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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Schuberts letzte Sonaten – eine Lecture mit Alfred Brendel

4 AUG 2012

by FESTSPIELKIEBITZ  11:38 h;
veröffentlicht in: Konzert

Alfred Brendel, Foto: Ben Ealovega/Decca
Alfred Brendel, einer der herausragendsten Pianisten des 20. Jahrhunderts, hat in den vergangenen Jahren höchst originelle musikalische Essays verfasst. Vor einiger Zeit zog er sich vom Konzertpodium zurück, um bald darauf eine Auswahl seiner besten schriftlichen Werke, in Form von Vorlesungen, zu präsentieren. Schon bei den Salzburger Festspielen 2009 nahm Brendel sein Publikum auf eine Entdeckungsreise hinter die Noten und in die Geheimnisse der musikalischen Welt mit. Es gelingt ihm dabei, in kürzester Zeit die Aufmerksamkeit des Publikums mit einem Reichtum an Musikbeispielen zu bannen. Seine Ausführungen unterstreicht er mit kurzen Einschüben am Klavier. Alfred Brendel fasziniert jeden Zuhörer mit seinem glasklarem Verstand, seinem enormen musikalischen Wissen, seinem trockenem Humor und seiner verbalen Gewandtheit. Dieses Jahr setzt er seine Vortragsreihe mit „Schuberts letzten Sonaten, mit Klavierbeispielen“ fort. Die Vorlesung wird in deutscher Sprache gehalten.

Karten für die Lecture am 9. August 2012 erhalten Sie hier.

Alfred Brendel entstammt einer österreichisch-deutsch-italienisch-slawischen Familie, studierte Klavier, Komposition und Dirigieren in Zagreb und Graz und beschloss seine Ausbildung bei Paul Baumgartner, Eduard Steuermann und Edwin Fischer. 1949 eröffnete er seine internationale Karriere als Gewinner des Busoni-Wettbewerbs. Zunächst trat er vor allem in Europa auf, doch seit 1963 wurde er auch regelmäßig nach Nordamerika eingeladen und gastierte in allen großen Konzertsälen der Welt wie auch bei den bedeutendsten Festivals. Als erster Pianist nahm er das gesamte Klavierwerk Beethovens auf, zudem war er maßgeblich an der Einbeziehung der Schubert-Sonaten, der späten Klavierwerke Liszts und des Klavierkonzerts von Schönberg in das Repertoire beteiligt. Zum 50. Jahrestag seines künstlerischen Debüts musizierte er gemeinsam mit Sir Simon Rattle und Sir Colin Davis zyklische Aufführungen der Beethoven-Klavierkonzerte sowie – mit dem Bariton Matthias Goerne – Schuberts Winterreise. Unter seinen Engagements seither sind Auftritte mit den Münchner Philharmonikern unter Christian Thielemann, dem Tonhalle-Orchester unter David Zinman, dem Lucerne Festival Orchestra und Claudio Abbado sowie dem Chicago Symphony Orchestra und Daniel Barenboim hervorzuheben. Sir Simon Rattle lud ihn ein zu den Berliner Philharmonikern und dem Philadelphia Orchestra, Bernard Haitink und Sir Charles Mackerras leiteten seine Konzerte mit den Wiener Philharmonikern. In den vergangenen Jahren konzentrierte sich Alfred Brendel hauptsächlich auf Werke von Mozart, Haydn, Beethoven und Schubert; gemeinsam mit seinem Sohn, dem Cellisten Adrian Brendel, interpretierte er die Cellosonaten Beethovens. Eine BBC-Dokumentation über sein künstlerisches Schaffen mit dem Titel Alfred Brendel – Man and Mask wurde aus Anlass seines 70. Geburtstages im Jahr 2001 in ganz Europa ausgestrahlt. Mit einer Aufführung von Mozarts Jeunehomme-Konzert mit den Wiener Philharmonikern unter Sir Charles Mackerras im Wiener Musikverein verabschiedete sich Alfred Brendel am 19. Dezember 2008 aus dem öffentlichen Konzertleben.

Neben Preisen und Würdigungen für sein Lebenswerk erhielt Alfred Brendel die Ehrendoktorwürde u.a. der Universitäten von Oxford und Yale. Im Mai 2004 wurde er mit dem Ernst-von-Siemens-Musikpreis ausgezeichnet. Er ist Mitglied der American Academy of Arts and Sciences und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste sowie Honorary Commander of the British Empire. 1992 wurde ihm die Hans-von-Bülow-Medaille der Berliner Philharmoniker verliehen, im Dezember 1998 er­nannten ihn die Wiener Philharmoniker zu ihrem Ehrenmitglied, 2005 schließlich wurde er zum Ehrenbürger seines tschechischen Heimatortes Louãná nad Desnou erhoben. Alfred Brendel hat mehrere Bücher mit Schriften zur Musik und Gedichten veröffentlicht.

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