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SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Großer Theaterzauber – Das Programm der Salzburger Festspiele 2012

11 NOV 2011

by FESTSPIELKIEBITZ  11:10 h;
veröffentlicht in: Oper, Schauspiel, Konzert, Allgemein

Alexander Pereira, Helga Rabl-Stadler, Sven-Eric Bechtolf, Foto: Wild & Team
Heute stellten Alexander Pereira und Sven-Eric Bechtolf das mit Spannung erwartete Programm der nächsten Salzburger Festspiele vor. Dabei haben sie sich viel vorgenommen: Die Festspiele 2012 werden bereits am 20. Juli beginnen und bis 2. September dauern. Für den Auftakt hat sich Pereira durch die Stadt Salzburg und dessen unzählige sakralen Gebäude inspirieren lassen: Mit der Konzertreihe Ouverture spirituelle wird geistlicher Musik Rechnung getragen, denn, so Pereira, „die größten Meisterwerke sind für die Kirche geschrieben worden“. Die Reihe wird auch in den kommenden Jahren fortgesetzt und soll jeweils den Dialog zwischen dem christlichen Glauben und einer anderen Weltreligion – 2012 dem Judentum (Zubin Mehta und das Israel Philharmonic Orchestra sind zu Gast) – in den Mittelpunkt stellen. Mehr dazu hier…


Eine besondere Verpflichtung der Festspiele besteht gegenüber dem Werk Mozarts. Daher ist es eine große Freude, dass Nikolaus Harnoncourt als Operndirigent nach Salzburg zurückkehren wird. Auch für ihn als Vorreiter der historischen Aufführungspraxis ist es eine Premiere, wenn er erstmals eine große Mozart-Oper, nämlich Die Zauberflöte, auf historischen Instrumenten zur Aufführung bringen wird. Bei diesem Abenteuer begleiten ihn sein Concentus Musicus Wien und der Regisseur Jens-Daniel Herzog.
Mit einem Vorurteil räumt Alexander Pereira gleich zu Beginn seiner Intendanz auf: Puccini kann und soll in Salzburg gespielt werden. Mit einer exquisiten Besetzung mit Anna Netrebko, Piotr Beczala und in der Regie des erst 31-jährigen Damiano Michieletto wird Puccinis La bohème eine glanzvolle Erstaufführung bei den Salzburger Festspielen erleben.
Überhaupt sollen nunmehr ausschließlich Neuinszenierungen präsentiert werden, um die Einzigartigkeit der Festspiele zu bewahren.
Das detaillierte Opernprogramm – das zudem Schikaneders Fortsetzung der Mozart’schen Zauberflöte, Das Labyrinth, präsentiert, die Urfassung der Hofmannsthal/Strauss’schen Ariadne in einer eigenen Salzburger Fassung von Sven-Eric Bechtolf sowie die Salzburger Erstaufführung von Bernd Alois Zimmermanns „Jahrhundert-Oper“ Die Soldaten bringt und auch gegen Ende August noch mit Premieren aufwartet: ein Wiedersehen mit Cecilia Bartoli in Händels Giulio Cesare von den Pfingstfestspielen – sowie vieles mehr zum umfangreichen Opern-Spielplan, in dem die Wiener Philharmoniker eine zentrale Rolle spielen, finden Sie hier.


Auch das Konzertprogramm wartet mit großen Namen auf: vom London Symphony Orchestra bis zur Wiederbegegnung mit dem West-Eastern Divan Orchestra, von Claudio Abbado bis Franz Welser-Möst, von Elīna Garanča bis Juan Diego Flórez, von Murray Perahia bis Krystian Zimerman und zahllose weitere Stars: Auf sie alle können wir uns nächsten Sommer freuen.

