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PROGRAMMDETAIL

Ouverture spirituelle • Östliches Christentum III: Venedig und Byzanz 770–1797

AUFFÜHRUNG

  • 26. Juli 2016, 20:30 Uhr

SPIELSTÄTTE

Kollegienkirche

PROGRAMM

Glockenruf – instrumental
Alleluia – Byzantinischer Choral, Johannes Damaskinos (8. Jhdt.) 
Fanfare – instrumental
Erotókritos – Byzantinische Komposition, instrumental
Marcabru (1100-1150) • Pax! In nomine Domini! – Kreuzfahrerlied 
Danse de l’âme – Nordafrikanische Komposition, Überlieferung der Berber, anonym
Ton despóti – Planctus, byzantinisches Klagelied (13. Jhdt.)
Lied und Tanz – Armenische Komposition, instrumental (13. Jhdt.)
Billadi Askara Min adbi Llama – Mowacha, arabisch-andalusiches Lied
Istampitta – Saltarello, anonym (ca. 1300)
Efrixe i gi – Klagegebet, Johannes Damakinos (8. Jhdt.)
Chiave, chiave – instrumental
Adoramus te – anonym
Pásan tin elpída mu – orthodoxes Lied
Nikriz Marsch – Osmanische Komposition, anonym (15. Jhdt.)
Guillaume Dufay • Lamentatio Sanctae Matris Ecclesiae Constantinopolitanae
Clément Janequin • La Guerre (La Bataille de Marignan)
Salomone Rossi • Al naharot Bavel (An den Wassern von Babylon), Psalm 137
Adrian Willaert • Vecchie letrose – Villanesca alla napolitana
Der makām-ı Uzzäl sakîl – Osmanische Komposition, anonym, instrumental
Joan Brudieu • Oíd, oíd, los que en la Iglesia habéis nascido, Madrigal II
Géfsasthe ke ídete – Byzantinischer Hymnus, Joannes Kladas
Claude Goudimel • Ficht wider meiner Anfechter, Psalm 35
Sousta – Zypriotischer Tanz, instrumental
Se imnúme – Russisch-orthodoxer Hymnus, anonym (16. Jhdt.)
laïla Djân – Persischer Tanz, anonym, instrumental
Claudio Monteverdi • Il combattimento di Tancredi e Clorinda SV 153
Dimitri Cantemir • Osmanischer Marsch  
Antonio Vivaldi • „Di queste selve venite, o Numi“ aus La Senna festeggiante RV 693, „zu Ehren Ludwigs XV.“
Wolfgang Amadeus Mozart • Alla Turca (Allegretto) aus der Klaviersonate A-Dur KV 331
Anastaseos Imera – Russisch-orthodoxer Hymnus, anonym (16. Jhdt.)
François Marchant • Nous sommes tous égaux, Chansons constitutionelle
Johann Adolf Hasse • Canzonette veneziane da battello
Per quel bel viso
Mia cara Anzoletta
Luigi Bordèse • La Sainte Ligue: La nuit est sombre nach der 5. und 7. Symphonie von Ludwig van Beethoven

INFORMATION

Ende des Konzerts ca. 23:20 Uhr

Programm drucken (PDF)

INTERPRETEN

Jordi Savall, Leitung
Panagiotis Neohoritis, Solist und Choreinstudierung
Gastmusiker aus der Türkei, Griechenland, Armenien und Marokko
Hespèrion XXI
La Capella Reial de Catalunya
Le Concert des Nations
Orthodox-Vokalensemble (Saloniki, Griechenland)

ZUR PRODUKTION

1000 Jahre Musik – Brücke zwischen Orient und Europa

Etwa ein Jahrtausend lang, von 770 bis 1797, spielte Venedig im Mittelmeerraum und in der Weltgeschichte eine beherrschende Rolle. Venedig wurde von den Byzantinern gegründet, die der Lagune am Rande zweier Flüsse die Dimension eines Vermittlers zwischen Orient und Okzident verliehen. Diese Stadt des Wassers mit ihren verzweigten Kanälen wurde zum Umschlagplatz von Händlern unterschiedlichster Herkunft, und so entstand ein reger Handel zwischen dem Orient und Europa. Durch die Ausrufung einer „Republik“ mit dem System einer oligarchischen Regierung, an deren Spitze der auf Lebenszeit gewählte Doge stand, gelang es Venedig, seine Unabhängigkeit gegenüber den Byzantinern zu vergrößern und schließlich mehr als Handelspartner denn als Untertan aufzutreten. Nachdem sich die Stadt gegen Karl den Großen behauptet hatte, trat sie in Konkurrenz zu Rom und stieg zur ersten Wirtschaftsmacht des Mittelmeerraums auf, was ihr erlaubte, sich in allen technischen, wissenschaftlichen und kulturellen Bereichen zu entwickeln. Dank des Handels und der daraus entstehenden Beziehung zur gesamten Welt des Mittelmeerraums, sowie durch die Bereitschaft, Menschen jeglicher Herkunft aufzunehmen, empfing die Stadt Einflüsse des christlichen Orients und der orthodoxen Welt, aber auch der osmanischen, jüdischen, armenischen oder muslimischen Kultur. All diese Einflüsse beschwört Jordi Savall mit den vielfältigen Klängen des Mittelmeerraums: Geistliche und weltliche Musik uralter orthodoxer Traditionen aus Byzanz, die Musik Istanbuls und des Osmanischen Reiches, Griechenlands, der Türkei und natürlich Italiens findet sich neben den großartigen Kompositionen, mit denen Byzanz und Venedig die europäische Musikgeschichte beschenkt haben. Willaert, Gabrieli, Monteverdi, Cavalli, Vivaldi und viele andere sind die großen Namen, die zu ihrer Zeit und bis heute die Größe einer außergewöhnlichen Stadt in Europa zum Klingen brachten – einer Stadt, deren Vormachtstellung so lange währte. Mit dem Eingreifen Bonapartes im Jahre 1797 stürzte die Republik Venedig und stand in der Folge über 60 Jahre unter österreichischer Herrschaft, bevor Venedig schließlich Italien eingegliedert wurde, zu dessen Juwelen die Stadt nach wie vor zählt.




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