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PROGRAMMDETAIL

Georg Friedrich Händel • Tamerlano

Oper in drei Akten, HWV 18
Text von Nicola Francesco Haym (1678–1729)

Konzertante Aufführung
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Dauer voraussichtlich 3 Stunden und 50 Minuten.

PREMIERE

  • 09. August 2012, 19:30 Uhr

AUFFÜHRUNG

  • 12. August 2012, 20:30 Uhr

SPIELSTÄTTE

Großes Festspielhaus

Programm drucken (PDF)

LEADING TEAM

Marc Minkowski, Musikalische Leitung

BESETZUNG

Bejun Mehta, Tamerlano
Plácido Domingo, Bajazet
Julia Lezhneva, Asteria
Franco Fagioli, Andronico
Marianne Crebassa, Irene
Michael Volle, Leone
Les Musiciens du Louvre • Grenoble

ZUR PRODUKTION

Mit Händels Meister­werk Tamerlano präsentieren wir Ihnen eine zweite Barockoper. Es ist uns gelungen, Plácido Domingo für die Partie des Bajazet zu gewinnen. Erstmals wird er dafür mit einem Original­­klangensemble zu hören sein: den Musiciens du Louvre, geleitet von Marc Minkowski. Die Titelpartie übernimmt einer der bedeutendsten Countertenöre der Welt, Bejun Mehta.

Nach dem Erfolg von Giulio Cesare lagen die Erwartungen des Londoner Publikums hoch: Mit seiner nächsten Oper, Tamerlano, erntete Händel im Oktober 1724 weniger Beifall, heute allerdings zählt sie zu seinen bedeutendsten. Weit in den Osten führte das Sujet diesmal: zum mongolischen Eroberer Tamerlano, dessen historisches Vorbild Timur ein ebenso riesiges wie kurzlebiges Reich in Zentralasien geschaffen hatte; 1402 bereitete er dem osmanischen Heer unter Sultan Bayezid I. bei Ankara eine vernichtende Niederlage. Seiner Skrupellosigkeit und Brutalität wegen be­rüchtigt, übte Timur im Westen schon früh eine schaurige Faszination aus, wobei man ihn durchaus unterschiedlich bewertete.
In Händels Oper geht der Machtkampf zwischen dem „Tartaren“ und dem Sultan, ­seinem Gefangenen, auf privater Ebene weiter. Tamerlano begehrt Bajazets Tochter Asteria, in Liebesdingen aber scheitert der militärische Held – er mag schmeicheln, toben, drohen und demütigen, so viel er will. Dem unbeherrschten Tyrannen wird mit Bajazet die interessanteste Figur der Oper gegenübergestellt: ein Mann, der seine schmachvolle Lage mit Haltung, Stolz und Verachtung erträgt. Händel schrieb die Rolle für Francesco Borosini und bescherte den Londonern damit nicht nur erstmals einen Tenor in einer Hauptrolle, sondern auch eine der ungewöhnlichsten und erschütterndsten Szenen seines Opernschaffens: Bajazet begeht Selbstmord, erzwingt sich so noch im Untergang die Autonomie des Handelns und triumphiert über Tamerlano, den er mit seinen letzten Worten verflucht. Die großangelegte, differenziert ausgestaltete Sterbeszene ist der Höhepunkt der Oper, das tragische Ende, auf das von Beginn
an alles hinauszulaufen scheint.




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