Cleopatra orientale
ANTON RUBINSTEIN • Ouvertüre Antonius und Kleopatra op. 116 (1890)
WOLFGANG A. MOZART • Arie des Sesto "Parto, parto, ma tu ben mio" aus der Oper La Clemenza di Tito KV 621
CHARLES GOUNOD • Ballettmusik aus der Oper Faust (1868)
WOLFGANG A. MOZART • Motette für Sopran und Orchester "Exsultate, jubilate" KV 165
RODION SHCHEDRIN • Kleopatra i zmeja (Kleopatra und die Schlange) – Dramatische Szene für Sopran und Orchester (2011)
Uraufführung – Auftragswerk der Salzburger Pfingstfestspiele
SERGEJ PROKOFJEW • Bühnenmusik zu Ägyptische Nächte (1933/34)
Programm drucken (PDF)
Valery Gergiev,
Musikalische LeitungMojca Erdmann,
SopranCecilia Bartoli,
MezzosopranChulpan Khamatova,
Rezitation (Cleopatra)Yevgeny Mironov,
Rezitation (Enobarbus /Antonius)Alexei Tanovitski,
Bass Orchester des Mariinski-Theaters
Cleopatra orientale
Die „Kleopatra“-Rezeption in Russland dreht sich um zwei hauptsächliche Angelpunkte – das Schauspiel von Shakespeare (dessen bedeutendster russischer Übersetzer Boris Pasternak war) sowie ein orientalisches Gedicht, welches Alexander Puschkin in seine Erzählung Ägyptische Nächte eingebettet hat. In sinnlichen, aber auch kalten Worten beschreibt Puschkin, wie Kleopatra bei einem opulenten Bankett, der ständigen Werbungen müde, drei Männern jeweils eine Nacht verspricht, die diese mit ihrem Leben bezahlen. Durch diese Tat befreit sich Kleopatra aus der Rolle des Opfers männlicher Lustfantasien und dreht gleichsam in einem feministischen Akt die Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern auf dramatische Weise um. Die beiden literarischen Vorlagen, insbesondere Kleopatras Sterbeszene nach Shakespeare, aber auch das Gedicht Puschkins, werden hier in musikalischem Gewand vorgestellt, wobei in Sergej Prokofjews selten aufgeführter Schauspielmusik von 1934 der Text als Melodram rezitiert wird.