Dabei ist es Alexander Pereira ein großes Anliegen, „die außergewöhnliche Linie unserer Vorgänger in Bezug auf das Engagement für zeitgenössische Musik fortzusetzen. In diesem Jahr heißen die Schwerpunkt-Komponisten Bernd Alois Zimmermann – mit der Aufführung seiner Oper Die Soldaten und den Konzerten um diese Oper herum –, Heinz Holliger, der zwei Auftragswerke für diesen Festspielsommer komponiert, sowie Witold Lutosławski, dessen Werke u.a. von den Berliner Philharmonikern und dem Cleveland Orchestra präsentiert werden.“ Neben der Reihe Salzburg contemporary und der Ouverture spirituelle ist zudem ein Zyklus mit slawischer Musik programmiert, der unter dem Titel Über die Grenze vornehmlich Kammermusik von Antonín Dvořák, Josef Suk, Bohuslav Martinů, Leoš Janáček und Bedřich Smetana präsentiert. Im Zentrum des Konzertreigens stehen aber wie immer die Wiener Philharmoniker mit fünf Konzertprogrammen unter Valery Gergiev, Mariss Jansons, Riccardo Muti, Heinz Holliger und Bernard Haitink. Alle Details dazu finden Sie hier.


Sven-Eric Bechtolfs Leitgedanke für das Schauspiel der Salzburger Festspiele bezieht sich stark auf den Festspielgründer Max Reinhardt und fußt auf der Maxime von der „Polyphonie des Theaters“. „Wir glauben, dass Festspiele feiern sollten. Nicht sich selbst, sondern das Theater. Die feierliche Auseinandersetzung mit der Sache an sich ist ihr Auftrag. Darin unterscheidet sich ihr Anliegen von den berechtigten Interessen anderer Veranstaltungen. Festspiele sind die Sonntage des Theaters, wenn ihr Programm exemplarisch ist“, sagt der neue Schauspielchef.
Deutsche Klassiker in festspielwürdiger Besetzung – wie etwa Peter Simonischek, Hans-Michael Rehberg, Andrea Clausen und August Diehl in Andrea Breths Deutung von Kleists Prinz Friedrich von Homburg – sind hier ebenso vertreten wie eine jährliche Uraufführung: 2012 ein Auftragswerk an Händl Klaus und Franui mit dem Titel Meine Bienen. Eine Schneise. Die Festspiele werden auch in den kommenden Jahren „aufgrund unserer Verantwortung als eines der repräsentativsten Kulturinstitutionen in Österreich“ jeweils einen österreichischen Autor mit der Schaffung eines Werkes beauftragen.
Weiters werden je ein Kinderstück sowie ein Figuren- oder Puppentheater jährlich auf dem Programm stehen, und um Salzburgs Anspruch, ein internationales Festival zu sein, gerecht zu werden, stellt die Einbindung international erfolgreicher Produktionen und Künstler einen besonderen Schwerpunkt dar. In der Saison 2012 ist Irina Brook, Tochter der Theaterlegende Peter Brook zu Gast in Salzburg, wo sie eine eigens für Salzburg kreierte Version des Peer Gynt sowie ihre Deutung von Shakespeares Sturm präsentiert.
Nicht zuletzt sei das erfolgreiche YDP erwähnt, das in der bewährten Form weitergeführt wird und den Fokus noch mehr auf die Förderung junger Talente richten möchte. Details zum Schauspielprogramm finden Sie hier.


Und noch etwas wird 2012 besonders gefördert – der Publikumsnachwuchs, und zwar mit einem speziellen Programm für Kinder, das eigene Fassungen von Klassikern (Die Zauberflöte für Kinder), Mitmachtheater, die Einladung zur ersten Begegnung mit dem Genre Oper und vieles mehr beinhaltet. Unter diesem Link finden Sie mehr zum Kinderprogramm.


232 Vorstellungen an 45 Tagen in 15 verschiedenen Spielstätten: Wenn Festspiele die Aufforderung zu feiern sind, dann feiern Sie mit uns – und folgen Sie uns auf einer spannenden Reise!

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