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PROGRAMMDETAIL

Giuseppe Verdi Il trovatore

Dramma lirico in vier Teilen von Giuseppe Verdi (1813–1901)
Libretto von Salvadore Cammarano (1801–1852) und Leone Emanuele Bardare (1820–1874) nach dem Drama El trovador (1836) von Antonio García Gutiérrez

Wiederaufnahme
Mit deutschen und englischen Übertiteln

Dauer der Oper ca. 2 Stunden und 55 Minuten.

PREMIERE

  • 08. August 2015, 19:30 Uhr

AUFFÜHRUNGEN

  • 11. August 2015, 20:00 Uhr
  • 14. August 2015, 20:30 Uhr
  • 17. August 2015, 20:00 Uhr

SPIELSTÄTTE

Großes Festspielhaus

Programm drucken (PDF)

LEADING TEAM

Gianandrea Noseda, Musikalische Leitung
Alvis Hermanis, Regie und Bühne
Eva Dessecker, Kostüme
Gleb Filshtinsky, Licht
Ineta Sipunova, Videodesign
Gudrun Hartmann, Philipp M. Krenn, Regiemitarbeit
Uta Gruber-Ballehr, Bühnenbildmitarbeit
Ronny Dietrich, Dramaturgie
Ernst Raffelsberger, Choreinstudierung

BESETZUNG

Francesco Meli, Manrico
Anna Netrebko, Leonora
Artur Ruciński, Il Conte di Luna
Ekaterina Semenchuk, Azucena
Adrian Sâmpetrean, Ferrando
Diana Haller, Ines
Bror Magnus Tødenes*, Ruiz / Un messo
Matthias Winckhler*, Un vecchio zingaro

Mitglieder der Angelika-Prokopp-Sommerakademie der Wiener Philharmoniker
Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
Wiener Philharmoniker
* Mitglied des Young Singers Project

ZUR PRODUKTION

Zwei Männer, die nicht wissen, dass sie Brüder sind, liefern sich einen Kampf mit tödlichem Ausgang; schicksalhaft damit verknüpft ist die Geschichte zweier starker Frauen. In seinem Trovatore führt Verdi mit unheimlichen Klangwelten, vokaler Brillanz und opulenten Tableaus emotionale Extremsituationen vor, die einer Handlung geschuldet sind, wie sie düsterer nicht sein könnte. Die suggestive Wirkung seiner zwischen abgrundtiefem Grauen und überirdischer Schönheit sich bewegenden Musik verschaffte Verdi weltweite Popularität.

Im Zentrum der einzelnen, streng geometrisch angeordneten Bilder stehen groß angelegte Erzählungen, die weit zurückliegende Vorkommnisse vergegenwärtigen und die Folie liefern für die von Verdi vorgeführten elementaren Gefühle der Liebe, der Eifersucht, des Hasses und der Rache, als deren Opfer sich die Protagonisten – blind ihren Leidenschaften ausgeliefert – erweisen: Leonora, die um der Liebe willen den Freitod wählt, Azucena, deren Rachsucht das Drama auslöst und jede ihrer Handlungen begleitet, Manrico, der in seiner Eifersucht die sterbende Leonora der Untreue bezichtigt, und Graf Luna, der in Unkenntnis der wahren Zusammenhänge von Hass getrieben den eigenen Bruder tötet.

Regisseur Alvis Hermanis, für den es nicht vorstellbar ist, die Geschichte des Trovatore aus ihrem historischen Zusammenhang zu lösen, siedelt seine Inszenierung in einem Museum an – ein Ort, an dem Vergangenheit auf besondere Weise existent ist und eine eigene Realität besitzt. Faszinierend sind für ihn vor allem die Menschen, die an einem solchen Ort als Touristenführer oder Museumswächter arbeiten: „Es ist interessant, sie zu beobachten, und was in ihren Köpfen vorgeht, kann man nur vermuten. Nicht selten erlebt man, dass sie sich mit den ihrer Obhut anvertrauten Gemälden und den darauf dargestellten Personen eins fühlen, in ihren Bildbeschreibungen sich mit diesen identifizieren oder sich gar in sie verlieben. Unsere Inszenierung des Trovatore beginnt am Ende eines Tages in einem nicht näher lokalisierten Museum. Mit Ausnahme Manricos sind alle Personen der Handlung in diesem Museum angestellt. Wir erleben sie zunächst bei ihrem Tagwerk, bis das Museum geschlossen wird und die Nacht hereinbricht. Die Realitäten beginnen sich zu vermischen. Sind es die Bilder, die lebendig werden, oder sind es die Protagonisten, die sich in die Vergangenheit zurückträumen?

Für mich tragen Gemälde an ihrer Oberfläche noch die Realität ihrer Entstehungszeit, auch wenn, wie bei den Gemälden ,unseres‘ Museums, 500 Jahre darüber hinweggegangen sind. Ein Museumsraum funktioniert wie eine Zeitmaschine, die Vergangenheit lebendig werden lässt und bei uns Nostalgie über Geschichte, die verschwindet, weckt. Und ebenso, wie Verdi mehr und mehr auf die Skala der Emotionen fokussiert, die enge Verbindung von Liebe und Tod vorführt, spielt die eigentliche Handlung keine Rolle mehr – eine Auflösung von Raum und Zeit findet statt.“

Ronny Dietrich




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