemein
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| Marie-Claude Chappuis (Foto: Jo Simoes) |
Am 15. August hatten wir unsere letzte Vorstellung von
Ariadne auf Naxos.
Schon vermisse ich Euch, liebe Kolleginnen und Kollegen, Sänger, Schauspieler und Tänzer.
Selten habe ich soviel Kollegialität unter Künstlern erlebt. Dafür möchte ich Euch allen danken.
Ich sehe Euch in Euren wunderbaren Kostümen von Marianne Glittenberg und in diesem feinen und eleganten Bühnenbild von Rolf Glittenberg. Ich höre Peter Matić sagen… „Also bitte, tempo tempo…“ und Michael Rotschopf „Molière!“ Das hörten wir nämlich hinter den Fenstern des Bühnenbildes und da mussten wir auftreten, ganz langsam „wie im Traum“, wie es der geniale Regisseur Sven-Eric Bechtolf wollte. An den Walzer mit Cornelius Obonya am Ende des Stückes erinnere ich mit großer Freude, wie an Tausende von Augenblicken in den Kulissen und auf der Bühne.

Zu Hause finde ich in meiner Bibliothek ein Buch, das ich von meinem Onkel Peter Walter bekommen habe: Strauss/Hofmannsthal – Briefwechsel.
Da lese ich mit Freude die Stelle, wo Richard Strauss Hugo von Hofmannsthal zu seinem 50. Geburtstag gratuliert und über den Erfolg von Ariadne in Amsterdam erzählt: „… dafür kann Ihnen der sensationelle Erfolg, den «Ariadne», Dichtung und Musik, vorige Woche zweimal in Amsterdam errungen hat, eine besondere Geburtstagsfreude sein.“ Worauf Hofmannsthal antwortet: „Die Nachricht vom holländischen Erfolg freute mich natürlich überaus. «Ariadne» ist nun einmal mein Liebling unter den Kindern.“
Ich denke, über unsere Ariadne-Produktion in Salzburg und deren Erfolg hätten sich die zwei Herren sicher auch sehr gefreut!
Marie-Claude Chappuis