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PROGRAMMDETAIL

Otto Nicolai Il templario

Oper in drei Akten von Otto Nicolai (1810–1849)
Libretto von Girolamo Maria Marini (1801–1867)
nach dem Roman Ivanhoe von Walter Scott (1771–1832)

Kritische Edition vorgelegt von Michael Wittmann unter Mitwirkung von Florian Bauer

Konzertante Aufführung

Mit deutschen und englischen Übertiteln

Dauer der Oper ca. 2 Stunden und 50 Minuten.

AUFFÜHRUNGEN

  • 27. August 2016, 15:00 Uhr
  • 30. August 2016, 15:00 Uhr

SPIELSTÄTTE

Großes Festspielhaus

Programm drucken (PDF)

LEADING TEAM

Andrés Orozco-Estrada, Musikalische Leitung
Alois Glaßner, Choreinstudierung

BESETZUNG

Juan Diego Flórez, Vilfredo d’Ivanhoe
Luca Salsi, Briano di Bois-Guilbert
Clémentine Margaine, Rebecca
Kristiane Kaiser, Rovena
Adrian Sâmpetrean, Cedrico il Sassone
Armando Piña, Luca di Beaumanoir
Franz Supper, Isacco di York

Salzburger Bachchor
Wiener Philharmoniker

ZUR PRODUKTION

Ein Jahr nach der triumphalen Turiner Uraufführung eroberte Otto Nicolais Il templario 1841 auch Wien. Natürlich, die meisten deutschsprachigen Musikkritiker, die etwas auf sich hielten, rümpften die Nase – wie über alles, was das zeitgenössische Italien an vermeintlich trivialer Opernmusik hervorbrachte. Abfällig diagnostizierte die Allgemeine musikalische Zeitung in jedem Takt „Belege dafür, dass der Maestro während seines Aufenthaltes in Italien den dortigen Geschmack sich eigen gemacht“ habe, kam aber nicht umhin, die Begeisterung des Publikums zu vermerken. Diese war so groß, dass Nicolai umgehend zum ersten Kapellmeister der Wiener Hofoper bestellt wurde. Welcher der Kritiker hätte wohl gedacht, dass Il templario damit letztlich vor allem dem sakrosankten „deutschen“ Repertoire zugute kommen würde? Denn um die Werke von Mozart und Beethoven mit den Hofopernmusikern jenseits des Bühnendienstes in maßstabsetzenden Interpretationen zu erarbeiten, gründete Nicolai einen Orchesterverein: die Wiener Philharmoniker waren geboren.

Eigentlich war Nicolai 1834 nach Rom gegangen, um dort die alte Kirchenmusik zu studieren. Bald jedoch schlug ihn die italienische Oper in ihren Bann, und eine eigene Karriere auf diesem Gebiet war sein neuer Traum. Gegenüber der Vorlage, Scotts Mittelalter-Roman Ivanhoe, beschränkt sich Il templario auf wenige Figuren rund um die Titelfigur, den Tempelritter Briano. Musikalisch beeindruckt vor allem die Meisterschaft, mit der Nicolai das Ausdruckspotenzial der Melodie auslotet: Zeugnis seiner Bewunderung für Bellini. Nach der Ausgrabung des Templario 2008 in Chemnitz liegt diese italienische Belcanto-Oper eines Deutschen nun bald auf den Pulten der Wiener Philharmoniker – als Hommage an die eigenen Ursprünge.

Christian Arseni



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