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PROGRAMMDETAIL

Richard Wagner • Rienzi, der letzte der Tribunen

Große tragische Oper in fünf Aufzügen
von Richard Wagner (1813-1883)
Text vom Komponisten nach dem Roman Rienzi, the Last of the Roman Tribunes von Edward Bulwer-Lytton (1803–1873)

Konzertante Aufführungen

Mit deutschen und englischen Übertiteln

Dauer der Oper ca. 4 Stunden.

PREMIERE

  • 11. August 2013, 19:00 Uhr

AUFFÜHRUNG

  • 14. August 2013, 19:00 Uhr

SPIELSTÄTTE

Felsenreitschule

Programm drucken (PDF)

LEADING TEAM

Philippe Jordan, Musikalische Leitung
Jörn Hinnerk Andresen, Choreinstudierung

BESETZUNG

Christopher Ventris, Cola Rienzi
Emily Magee, Irene
Georg Zeppenfeld, Steffano Colonna
Sophie Koch, Adriano
Martin Gantner, Paolo Orsini
Robert Bork, Raimondo (Kardinal Orvieto)
Benjamin Bernheim, Baroncelli
Oliver Zwarg, Cecco del Vecchio
Kiandra Howarth , Ein Friedensbote
Mit Mitgliedern des Young Singers Project
Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor
Gustav Mahler Jugendorchester
Mitglieder der Angelika-Prokopp-Sommerakademie der Wiener Philharmoniker

ZUR PRODUKTION

Auch wenn sich der spätere Musikdramatiker vom frühen Opernkomponisten Richard Wagner im Alter distanzierte, gelang dem damals 29-Jährigen mit seiner Oper Rienzi 1842 der entscheidende künstlerische Durchbruch. Die Figur des historischen Cola di Rienzi erlangte 1835 durch den Roman Rienzi, the Last of the Roman Tribunes von Edward Bulwer-Lytton größte Popularität, enthielten dessen Bemühungen, mitten im feudal-christlichen Mittelalter die römische Republik neu erschaffen zu wollen, durchaus auch politische Sprengkraft. In seiner Libretto-Adaption passte Wagner die Geschichte des charismatischen Volkstribunen, dem es gelang, die Macht an sich zu bringen, um das vom Machtkampf zweier Adelsfamilien krisengeschüttelte Rom zu antiken Idealen zurückzuführen, den Erfordernissen der Form der Grand opéra an, auch indem er es mit einer erotischen Dreiecksgeschichte anreicherte: „Die große Oper, mit all ihrer szenischen und musikalischen Pracht, ihrer effektreichen, musikalisch-massenhaften Leidenschaftlichkeit, stand vor mir; und sie nicht etwa bloß nachzuahmen, sondern, mit rückhaltloser Verschwendung, nach allen ihren bisherigen Erscheinungen sie zu überbieten, das wollte mein künstlerischer Ehrgeiz“. Und in der Tat gelang es Wagner in dieser von ihm später als „Jugendsünde“ apostrophierten Oper, die indes erstmals den kommenden Musikdramatiker ahnen lässt und eindeutige Weichen in die Zukunft stellt, die bekannten Vertreter der „Großen Oper“ zu übertrumpfen, etwa in der Orchesterbehandlung, die an Farbigkeit und Nuanciertheit selbst Meyerbeers Hugenotten übertrifft, aber auch in dem zu diesem Zeitpunkt völlig neuartigen harmonischen Reichtum, mit dem er Aufstieg und Niedergang des letztlich an seiner Hybris und der Wankelmütigkeit des Volkes scheiternden Emporkömmlings einfängt.
Der Musikwissenschaftler Egon Voss kam über den Rienzi zu folgendem Resümee: „Wagners Rienzi ist über weite Strecken eher eine italienische als eine deutsche Oper; Wagners Vorliebe und Begeisterung für Bellini hat sich keiner seiner Partituren so eingeprägt wie dem Rienzi […] Gerade diese Wagnersche Italianità, die ja auch noch den Fliegenden Holländer und den Tannhäuser in auffallender Weise auszeichnet, ist die Stärke der Partitur.“

Ronny Dietrich 




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