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PROGRAMMDETAIL

Wolfgang A. Mozart Le nozze di Figaro

Opera buffa in vier Akten KV 492 von Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Libretto von Lorenzo Da Ponte (1749–1838)
nach der Komödie La Folle Journée ou le Mariage de Figaro (1778) von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais

Neuinszenierung
Mit deutschen und englischen Übertiteln

Dauer der Oper ca. 3 Stunden und 25 Minuten.


PREMIERE

  • 28. Juli 2015, 19:00 Uhr

AUFFÜHRUNGEN

  • 26. Juli 2015, 14:00 Uhr
  • 02. August 2015, 16:00 Uhr
  • 05. August 2015, 19:00 Uhr
  • 09. August 2015, 18:00 Uhr
  • 12. August 2015, 19:00 Uhr
  • 15. August 2015, 15:00 Uhr
  • 18. August 2015, 20:00 Uhr

SPIELSTÄTTE

Haus für Mozart

Programm drucken (PDF)

LEADING TEAM

Dan Ettinger, Musikalische Leitung
Sven-Eric Bechtolf, Regie
Alex Eales, Bühne
Mark Bouman, Kostüme
Friedrich Rom, Licht
Ronny Dietrich, Dramaturgie
Ernst Raffelsberger, Choreinstudierung

BESETZUNG

Luca Pisaroni, Il Conte Almaviva
Anett Fritsch, La Contessa Almaviva
Martina Janková, Susanna
Adam Plachetka, Figaro
Margarita Gritskova, Cherubino
Ann Murray, Marcellina
Carlos Chausson, Don Bartolo
Paul Schweinester, Don Basilio
Franz Supper, Don Curzio
Christina Gansch*, Barbarina
Erik Anstine, Antonio
Martina Reder, Cornelia Sonnleithner, Bauernmädchen

Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
Wiener Philharmoniker

*Mitglied des Young Singers Project

ZUR PRODUKTION

Nach dem Erfolg von Mozarts Entführung aus dem Serail im Jahre 1782 war es der in Wien oberste Opernverantwortliche, Graf Rosenberg-Orsini, der den Komponisten aufforderte, doch „eine Welsche opera“ zu schreiben. Obwohl sich Mozart damals vor allem für die deutsche Richtung stark machte, fand er schließlich Gefallen an dieser Idee. Zu diesem Zweck suchte er intensiv nach einem geeigneten Libretto, jedoch vorerst vergeblich, nachdem er – wie er 1783 an den Vater schrieb – „leicht 100 – ja wohl mehr bücheln durchgesehen“ hatte, die seiner Vorstellung einer „italienischen opera buffa“, die „recht Comisch im ganzen“ sein sollte und „2 gleich gute frauenzimmer Rollen“ enthalten müsse, nicht entsprachen.

Von den beiden Frauenrollen hatte Mozart bereits zu diesem Zeitpunkt recht genaue Vorstellungen: „die eine müsste Seria, die andere aber Mezzo Carattere seyn – aber an güte – müssten beide Rollen ganz gleich seyn.“ In Pierre Augustin Caron de Beaumarchais’ La Folle Journée ou le Mariage de Figaro fand Mozart schließlich mit der Gräfin und Susanna nicht nur eine derartige Konstellation, sondern zugleich eine brillante Komödie auf der Höhe ihrer Zeit, die – nach jahrelanger Auseinandersetzung mit der französischen Zensurbehörde – bei der ersten öffentlichen Aufführung in Paris sensationellen Erfolg hatte, in Wien allerdings nicht auf der Bühne, sondern nur im Druck zugelassen worden war. Mozart schlug die skandalumwitterte Komödie Lorenzo Da Ponte als Opernsujet vor, und dieser konnte Joseph II. zuletzt davon überzeugen, dass er in seiner „Nachahmung“ des Stoffes „alles das weggelassen und abgekürzt habe, was gegen den Anstand und die Sittlichkeit ist“.

Beaumarchais ging es – bei aller Plastizität der Figuren – vor allem um eine ebenso scharfsinnige wie freche und schonungslose Satire auf die sterbende Gesellschaftsordnung seiner Zeit. Zwar gibt es auf der einen Seite den Kampf zwischen verschiedenen Hierarchien, zwischen Graf und Diener. Eine aristokratische Welt ist noch vorhanden, beginnt aber bereits sich aufzulösen. Zugleich strebt eine neue soziale Klasse empor. Als Sohn eines Uhrmachermeisters erlebte Beaumarchais selbst einen raschen sozialen Aufstieg, er war Parvenu, ein Neureicher: der homme nouveau, den im Übrigen Goethe in seinem Clavigo porträtierte – nicht zu dessen größter Freude.

In Mozarts Le nozze di Figaro ist hingegen – wie in allen seinen Opern – der Fokus auf die den Menschen gemeinsamen Triebfedern ihres Handelns gerichtet. Die Intensität und Schonungslosigkeit, mit der er in Le nozze di Figaro den Bedingungen des menschlichen Zusammenlebens nachspürt, sie in allen Varianten hinterfragt und in Extremen eskalieren lässt, entfernen seine Oper weit von der Komödie des Beaumarchais. Die Fülle an Deutungsmöglichkeiten, die sowohl Lorenzo Da Ponte in seiner genialen Adaption von Beaumarchais’ Komödie wie dann natürlich auch Mozart in seiner Partitur bieten, stellt jeden Interpreten dieser Oper vor permanente Entscheidungen, welcher der ausgelegten Spuren zu folgen sei.

Ronny Dietrich




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